Asklepios-Klinik Burglengenfeld verliert Herzstück und kritischen Geist

Von Thomas Rieke · 11. Oktober 2024 um 11:00

Die Asklepios-Klinik im Städtedreieck vermeldete kürzlich eine nicht ganz unwesentliche, personelle Veränderung: Chefarzt Dr. Jörg-Heiner Möller wurde in den Ruhestand verabschiedet. Der Kardiologe (64) ist auf seinem Gebiet ein weit über die Grenzen der Region hinaus bekannter Spezialist. Darüber hinaus zeichnet ihn ein kritischer Geist aus.

Für die Verabschiedung arrangierte Geschäftsleiterin Kathrin Hofstetter eine kleine Feierstunde, an der neben Kollegen und Kolleginnen aus Medizin, Pflege und Verwaltung auch der Regionalgeschäftsführer des Krankenhauskonzerns für die Region Nord/Ost-Bayern, Johann Bachmeyer, teilnahm. Zur Überraschung Möllers hatte sich auch Hofstetters Vorgänger, Felix Rauscher, Zeit genommen. Er hatte Möller vor neun Jahren in Burglengenfeld eingestellt.

Laut Pressemitteilung wurde Möller zum Abschied mit Lob und Wertschätzung geradezu überhäuft. Neben seinen fachlichen Qualitäten wurden auch seine charakterlichen Züge hervorgehoben. Er sei mitfühlend und idealistisch, mitreißend und unbeugsam, ja sogar furchtlos, hieß es. Möller selbst, der aus Norddeutschland stammt, ließ seine Karriere Revue passieren und dankte pointiert den Menschen, die ihn in den vergangenen Jahren in der Klinik begleiteten – und auch in schwierigen Zeiten nicht im Stich ließen.

Aus der Not eine Tugend gemacht

Möller ist Mediziner mit Leib und Seele. Mit seine schwierigste Zeit erlebte er in der Pandemie, als er verzweifelt um das Leben zahlreicher Patienten kämpfte und doch mit ansehen musste, wie „sie uns unter den Händen wegstarben“. Die Situation sei, so berichtete er, vor allem auch deshalb so belastend gewesen, weil niemand über eine wirklich wirksame Behandlungsmethode verfügte.

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Und so suchte Möller zusammen mit seinen Kollegen von der Intensivmedizin sowie dem Ärztlichen Direktor selbst nach einem Weg. Tatsächlich schien mit der sogenannten Cortison-Stoßtherapie bald ein Durchbruch gelungen zu sein. Mehreren Patienten blieb die künstliche Beatmung erspart, Todesfälle wurden vermieden.

Die Erfolge im Sommer 2020 waren so ermutigend, dass sich Möller veranlasst sah, das Universitätsklinikum Regensburg einzuweihen. Es sollte eine Studie in die Wege leiten. Auch renommierte Infektiologen der Charité in Berlin und der deutschlandweit bekannte Virologe Christian Drosten wurden informiert.

Der Erleichterung folgten immer mehr Zweifel

Antworten bekam Möller keine – aber Gegenwind, als er die offensichtliche Abwehrhaltung öffentlich machte. Mit seinem Vorgehen schade er der Klinik, hieß es sinngemäß. Vor allem aber reichten die Fallzahlen aus dem Provinzkrankenhaus in Burglengenfeld nicht aus, um daraus einen „erfolgreichen Behandlungsansatz“ ableiten zu können.

Möller ließ sich nicht unterkriegen und kämpfte weiter. Erleichtert war er, als überraschend schnell Impfstoffe gegen Covid-19 auf den Markt kamen und er wegen seiner Arbeit an vorderster Front zu den Ersten gehörte, die geimpft werden sollten.

Doch es dauerte nicht lange, da mutierte Möller vom Freund der Impfungen zum Skeptiker. Immer öfter sah er Patienten vor sich, die nicht durch eine Corona-Infektion schwer erkrankten, sondern die nach einer Impfung unter erheblichen gesundheitlichen Problemen litten. Tragischer Höhepunkt für Möller persönlich war die Erkrankung seiner Lebenspartnerin. Sie leidet nach einer Corona-Impfung bis heute unter bleierner Müdigkeit und „schweren kognitiven Störungen“. Heilung sei, so der Arzt, nicht in Sicht.

Kampf um Anerkennung

Nicht nur deshalb ist Möller immer tiefer in die Materie eingestiegen. In Summe betreute er nach eigenen Angaben bis zu 400 Patienten, deren Leben nach seiner Überzeugung durch eine Corona-Impfung massiv beeinträchtigt wurde. Manche sind heute berufsunfähig, andere schleppen sich nur noch durch den Alltag.

Besonders empörend findet Möller, dass die Betroffenen so gut wie nie als Post-Vac-Patienten anerkannt werden. Oft würden ihre Beschwerden als psychosomatische Störungen abgetan – und deshalb auch gar nicht erst an das Paul-Ehrlich-Institut weitergeleitet, das solche Fälle prüfen und die Nebenwirkungen von Impfungen im Auge haben sollte. Durch Gutachten versucht Möller Menschen, die vor Gericht um Anerkennung als Impfgeschädigte kämpfen, zu unterstützen.

Arzt rechnet schon mit Widerstand

Auch für das Deutsche Ärzteblatt hat Möller wieder einen Bericht verfasst, um auf die Schäden durch Corona-Impfungen hinzuweisen und darauf zu dringen, dass auf diesem Gebiet geforscht wird. Ähnlich wie im Falle der Corona-Stoßtherapie, soll sich die Redaktion geweigert haben, den Text zu veröffentlichen.

Möller begriff das aber als Chance. Er entschloss sich ein Buch zu schreiben. Es heißt „Post-Vac – die vertuschte Katastrophe“ und ist vor wenigen Tagen im Novum-Verlag erschienen. Dieser plant laut Möller eine professionelle Vermarktung. Unter anderem sei eine Präsentation auf einer großen Messe vorgesehen.

Vielleicht versuchten Institutionen, die in dem Werk angegriffen werden, eine Weiterverbreitung aber auch zu verhindern, meint Möller. Er rechne jedenfalls schon heute damit , dass „der ein oder andere Prozess auf mich zukommen wird“.