Der kleine Prinz und die Mädchen: Familienoper hat in Regensburg Premiere

Von Marianne Sperb · 6. November 2024 um 09:45

Das Theater bringt den Weltbestseller auf die Bühne – als ambitionierte Produktion fürs junge Publikum und mit dem Mädchenchor der Domspatzen.

„Der kleine Prinz“ gilt nach Bibel und Koran mit 500 Millionen Exemplaren als eins der meistverkauften Bücher der Welt. Die philosophisch-poetische Erkenntnis „Man sieht nur mit dem Herzen gut“ wurde so bekannt, wie sonst nur Werbeslogans vom Schlag „Mars macht mobil“. Klarer Fall also, dass die Scala den Stoff unter ihre Fittiche nahm und zum ersten Mal einen zeitgenössischen Komponisten mit einer Oper für junges Publikum beauftragte: Pierangelo Valtinoni – Spezialist des Genres, viel gespielt – ließ sich von der berühmten Geschichte von Antoine de Saint-Exupéry inspirieren.

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2022 hatte „Der kleine Prinz“ in Mailand Uraufführung, jetzt kommt er nach Regensburg: In einer neu und auf Deutsch geschriebenen Fassung, auch um eine Schlüsselszene ergänzt und eine knappe halbe Stunde länger ist als die Scala-Version. Explizit, „um dem Theater Regensburg die Möglichkeit zu einer Kooperation zu geben“, sagt Chefdramaturg Ronny Scholz, der Regie führen wird.

Kooperation? – Der Mädchenchor der Regensburger Domspatzen nimmt erstmals eine feste Rolle auf der Regensburger Theater-Bühne ein. Auch für Lucia Birzer wird es eine Premiere: Die neue Chordirektorin und Kapellmeisterin, gerade Finalistin im Wettbewerb um den Deutschen Chorpreis geworden, hat die musikalische Leitung.

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Das Theater legt sich also fürs junge Publikum ins Zeug und wird großzügig unterstützt von den Theaterfreunden, die außerdem zum Auftakt Lebkuchen verteilen. Dennoch: Der Prinz ist „kein Kinderstück, sondern eine echte Familienoper, für Menschen von acht bis 108“, betont Ronny Scholz, der er auf philosophische Tiefe und durchaus melancholische Grundierung des Werks eingeht. Schließlich erzählen der Pilot und der Prinz vom Verlust der Kindheit.

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Scarlett Pulway singt die Titelpartie und mit Puppenspielerin Johanna Kunze kommt eine Reihe allerherrlichster Großpuppen zum Einsatz, inklusive Reisetaschen-Zieharmonika-Fuchs. Erdacht und gebaut hat Figuren Andreas Becker, der viel Erfahrung von der Augsburger Puppenkiste mitbringt und für Regensburg auch fantasievolle Kostüme und eine sehr raffinierte Bühne entwirft. Das Publikum schaut anfangs ins Kinderzimmer einer zerrütteten Familie, in der keiner Zeit hat für den kleinen Sohn, der davon träumt, Pilot zu werden. Alles, was der Junge später, als sein Traum wahr wird, erleben wird, ist im übergroßen Raum bereits im Kleinen angelegt. Das rote Flugzeug, das später in der Wüste abstürzen wird, hängt als schon als kleines Spielzeug an der Wand.

„Der kleine Prinz“ hat am 9. November (18 Uhr) Uraufführung im Theater am Bismarckplatz.

Scarlett Pulwey singt die Titelrolle als Prinz, mit an Bord: herrliche Puppen. Foto: Marie Liebig