Angstorte für Kinder im Norden von Regensburg: Das sagt die Polizei

Von Heike Haala · 28. Oktober 2024 um 15:00

Auf Fragebögen und während Streifzügen mit den Verantwortlichen durch ihr Umfeld machten die jüngsten Reinhausener und Weichser bei der Erstellung der Spielleitplanung für diesen Bereich Regensburgs deutlich, dass es hier Stellen gibt, die sie meiden. Die Polizei hat dies im Blick.

Denn während beispielsweise das Donaueinkaufszentrum, das Reinhausener Regenufer, der Radi-Spielplatz, der Spielplatz in der Lechstraße oder der Bolzplatz von SG Walhalla und SV Sallern auf den Top-Plätzen der beliebtesten Orte landeten, machen die Befragten an anderer Stelle des Dokuments deutlich, was ihnen den Spaß in ihrem Umfeld verleidet: angsteinflößende Leute, Scherben und Müll, alkoholisierte Menschen, aber auch Stellen, die sie als unheimlich, zu dunkel oder gefährlich empfinden. An einer Bushaltestelle sollen Mädchen sogar von Freiern angesprochen worden sein.

Was sagen also die Ordnungshüter zu der Angst der Kinder aus dem Stadtnorden? Auf Anfrage erklärt Thomas Hasler, Pressesprecher der Polizeiinspektion (PI) Regensburg Nord, dass in den Stadtteilen Weichs und Reinhausen keine größeren Gefahren für Kinder bestehen als in der gesamten Stadt Regensburg. „Wie in allen städtischen Bereichen gibt es auch hier vereinzelte Problemfelder, die wir intensiv beobachten und im Bedarfsfall mit gezielten Kontrollaktionen reagieren“, sagt er.

Große Straßen und DEZ-Bushaltestelle im Fokus

Insbesondere im Straßenverkehr achten Hasler und seine Kollegen auf kritische Stellen, die für minderjährige Verkehrsteilnehmer potenziell gefährlich sein könnten. Zudem habe die Polizei vermehrt Situationen im Blick, die sich durch Jugendgruppen im Bereich der Bushaltestelle am Donaueinkaufszentrum während der Frühlings- und Sommermonate entwickelten, nennt er eine Stelle, die im Fokus liegt. Auch die Umgebung von Bordellbetrieben wird regelmäßig kontrolliert, um mögliche Gefahrenquellen für Kinder und Jugendliche zu minimieren, erklärt der Pressesprecher der PI Nord.

Die Polizei setze generell gezielte Maßnahmen ein, um diesen Entwicklungen frühzeitig entgegenzuwirken und die Sicherheit der Kinder zu gewährleisten.

Als einen Ort, den sie meiden, bezeichneten die befragten Kinder und Jugendlichen bei der Erstellung der Spielleitplanung etwa die Grünfläche in der Isarstraße. Vor allem im Gebiet östlich der Nordgaustraße komme es zudem vor, dass uneinsichtige Grünflächen auch von alkohol- und oder drogenkonsumierenden Menschen aufgesucht werden, ist weiter darin zu lesen. Als zusätzliches Problem werden in der Spielleitplanung für Reinhausen und Weichs die großen Hauptverkehrsachsen genannt: Sie wirken sich laut der Studie wie Barrieren für Kinder und Jugendliche aus, die sie nicht überqueren können und sie so in der Mobilität einschränken. Die Stadt will darauf nun mit kurz-, mittel- und langfristigen Maßnahmen reagieren.