Dirtpark, Busverkehr, Radwege: Neumarkter Jugend nennt ihre Anliegen, OB verspricht zu handeln

Von Wolfgang Endlein · 9. November 2024 um 19:00

Was wollen die jungen Neumarkter? Diese Frage stellt sich das Rathaus. Auf eine große Online-Befragung folgte nun ein Jugendforum, bei dem die Jugendlichen ihre Anliegen weiter ausarbeiteten. Der Rathauschef selbst versprach im Gegenzug, dass es nicht nur beim Reden bleiben soll. Kein Wunder: Die Jugendlichen formulierten teils sehr machbare Anliegen.

„Ich bin der Markus“, stellte sich Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn den fast 30 Jugendlichen vor, die zum ersten Jugendforum ins G6 gekommen waren. Was prompt zur Frage eines Jugendlichen führte, warum er denn kein Namensschild wie alle anderen trage. Die Lacher waren ihm sicher, und Ochsenkühn verfolgte fortan dank eines Aufklebers, klar als „Markus“ erkennbar, den Fortgang.

Die lockere Atmosphäre verhinderte aber nicht, dass die Jugendlichen im Plenum, an Pinnwänden und in moderierten Workshops ernsthaft ihre Ziele auf verschiedenen Feldern erarbeiteten.

Wie zielstrebig Jugendliche eine Plattform nutzen, wenn sie ihnen angeboten wird, zeigte insbesondere eine geschlossen auftretende Gruppe Jungs. Der Dirtpark in der Hasenheide liegt den BMX-Fahrern spürbar am Herzen.

Dirtpark in der Hasenheide war starkes Thema bei Jugendforum

„Ich bin ihn vor einem Jahr noch sehr gerne gefahren“, erzählte Joschi. Inzwischen sei er aber in einem schlechten Zustand, erklärte Hanno. Sie hätten selbst schon viel versucht, in Eigenregie die Unebenheiten in den Rampen und Sprüngen zu beheben, aber es sei zu viel für sie.

Im Workshop lauschte der Rathauschef, wie die Gruppe überzeugend ausführte, was zu tun sei und dass sie bereit seien, mit anzupacken. „Es sind keine unfassbaren Wünsche“, bilanzierte der OB nicht nur in Bezug auf den Dirtpark. Mehr Radwege, bessere Busverbindungen in die umliegenden Orte, ein Bolzplatz mit Basketballkorb, eine Wand für Graffiti und ein Beachvolleyball-Feld waren nur einige der Anliegen.

Die Ergebnisse aus dem Jugendforum und der Online-Befragung will Ochsenkühn im Stadtrat vorstellen lassen und in die Politik des Rathauses als Orientierungshilfen einfließen lassen. „Das hilft uns im Stadtrat. Uns interessiert wirklich, welche Themen Ihr habt“, sagte der OB zu den Jugendlichen. „Wir treffen im Stadtrat viele Entscheidungen, die auch die nächsten Generationen betreffen.“ Das zentrale Versprechen Ochsenkühns aber lautet: Es werde nicht nur beim Reden bleiben, sondern es soll auch etwas in die Praxis umgesetzt werden.

„Es war der Start für etwas, was wir verstetigen wollen“, bekräftigte auch Anke Auer, Leiterin des städtischen Jugendbüros, die Ernsthaftigkeit hinter dem Jugendforum. Mit dem Start und der Zahl von rund 30 Jugendlichen war Auer sehr zufrieden.

Die Stadt Neumarkt und der Dönerpreis

Und was sagen die Jugendlichen? „Wegen der Pizza“, antwortete Aron auf die Frage, warum er gekommen sei. Sein engagiertes Mitdiskutieren während des Jugendforums lässt darauf schließen, dass die versprochene Pizza nach dem ernsten Teil nicht allein Motivation gewesen sein kann. In der Schule hätten sie von der Veranstaltung gehört, erklärt Arons Freund Timo. Die beiden Schüler finden das Jugendforum eine gute Sache – wenn dabei auch etwas herauskommt. Nur dann wünschen sie sich eine Wiederholung.

Klar ist aber auch: Nicht alle Wünsche werden wahr werden. Das erklärte Ochsenkühn einschränkend zum Start des Jugendforums und nannte ein Beispiel: den in der Online-Befragung genannten Dönerpreis, der günstiger werden solle. „Da tue ich mich schwer“, sagte der OB lachend.

Wobei, manchmal scheint mehr möglich, als man denkt. Anke Auer erklärte nämlich: Man habe mit einem Döner-Laden gesprochen. In der Folge werde dieser demnächst einen Aktionstag mit günstigen Preisen für Jugendliche anbieten.

Aufmerksam lauschte Neumarkts Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn den Themen der Jugendlichen beim Jugendforum. Foto: Endlein