Ein zweites Leben für Rock und Hose: Großer Andrang bei Kleidertausch-Party in Waldmünchen

Eine Kleidertausch-Party war im Mehrgenerationenhaus (MGH) in Waldmünchen am Sonntag wieder angesagt. Nachdem die erste Aktion im vergangenen Jahr ein durchschlagender Erfolg war, stand der Wiederholung nichts im Weg.
Auch in diesem Jahr war der Andrang groß. Bereits geraume Zeit vor dem offiziellen Beginn um 10 Uhr standen rund um das MGH Interessentinnen in Gruppen zusammen und warteten geduldig. Auch einige Männer waren auszumachen. Warum sie die Gelegenheit nutzen? „Ich lass mich überraschen – irgendetwas findet man immer“ sagte eine Besucherin. Andere hatten wohl ganz bestimmte Vorstellungen. Hose oder Rock, Jacke oder Pullover – die Wünsche waren unterschiedlich.
Zwölf ehrenamtliche Helferinnen um die MGH-Mitarbeiterinnen Nadine Himmelhuber und Kristina Schlaegel waren bereits am Samstag gefordert. Ab 8 Uhr durften die nicht mehr benötigten Kleidungsstücke abgegeben werden. Bereits gleich zu Beginn standen die ersten vor der Tür, und um 9 Uhr – so Himmelhuber – hatten immerhin fast 20 Personen ihre mitgebrachten Schätzchen präsentiert.
Bei der Kleidertauschparty im Vorjahr hatten sie Erfahrungen gesammelt. So nehmen sie in diesem Jahr pro Person maximal zehn Kleidungsstücke an. Und es wird auch etwas genauer hingeschaut: Verflecktes wird zum Beispiel nicht angenommen. Es müsste am Ende entsorgt werden – und dafür haben die Aktiven keine Ressourcen. Die Tische füllten sich schnell, dann begann die eigentliche Arbeit. Sortieren war angesagt, Jeans wurden zum Beispiel auf Tischen nach Größen geordnet.
Unterstützung aus dem näheren Umfeld
Unterstützung bekommt das Team von vielen anderen Seiten. So hat zum Beispiel Mode Alex Kleiderständer und Bügel bereitgestellt, Kleiderstangen kommen von Michael Gruber und weitere Bügel aus dem Kleiderstadl der Malteser. Der Kleiderstadl bekommt im Übrigen – genau wie im Vorjahr – diejenigen Stücke, die keine neuen Liebhaber gefunden haben. Viele Fragen habe es im Vorfeld gegeben, so Himmelhuber. Auf alle hatte sie eine Antwort: Auch am Sonntag dürfe noch Kleidung gebracht werden; und es gehe alles: Nur holen oder nur bringen. Das Ziel sei schließlich: Gute Kleidung soll im Umlauf bleiben. Außerdem seien es auch Erfolgserlebnisse, lacht Himmelhuber: Das Abgeben befreit – und das Abholen ist eine tolle Sache, schließlich kann man sich über ein neues Lieblingsstück freuen.
Am Sonntag war im MGH ständig Betrieb. Kleiderständer füllten die Räume Waldmünchen und Combourg. Im Raum Waldmünchen kamen die Herren auf ihre Kosten, zusätzlich gab es hier Sportkleidung und Accessoires. Im ersten Stock durften die Damen nach Herzenslust stöbern. Was nicht fehlen durfte, war die Möglichkeit zur Anprobe. Stilsicheren Rat gab es dabei nicht nur von Renate Kricner. Auch diejenigen, die warten mussten, hatten Ratschläge parat. Möglichkeiten zur Anprobe wurden genutzt, und bald nahmen die Besucher die Gelegenheit zur ersten Pause wahr. In den Räumen Elz und Klenci durften die Kinder nach Herzenslust spielen. Auch Steine konnten hier bemalt werden, zusätzlich gab es Glitzertattoos.
Damit die Gemütlichkeit nicht auf der Strecke bleibt, war der offene Treff wieder als Café geöffnet. Bäckerinnen hatten selbst gebackene Kuchen gespendet. Für den musikalischen Background sorgte Majus Holzmann. Die ergatterten Schätzchen wurden untereinander begutachtet, die eine oder andere größere oder kleinere Spende füllten die aufgestellten Schweinchen. Das Fazit der Veranstalter: Es war wieder einmal eine gelungene Veranstaltung.

