Bekleidungsgeschäfte, Bikepark, Praktika: Stadt Berching reagiert auf Wünsche der Jugendlichen

Einkaufsläden, Bikepark, Skateanlage und Kontakte zu Firmen in der Region: Unter anderem diese Wünsche hatten Jugendliche Anfang Oktober bei der Jugendversammlung in Berching genannt. Jetzt informiert die Stadt, welche Ideen umgesetzt werden – und welche utopisch sind.
Dazu hat sich der Fachbeirat für die Jugend getroffen. Rund 20 Vertreter von Vereinen, Mitglieder des Stadtrates (darunter Jugendbeauftragter Lothar Bierschneider und Dritte Bürgermeisterin Petra Merkert) sowie zuständige Mitarbeitende der Verwaltung trafen sich im Sitzungssaal des Rathauses.
Der Arbeitsauftrag lautete: Die Projektideen und Anregungen der über 100 Jugendlichen (Jugendversammlung und Online-Umfrage) zu ordnen und zu priorisieren. Die Beteiligten hatten Anfang Oktober unter anderem aufgelistet: Bayern-WLAN, mehr Mülleimer, Berli-Kino beleben, Snackautomaten aufstellen, Tante-Emma- und Unverpackt-Läden eröffnen sowie Freizeitanlagen errichten.
Tauschbörse statt Bekleidungsgeschäfte in Berching?
Damals hatten sich zahlreiche Jugendliche auch mehr Läden in der Innenstadt gewünscht, unter anderem Bekleidungsgeschäfte. Das wird aber wohl nur ein Wunschdenken bleiben. Dass sich neue Geschäfte in einer Innenstadt ansiedeln, in der es immer weniger Läden gibt, ist sehr unwahrscheinlich. „Da die Ansiedlung von Geschäften durchaus langwierige Angelegenheiten sein können, möchte man mit einer Kleidertauschbörse ein Alternativangebot schaffen“, bringt die Stadt eine andere Option ins Spiel.
Auch der Bereich Sport-Freizeitanlagen (Bikepark, Skateanlage und Outdoor-Fitnessgeräte) steht bei Jugendlichen in Berching hoch im Kurs. Ob davon etwas umgesetzt wird, steht noch nicht fest. Aus dem Rathaus heißt es dazu: Die Teilnehmenden des Beirats seien sich einig gewesen, dass nicht alles umsetzbar sei. „Man nehme die Anregungen jedoch ernst und möchte auch kurzfristig prüfen, ob Anschaffungen die Attraktivität der Kommune für Jugendliche steigern können“, teilt die Stadt dazu mit.
Bei der Sitzung kam immer wieder zur Sprache, dass die Kulturfabrik als erhaltenswert und zu erneuern sei. Das Landratsamt duldet die Nutzung des alten Gebäudes seit Jahren. Konkrete Pläne, wie und wie lange es mit der Kulturfabrik weitergeht, gibt es nach Auskunft der Stadt derzeit nicht. Jugendliche wünschen sich zudem Erste-Hilfe-Kurse an Schulen. Ob diese machbar sind, wolle man prüfen, teilt das Rathaus mit.
Berufsmesse ist 2025 in Berching geplant
Umgesetzt wurde dagegen bereits die Taschengeldbörse, bei der Jugendliche kleine Aufgaben im Alltag (Gassi gehen, einkaufen) erledigen und dadurch ihr Taschengeld aufbessern können.
Auch die erste Berufsmesse in Berching hätte bereits stattfinden sollen. Jugendliche hatten mehrfach den Wunsch geäußert, Kontakte zu Firmen in der Region zu knüpfen, um Praktika zu absolvieren. Jugendpflegerin Julia Ehrensberger und Veronica Platzek vom Stadtmarketing hatten ursprünglich für Anfang November eine Berufsmesse in der Europahalle geplant. Aufgrund des dortigen Schadens fiel die Veranstaltung ins Wasser. Jetzt soll sie am 15. November 2025 über die Bühne gehen.
Nicht nur die Gemeinde, sondern vor allem die Vereine in der Großgemeinde sind es, die Angebote für Jugendliche schaffen. Auch anwesende Vereinsvertreter sollen prüfen, welche Ideen vor Ort umzusetzen sind.
„Das ist genau die Dynamik, die sich durch Vernetzung ergeben soll“, sagt Ehrensberger, die das Ziel hat, den 2019 erstellten Kinder- und Jugendplan fortzuschreiben. Nach den Gesprächen soll es auch in die Phase gehen, in der Ideen umgesetzt werden. Weiter geht es am 23. Januar. Dann sollen nach Wunsch der Stadt auch mehr Jugendliche im Fachbeirat mitwirken und diskutieren.