Neumarkter Jugendliche haben geliefert, jetzt ist OB und Stadtrat gefordert

Wir müssen die Jugendlichen ernst nehmen. Es ist ein Satz, der gut klingt. Die meisten Menschen würden ihn unterschreiben, allen voran Politiker. Ihn zu sagen, ist das eine. Ihn mit Leben zu füllen, etwas anderes. Woran sich das Jugendforum im G6 messen lassen müssen wird, kommentiert MZ-Redakteur Wolfgang Endlein.
Es kann ein Start für einen Prozess sein. Er könnte zu einer bislang fehlenden Plattform führen, auf der junge Neumarkter ihre Anliegen an die Entscheider im Rathaus herantragen können. Aber wie das mit Prozessen so ist: Mit einem Mal ist es nicht getan. Soll das Jugendforum etwas bewirken, müssen junge Neumarkter von nun an regelmäßig beteiligt werden. Nur so kann ein solches Format an Glaubwürdigkeit gewinnen und sich unter Jugendlichen verbreiten, dass es etwas bringt, sich dort zu beteiligen.
Zur Glaubwürdigkeit gehört außerdem, dass es nicht nur beim Reden bleibt, sondern auch Anliegen aus dem Jugendforum umgesetzt werden. Klar: Kostenlose Spezi-Automaten aufstellen oder eigene Geschäfte für Videospiele betreiben, kann die Stadt nicht. Eine Mehrzahl der Anregungen aus dem Jugendforum sind aber bemerkenswert pragmatisch und damit eines: umsetzbar. Man muss die jungen Neumarkter nicht nur ernst nehmen, man kann es auch ruhigen Gewissens tun.
