Klinikneubau in Burglengenfeld wird deutlich teurer als geplant

Von Thomas Rieke · 23. Oktober 2024 um 05:00

Um es vorweg zu nehmen: Der neueste Bauabschnitt für die Asklepios-Klinik im Städtedreieck wird nicht nur um mindestens ein halbes Jahr später fertig als geplant, er wird auch deutlich teurer. Ungeachtet dessen dominierte am Dienstag die Freude. Denn auf der Großbaustelle wurde Richtfest gefeiert, was seit jeher ein bedeutsamer Moment ist.

Wie berichtet, wird das Burglengenfelder Krankenhaus mit einem zweistelligen Millionenbetrag fit für die Zukunft gemacht. Direkt im Anschluss an den bestehenden Südflügel wurde seit dem Spatenstich im Frühjahr 2023 auf einer Grundfläche von 750 Quadratmetern ein mehrgeschossiger Baukörper hochgezogen.

Das neue Labor ist fast schon fertig

Er soll im wesentlichen für Pflegestationen dienen. Sie werden 34 Zimmer mit 64 Betten umfassen. Dabei handelt es sich nicht um eine Erhöhung der Kapazitäten, sondern zeitgemäßen Ersatz für Räume im Altbau, wo für die Modernisierung verschiedener Einrichtungen Platz geschaffen werden sollte. Das neue Labor, so berichtete der Landshuter Architekt Manuel Hilmer, könne bereits zum Jahresende in Betrieb genommen werden.

Das Krankenhaus im Städtedreieck sorgt aktuell aus verschiedenen Gründen für Schlagzeilen. Kürzlich wurde beispielsweise ein Herzstück der Ärzteschaft in den Ruhestand verabschiedet. Mehr dazu lesen Sie hier.

Kathrin Hofstetter, Geschäftsführerin der Klinik, erinnerte vor geladenen Gästen, Handwerkern und Mitarbeitern an die lange Tradition sogenannter Hebefeiern, die sich bis ins 14. Jahrhundert zurückverfolgen lasse. Der abergläubische Charakter von damals sei zwar verflogen, geblieben aber sei das Gefühl, für ein großes Werk einen Meilenstein zurückgelegt zu haben.

Schnittstelle bereitet Kopfzerbrechen

Hofstetter betonte, der Krankenhaus-Konzern und der Freistaat investierten gemeinsam in Burglengenfeld viel Geld, um ein „Qualitätskrankenhaus vor unserer Haustüre“ zu schaffen. Mit dem Neubau befinde man sich auch tatsächlich im Zeitplan. Probleme gebe es allerdings mit der Schnittstelle zum Bestand. Obwohl im Vorfeld Untersuchungen durchgeführt worden seien, habe es bei dem Trakt, der über 70 Jahre alt sei, ein paar unangenehme Überraschungen gegeben. Diese würden zu statischen Nachbesserungen zwingen. Daher lasse sich der ursprünglich ins Auge gefasste Fertigstellungstermin nicht mehr halten.

Mehrkosten zu Lasten des Konzerns

Die MZ hakte nach: Der Bauabschnitt war mit rund 22 Millionen Euro veranschlagt. 70 Prozent wollte der Freistaat zuschießen, den Rest sollte Asklepios zahlen. Die unerwarteten Mehrkosten gehen laut Regionalgeschäftsführer Johann Bachmeyer voll zu Lasten des Klinikbetreibers, denn die Fördermittel seien gedeckelt. Um wie viel Geld es geht, wollte Bachmeyer spontan nicht direkt beantworten. Mit einer halben Million Euro sei es aber nicht getan, räumte er ein.

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2. Bürgermeister Josef Gruber (CSU) erklärte im Namen des verhinderten Rathauschefs Thomas Gesche, mit dem Neubau werde nicht nur Infrastruktur geschaffen, die „höchsten Ansprüchen gerecht“ werde, es werde auch ein „starkes Zeichen für die Zukunft der medizinischen Versorgung im ländlichen Raum gesetzt“. Das neue Gebäude trage dazu bei, die Ziele der aktuell viel diskutierten Krankenhausreform zu verwirklichen, sagte Gruber. Die gewonnenen Räumlichkeiten böten nicht nur modernste Technik, sondern für Patienten und Mitarbeiter auch eine ansprechende Umgebung, was einer Genesung förderlich sei.

Mit der Reform, die Gesundheitsminister Karl Lauterbach als unausweichlich bezeichnet, setzte sich Gruber differenziert auseinander. Durch die Einführung der Vorhaltepauschalen und von Qualitätsvorgaben werde einerseits zwar sichergestellt, dass nicht mehr ökonomische Zwänge diktierten, sondern der medizinische Bedarf im Mittelpunkt stehe. Andererseits verträten Kritiker die Meinung, die Reform gehe noch nicht weit genug, um die vorhandenen strukturellen Probleme nachhaltig zulösen. Insbesondere die Bürokratie und die Finanzierung blieben große Herausforderungen.

Bürgermeister lobt die Zusammenarbeit

Die Zusammenarbeit zwischen der Stadt und der Asklepios-Klinik bezeichnete der Bürgermeister als „eng und konstruktiv“. Die Partnerschaft sei ein hervorragendes Beispiel dafür, wie kommunale und private Akteure gemeinsam die Gesundheitsversorgung vor Ort stärken könnten. Die Stadt habe das Projekt von Anfang an tatkräftig unterstützt und damit den Weg für eine erfolgreiche Umsetzung geebnet.

Ferner rückte Gruber jene ins Zentrum, die aus Steinen und Zement, Holz und Glas das Gebäude errichtet haben: die Handwerker. Ohne sie hätte es keine Hebefeier gegeben, und daher gebühre ihnen Anerkennung. Um den Segen für die Baustelle baten die Pfarrer Michael Hirmer und Gottfried Tröbs. Hirmer bezeichnete die Ärzte, Pfleger und Schwestern, die dem Festakt beiwohnten, als „Engel unserer Zeit“.