Spatenstich für Anbau: Asklepios-Klinik in Burglengenfeld wird weiter aufgewertet

Von Thomas Rieke · 19. April 2023 um 17:00

Knapp zehn Jahre, nachdem an der Dr.-Sauerbruch-Straße der Startschuss für die Generalsanierung des Burglengenfelder Krankenhauses gefallen ist, haben die Verantwortlichen nun den nächsten Bauabschnitt in Angriff genommen.

Bis Ende 2024 soll ein Gebäudetrakt für 64 Betten entstehen. Außerdem wird die Endoskopie modernisiert und vergrößert, und auch das Labor erhält neue Räume. Insgesamt investiert der Asklepios-Konzern rund 22 Millionen Euro. 70 Prozent erhält er durch staatliche Zuschüsse ersetzt.

Erste Garde zog Termin mit Minister Aiwanger vor

Eigentlich sollte der Spatenstich für den Anbau schon 2022 erfolgen.Verschiedene Umstände zwangen den Bauherrn zur Verlegung.Zum kleinen Festakt am Mittwoch erschienen Vertreter der beteiligten Ingenieur- und Architekturbüros, der Burglengenfelder Stadtverwaltung und der Stadtwerke sowie, von politischer Seite, die zweiten Bürgermeister aus dem Städtedreieck. Dass nur die „zweite Garde“ den Termin wahrnahm, erklärte Burglengenfelds stellvertretendes Stadtoberhaupt Josef Gruber mit der Tatsache, dass zeitgleich bei der Gärtnerei Fischer die Wahl der bayerischen Pflanze des Jahres über die Bühne gehen sollte. Dazu hatte Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger sein Kommen zugesagt, und das wollten sich die Rathauschefs nicht entgehen lassen. Sie hofften, dass Aiwanger „einen Sack Geld mitbringt“, scherzte Gruber.

Vom Wert eines guten Krankenhauses vor Ort

Gruber war es auch, der in seiner Rede die besondere Bedeutung eines gut funktionierenden Krankenhauses vor Ort hervorhob. Er selbst habe davon vor 50 Jahren nach einem Sportunfall profitiert. Dass er heute noch zu Fuß so wunderbar unterwegs sei, verdanke er der Kompetenz des damals diensthabenden Personals. Die Burglengenfelder, so Gruber weiter, seien froh, dass ihr Krankenhaus die vergangenen Jahrzehnte nicht „nur so überlebt“ habe, sondern die medizinische Versorgung stets auf beachtlichem Niveau gehalten worden sei. Der Asklepioskonzern tue alles, um die Klinik auf den neuesten Stand zu bringen, und das sei aus mehreren Gründen wichtig. Nur so stimmten auch künftig die Patientenzahlen.

„Bitte schicken Sie Ihre Rede an den Gesundheitsminister“, kommentierte Architekt Peter Leinhäupl . Damit spielte er auf die Pläne von Karl Lauterbach an, der bekanntlich die Krankenhauslandschaft reformieren möchte. Kritiker sagen, dies würde für viele traditionelle Standorte das Aus bedeuten.

Geschäftsleiterin wagt bezüglich Reform keine Prognose

Die Geschäftsleiterin der Klinik Burglengenfeld, Kathrin Hofstetter, wagte diesbezüglich keine Prognose.Für eine Bewertung reichten die Informationen noch nicht aus.Den Start für den neuen Bauabschnitt bezeichnete sie aber als „wichtigen Meilenstein“ und „Zeichen für die Zukunft“. Ziel sei es, die bestmögliche Versorgung von Patienten sicherzustellen. Menschen, die sich stationär behandeln lassen müssten, wolle man das Gefühl bieten, bestens aufgehoben zu sein. Auch sei die Klinik bestrebt, attraktive Arbeitsplätze zu bieten.

Mit dem Spatenstich wechsele man nun von der grauen Theorie in die bunte Realität, erklärte Architekt Leinhäupl. Seinen Worten zufolge besteht insbesondere bei der Pflege Handlungsbedarf. Die aktuelle Situation sei nicht mehr zeitgemäß und bedarfsorientiert. Die Technik sei vorangeschritten, aber die Räume seien nicht mitgewachsen. Nachdem eine Anpassung im Bestand auf wirtschaftliche Weise nicht möglich sei, seien die Würfel für einen Neubau gefallen.

Keine zusätzlichen Betten, aber modernes Ambiente

Der Anbau entsteht in Verlängerung des Südflügels in westlicher Richtung und fügt sich laut Leinhäupl „zurückhaltend in das Ensemble ein“. Wegen der Hanglage seien zwei Untergeschosse notwendig geworden, die der Bauherr möglichst sinnvoll nutzen möchte. Im Erdgeschoss für medizinische Zwecke, im Untergeschoss für Stellplätze.

Was die 30 neuen Zweibett- sowie vier Einzelzimmer in den Obergeschossen betrifft, so betonte der Architekt, dass es sich dabei nicht um eine Ausweitung der Kapazitäten handelt, sondern um die Folge einer Verlagerung aus dem Bestand. Die neuen Zimmer böten ein völlig neues Ambiente.

Der neue Trakt verlängert den bisherigen Südflügel des Krankenhauses. -Foto: Architekturbüro Leinhäupl + Neuber