Kunstvoll und unerschrocken: StimmGold feiert Jubiläum

Von Andreas Meixner · 6. November 2024 um 09:15

In den zehn Jahren seit der Gründung hat sich die Formation einen Namen mit Strahlkraft gemacht. Am 8. November gibt StimmGold sein Jubiläumskonzert im Theater Regensburg.

Die Vokalmusikszene ist bisweilen ein hartes Brot. Viele Formationen sprießen aus dem Nährboden einer reichen Chormusiktradition der Domstadt Regensburg, etliche Neugründungen gab es gerade in den vergangenen zehn Jahren. Sie alle ringen um Aufmerksamkeit in einem zunehmend dichteren Konzertkalender in der Region. Darin konnte sich das StimmGold Vokalensemble in den zehn Jahren seines Bestehens bestens etablieren. Längst hat es den heimatlichen Kulturraum durchbrochen und konzertiert mittlerweile europaweit.

Seine Anfänge nahm StimmGold an der Hochschule für katholische Kirchenmusik und Musikpädagogik in Regensburg, als zunächst bunt zusammengewürfelte Sängerschar in einem Kursangebot für Ensemble-Gesang von Klaus Wenk, selbst über viele Jahrzehnte ein legendäres Mitglied von Singer Pur und mittlerweile umtriebiger Leiter der Kultur- und Begegnungsstätte Aurelium in Lappersdorf. Der Impuls von Wenk setzte die Keimzelle für die Idee, eine eigene Gruppe zu gründen.

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Schnell formte sich der Wunsch, mehr als eine studentische Gelegenheitsformation zu sein, hin zu Professionalität mit hoher künstlerischer Qualität und eigenem Profil zu finden. Die Affinität zu zeitgenössischer Musik führte auch bald zur Gründung des Regensburger Kompositionswettbewerbs. Dessen Preisträgerwerke meist unmittelbar Bezug auf die spezifische vokale Kleinbesetzung nehmen und später fester Teil des Repertoires von StimmGold werden. Im Zusammenspiel mit dem klassischen Kanon der Vokalmusik schufen sich die sechs Sängerinnen und Sänger damit binnen weniger Jahre einen hohen Erkennungswert. Zuletzt sorgte die außergewöhnliche, grenzüberschreitende und nahezu avantgardistische Beschäftigung mit der Musik von Max Reger zum 150. Geburtstag des Komponisten für großes Aufsehen. In ihrer dritten CD mit dem Titel „Durch den Wald“ (auch erschienen bei Spektral Records) schlagen sie die Brücke zwischen Kunst und aktuellen ökologischen Fragen, verschränken die Musik Regers auf moderne und wegweisende Art, weit über einen geschickten und spannenden Interpretationsansatz hinaus.

„Hätten wir uns StimmSilber nennen sollen?“

StimmGold war mehrfach für den Opus Klassik und für den Preis der deutschen Schallplattenkritik nominiert und holte jüngst den zweiten Preis beim internationalen, in Amerika ausgerufenen A-cappella-Wettbewerb CASA. Die Sängergruppe wird zunehmend wahrgenommen und geschätzt, ist selbst ein gefragter Partner bei Workshops und bei Veranstaltungen der großen Chormusikszene. Das Konzept aus vokaler Kunstfertigkeit und unerschrockener Programmatik hat sich seit 2014 als höchst tragfähig erwiesen. Alle Mitglieder haben – neben dem Engagement bei StimmGold – ihre persönliche Karriere vorangetrieben und sind als Dozenten, Solisten, Dirigenten, Lehrer und Autoren längst bestens beschäftigt. Von der individuellen Vielseitigkeit und Erfahrung profitiert auch das gemeinsame Projekt StimmGold.

Beim Jubiläumskonzert werden in der musikalischen Rückschau auf zehn Jahre StimmGold viele Titel aus dem Kernrepertoire zu hören sein. Die Konzertbesucher werden auch ehemalige Mitglieder mit der aktuellen Besetzung noch einmal gemeinsam erleben. Und mit Josef Rheinbergers beliebten „Abendlied“ wird das Publikum aktiv ins Konzert einbezogen.

Die Frage nach dem durchaus selbstbewussten Ensemblenamen wird übrigens schnell mit einer Gegenfrage beantwortet: „Hätten wir uns denn StimmSilber nennen sollen?“ Das stimmt auch wieder. Herzlichen Glückwunsch.

Jubiläumskonzert

StimmGold gibt ein Jubiläumskonzert: am 8. November (19.30 Uhr) im Theater Bismarckplatz: www.theaterregensburg.de.

Zu hören sind Klassiker der romantischen Chormusik, barocke Perlen, neue Stücke, die eigens für das Ensemble komponiert wurden, Titel der jüngsten CD und Pop-Arrangements.