Dreiste Müllsünder sorgen für Ärger in Regensburg: Nicht einmal Security hält die Unbekannten auf

Regensburgs Stadtnorden hat ein Müllproblem: Unbekannte schmeißen so viel Abfall an den Straßenrand, dass das Gartenamt sogar die Polizei um Hilfe bat und Mitarbeiter des Milchwerks Bayernland sowie des Baumarktes Toom beim Aufräumen helfen.
Einen halb leeren Eimer mit Vogelfutter, stapelweise Prospekte und Lotteriescheine, einen Ölbehälter, Kartons, volle Müllsäcke, aufgerissene Müllsäcke, Müllsäcke an denen Raben herumpicken, leere Joghurtbecher oder Verpackungen, in denen sich einmal Hähnchenteile befunden haben müssen: All das hat Anwohner Hans-Jost von Weyhe auf einem Spaziergang in diesem Bereich entdeckt, der etwa 20 Minuten dauerte.
Ratten und Raben
„Aber das ist noch vergleichsweise wenig“, sagt er. Zu anderen Zeiten schaue es hier noch schlimmer aus. „Heute ist eher ein normaler Tag“, ordnet er das Aufkommen des im öffentlichen Raum entsorgten Mülls am Ende der vergangenen Woche ein. „Das lockt doch die Ratten an“, sorgt sich von Weyhe. Er ist nicht der einzige, der sich darüber ärgert. Eine weitere Leserin wandte sich wegen des Mülls in diesem Bereich schon an die Mittelbayerische.
Zudem sagt Stefan Bohle aus der Geschäftsführung des Bereichs Milch und Produktion bei Bayernland: „Das Thema ist für uns als lebensmittelverarbeitender Betrieb selbstverständlich mehr als störend.“ Das städtische Grundstück vor dem Milchwerk werde schon länger als Ablage für gelbe Müllsäcke missbraucht. Bei Wind und schlechtem Wetter lösen sich diese auf und der Inhalt verteilt sich, beschreibt er die Konsequenzen. Deswegen lasse Bayernland den umliegenden Bereich dann regelmäßig durch Mitarbeiter aufräumen.
Warnschild und Absperrbänder
Zudem habe das Umweltamt dem Unternehmen erlaubt, ein Warnschild und Absperrbänder an der Stelle anzubringen, um sich vor den Müllsündern zu schützen. „Stop. Gelbe Säcke und Müll abladen verboten. Zuwiderhandlungen werden zur Anzeige gebracht“, ist auf dem laminierten Stück Papier zu lesen. „Sollte das nicht zum gewünschten Erfolg führen, stehen wir schon mit weiteren Ämtern in Verbindung, um eine nachhaltige Lösung für das Problem zu finden“, kündigt Bohle an.
Daria Ezazi, Head of Corporate Communications bei der Toom Baumarkt GmbH, kennt das Problem ebenfalls. „Auch, wenn zwischendurch Mitarbeitende des Toom-Baumarktes den groben Müll beseitigen, obliegt die Aufgabe der regelmäßigen Müllentsorgung der Stadt“, verdeutlicht sie. Allerdings fragt sich von Weyhe inzwischen: „Kommt die Stadt hier nicht hinterher?“
Die Verwaltung hat laut Katrin Butz von der städtischen Pressestelle bereits einiges versucht. „Dies ist bislang leider ohne Erfolg geblieben“ sagt sie. Der Grünzug und das Straßenbegleitgrün werden seit etwa drei Jahren immer wieder gezielt vermüllt, berichtet Butz. Vor allem in den Abend- und Nachtstunden am Wochenende werde der Abfall verteilt. Deswegen habe das Gartenamt die Polizeiinspektion (PI) Nord sensibilisiert. Sogar mit Hilfe eines Sicherheitsdienstes sei versucht worden, den oder die Täter zu ermitteln. Aber auch das brachte nichts. Deswegen bittet Butz die Regensburger darum, sachdienliche Hinweise, die helfen können, den oder die Täter zu ermitteln, an die PI Nord weiterzugeben. Diese ist unter der Telefonnummer (0941) 5 06 22 21 zu erreichen.
Zeugen gesucht
Thomas Hasler, Pressesprecher der PI Nord, erklärt, dass es sich bei den meisten dieser Fälle im Stadtnorden um Ordnungswidrigkeiten mit Zuständigkeit der Stadt handelt. Sollte die Polizei derartige Vermüllungen sehen oder ihren Verursacher schnappen, wird sie diese Ordnungswidrigkeiten anzeigen. Sie sind mit einem Bußgeld durch die Stadt bewährt.
Wie Butz erklärt auch Hasler, dass bisher nicht bekannt ist, ob es eine einzelne Person ist oder mehrere unterschiedliche Verursacher, die den Müll einfach an die Seiten der Nordgaustraße und der Donaustaufer Straße werfen. Deswegen sind die Ermittler auf Hinweise von Zeugen angewiesen, die den oder die Verursacher bei der Tat beobachten.

