Snackautomat, Kino, Skateanlage, MTB-Trails: Das wünschen sich Jugendliche in Berching

Von Bernhard Neumayer · 6. Oktober 2024 um 17:00

Was würde ich tun, wenn ich Bürgermeister wäre? Mit dieser Frage setzten sich rund 50 Jugendliche bei der Jugendversammlung in der Kulturhalle Berching auseinander. Sie fanden darauf viele Antworten. Was davon irgendwann umgesetzt werden könnte, steht aber noch in den Sternen.

Am Mittwochabend ging es zuerst einmal darum, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zu Wort kommen zu lassen. Die Zwölf- bis 21-Jährigen der Großgemeinde waren dazu eingeladen worden. Gekommen waren vor allem Kinder und Jugendliche im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren. Sie äußerten ihre Bedürfnisse und Wünsche gegenüber der Stadtpolitik. Neben den Jugendlichen waren auch Vertreter aus Vereinen sowie Mitglieder des Berchinger Stadtrates anwesend.

Berching: WLAN und mehr Läden gewünscht

Im Kern wurde sich zu den Themen Stadtbild, Schule, Ehrenamt, Vereine, Treffpunkte (Indoor und Outdoor) sowie Ferien und Freizeit ausgetauscht, wie die Stadt in einer Pressemitteilung schreibt. Auf die Frage, was man als Bürgermeister ändern würde, antworteten Jugendliche: überall Bayern-WLAN einrichten, mehr Mülleimer aufstellen und das Berli-Kino wieder eröffnen.

Hoch im Kurs stehen beim Nachwuchs auch Snackautomaten, wie zu hören war. Auch soll durch verschiedene Geschäfte, Cafés, Tante-Emma- sowie Unverpackt-Läden die Stadt wieder belebt werden, wenn es nach den Jugendlichen geht.

In der Stadt wünschen sich Jugendliche beispielsweise mehr Bänke und Schattenplätze sowie einen Trinkbrunnen. Als mögliche neue Freizeitanlagen stellen sich manche eine Skateanlage, Mountainbike-Trails, ein Jugendtheater und Public Viewing vor.

In den Schulen stören manche Jugendliche nach eigenen Angaben zu wenig Praktikamöglichkeiten, kaputte Sofas und fehlende Aufklärung über Drogen und Vapes (E-Zigaretten).

Während viele der Anwesenden mit dem Ferienprogramm sehr zufrieden sind, schneidet das Angebot an Weggeh-, Feier- und Freizeitmöglichkeiten deutlich schlechter ab. Das vielfältige Vereinsangebot dagegen kommt bei den meistens Jugendlichen gut an.

Valeria aus Berching lobte vor allem die Taschengeldbörse. Ein Projekt, bei dem Jugendliche kleinere Aufgaben im Alltag anderer Menschen übernehmen und dadurch Taschengeld erhalten. Leoni aus Rübling sprach ein anderes Thema an: „Bei uns im Dorf gibt’s keine Mülleimer.“

Demo gegen Rechts angeregt

Auch Magdalena liege die Umwelt sehr am Herzen, weshalb sie sich an einer Rama Dama-Aktion beteiligen möchte, wie sie sagt. Und Emilia aus Berching fände mehr Aktionen gegen Rechts gut: „Eine Demo wäre zum Beispiel cool.“

Wer am Mittwochabend bei Pizza und Musik der lokalen Band Blacktory nicht dabei sein konnte oder wollte, hatte die Möglichkeit, an einer Online-Umfrage teilzunehmen. Nach Angaben der Stadt nutzten vor allem ältere Jugendliche diese Option. Die 22 Teilnehmerinnen und Teilnehmer seien im Großen und Ganzen zufrieden mit ihrem Wohnort und können sich gut vorstellen, noch länger hier zu wohnen.

Als Verbesserungsvorschläge teilten sie mit, dass mehr für ältere Jugendliche angeboten werden sollte: weitere Veranstaltungen in der Innenstadt, mehr Einkaufsmöglichkeiten und bessere Busverbindungen in die umliegenden Dörfer.

Jugendlich sprachen sich auch dafür aus, die Musik-Proberäume zu behalten beziehungsweise ein Musikhaus neu zu bauen. Auch solle Blasmusik gefördert und damit weiterentwickelt werden.

„Wir sind sehr zufrieden mit dem Zuspruch der Jugendlichen. Es war eine tolle Atmosphäre, die Jugendlichen haben wahnsinnig gut mitgemacht, hatten Spaß und nutzten die Chancen, zu Wort zu kommen“, teilen Jugendpflegerin Julia Ehrensberger und Veronica Platzek (Leiterin des Sachgebietes Stadtmarketing/Jugend/Schule) mit. Beteiligt waren auch die Jugendreferenten des Stadtrates (Lothar Bierschneider und Achim Christl), Jugendbetreuer Bernd Knüfer sowie Luisa Hofmann von der Kommunalen Jugendarbeit des Landkreises.

Die Anregungen der Jugendlichen werden nun ausgewertet, um am 2019 erstellten Kinder- und Jugendplan der Stadt fortzuschreiben. Am 25. Oktober formiert sich der Jugendfachbeirat und spricht über die Wünsche der Jugendlichen.

In das verwaiste Kino Berli in Berching soll nach Ansicht der Jugendlichen wieder Leben einkehren. Foto: Bernhard Neumayer
In Sengenthal gibt es testweise einen Snackautomaten. Manche Jugendliche in Berching wünschen sich auch einen. Foto: Andreas Meyer
Zwei Jugendliche aus Berching notieren ihre Wünsche. Foto: Veronica Platzek.
Rund 50 Jugendliche waren zur Jugendversammlung in die Kulturhalle Berching gekommen. Foto: Veronica Platzek