Unwetter im Landkreis Neumarkt: Feuerwehren eilen zu 230 Einsätzen

Von Mittelbayerische Zeitung · 28. Juni 2024 um 09:03

In Folge der Gewitter am Donnerstagnachmittag und -abend sowie in der Nacht zum Freitag kam es zu etwa 230 Einsätzen im Landkreis Neumarkt. Vor allem die Gemeinden Sengenthal und Mühlhausen waren besonders vom starken Regen betroffen. Verletzt wurde nach bisherigen Erkenntnissen niemand.

Eine exakte Anzahl der Einsätze der Freiwilligen Feuerwehren und des THW Neumarkt kann erst nach vollständiger EDV-technischer Erfassung aller Einsatzstellen ermittelt werden, teilt Pressesprecher Daniel Gottschalk am Freitagmorgen mit.

Unwetter nehmen am Donnerstagabend im Raum Sengenthal zu

Der erste Alarm erfolgte gegen 16.45 Uhr, gegen 18 Uhr stieg die Zahl der eingegangenen Notrufe deutlich an. Der Großteil der Einsatzstellen konnte – bis auf einige Einsatzstellen in Sengenthal und Pölling – bis circa 1.30 Uhr abgearbeitet werden. So dass die Einsatzkräfte nach etlichen Stunden wieder einrückten.

Bereits gegen 3 Uhr endete jedoch für die Kräfte der Feuerwehr Mühlhausen die Nachtruhe wieder: Über dem Gemeindeteil Wappersdorf ging ein heftiger Regenschauer nieder und es mussten erneut Gebäude ausgepumpt werden. Auch die Freiwillige Feuerwehr in Freystadt wurde bereits kurz vor 7 Uhr erneut wegen eines Wasserschadens gerufen.

Insgesamt waren in den vergangenen Stunden im Landkreis Neumarkt rund 50 Freiwillige Feuerwehren sowie das Technische Hilfswerk Neumarkt (THW) auf den Beinen – und damit mehrere hundert Ehrenamtliche. Örtliche Schwerpunkte des Einsatzgeschehens waren das Gemeindegebiet Sengenthal, das Stadtgebiet Freystadt und das Gemeindegebiet Mühlhausen.

Der Raum Sengenthal war dabei mit über 65 Einsatzstellen besonders vom Starkregen betroffen und eine Vielzahl von Gebäuden wurde von Wasser geflutet. Ein Wohnwagen drohte, aufzuschwimmen, ein Pferdestall wurde mit Sandsäcken gesichert.

Baum stürzte in Sengenthal auf ein Haus

Zudem musste ein auf ein Gebäude gestürzter Baum mit Hilfe eines Kranes und einer Drehleiter entfernt und anschließend das Dach notdürftig verschlossen werden. Großpumpen des THW wurden zum Auspumpen einer Radwegunterführung und zum Schutz mehrerer Wohngebäude eingesetzt.

An etwa 40 Stellen waren die Einsatzkräfte im Stadtgebiet Freystadt gefordert – insbesondere wegen überfluteter Gebäude. Im Gemeindegebiet Mühlhausen waren bei rund 20 Einsätzen neben überfluteten Gebäuden auch eine Vielzahl umgestürzter Bäume zu verzeichnen – unter anderem auch auf der B299 und weiteren Nebenstraßen. Ein Baum stürzte auf ein unbesetztes Fahrzeug, teilt Gottschalk weiter mit.

THW aus Neumarkt half mit Sandsäcken

Das Technische Hilfswerk Neumarkt unterstützte die Feuerwehren tatkräftig an einigen Einsatzstellen mit Pumpentechnik und Sandsacklogistik. Zur Koordinierung und Disposition der Einsatzstellen wurden die Kreiseinsatzzentrale des Landkreises Neumarktin Betrieb genommen. Kreisbrandrat Jürgen Kohl bedankte sich von dort aus bei allen eingesetzten Ehrenamtlichen für deren Engagement und lobte die gute Zusammenarbeit der vielen Wehren und des THW.

Weitere Einsatzschwerpunkte waren im Stadtgebiet Neumarkt in den Stadtteilen Woffenbach sowie Pölling zu verzeichnen. Betroffen waren darüber hinaus das Gemeindegebiet Postbauer-Heng, Pyrbaum, Berngau, Deining, Velburg, Berching und Seubersdorf. Dass Menschen während des Unwetters verletzt wurden, darüber sei bislang nichts bekannt, so Gottschalk weiter. Derzeit sei deshalb nur von Sachschäden auszugehen.

Die Freiwilligen Feuerwehren waren die ganze Nacht über im Einsatz und verteilten Sandsäcke und pumpten Wasser aus Anwesen. Foto: Fabian Schreiner
Zahlreiche Bäume waren umgestützt. Foto: Fabian Schreiner