Grund für Busunglück in Regensburg scheint gefunden: War es ein Ohnmachtsanfall?

61 Verletzte, 13 davon schwer, fünf zeitweise in Lebensgefahr: Einen Unfall wie den am Montag hat Regensburg noch nicht erlebt. Da sind sich die Einsatzkräfte einig. Die Polizei beschäftigt die Frage, wie es zur Kollision der beiden Busse kommen konnte.
Bei Facebook machen längst Gerüchte die Runde. Häufig zu lesen ist, der Regionalbusfahrer, der mit seinem Gefährt von hinten in einen Linienbus gekracht ist, habe einen Ohnmachtsanfall erlitten. Eine Frau aus dem nahen Umfeld des Mannes bestätigt das der MZ. Der Fahrer habe einen medizinischen Notfall erlitten, erklärt sie. Polizeisprecher Michael Zaschka will das auf Nachfrage weder bestätigen noch dementieren. „Ob körperliche Beeinträchtigungen eine Rolle gespielt haben, ist Gegenstand der Ermittlungen“, sagt er.
Fest steht: Der Fahrer des hinteren Busses wird derzeit als Beschuldigter geführt. Das ist laut Zaschka bei einem Auffahrunfall Usus. „Welches Delikt im Raum steht, muss noch ermittelt werden. Aber natürlich haben wir Tendenzen“, erklärt der Sprecher. Die beiden Busse wurden sichergestellt. Ein eingeschalteter Gutachter soll dort Spuren sichern.
Busunfall in Regensburg: Vier Helis und 42 Sanka im Einsatz
Mehr als 300 Einsatzkräfte waren am Montagabend gefordert. 172 Helfer des Rettungsdienstes kümmerten sich um die Verletzten. Mit vier Hubschraubern und 42 Sanka wurden die Menschen in umliegende Kliniken gebracht. Nach Straubing, Schwandorf oder Burglengenfeld – in erster Linie aber natürlich in Regensburgs Notaufnahmen. „Alle Patienten waren in weniger als zwei Stunden in den Krankenhäusern“, erklärt Hans Fichtl, Pressesprecher am Landratsamt, wo der koordinierende Rettungszweckverband angesiedelt ist. Für die Kliniken bedeutete der Unfall Ausnahmezustand.
Lesen Sie dazu auch: Busunfall in Regensburg: Ein Retter schildert bange Momente – „Hat es so noch nicht gegeben“
Wohin Verletzte gebracht werden, entscheidet der sogenannte Notfall-Verteilungsplan. „Die Zielklinik wird durch die Integrierte Leitstelle festgelegt. Dies geschieht nach Absprache mit der Sanitätseinsatzleitung in Abhängigkeit von Verletzungsschwere und Versorgungsmöglichkeiten der Krankenhäuser“, erklärt Matthias Dettenhofer, Sprecher am Universitätsklinikum Regensburg (UKR). Zehn Patienten wurden am Montagabend in das Krankenhaus jenseits der A3 gebracht. „Das UKR erhöhte umgehend nach Bekanntwerden des Unfalls seine personellen Kapazitäten und war auf das erhöhte Patientenaufkommen vorbereitet“, sagt Dettenhofer. Zum Großteil handelte es sich um „leichter Verletzte“, so dass diese das UKR teils noch am selben Abend wieder verlassen konnten. Konkretere Angaben zum Schweregrad der Verletzungen will Dettenhofer aus Gründen des Datenschutzes nicht machen.
Busunglück sorgt für Überstunden in Regensburger Kliniken
Neun Personen – eine schwer verletzt, drei mittel und fünf leicht – kamen ins Caritas-Krankenhaus St. Josef. „Unser Team der Zentralen Notaufnahme konnte das Patientenaufkommen gut bewältigen, da Mitarbeitende aus unterschiedlichen Bereichen trotz Schichtende länger im Haus geblieben sind, um die nachfolgende Schicht zu unterstützen“, sagt Sprecherin Katja Vogel.
„Im Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg wird derzeit ein schwer verletzter Patient intensivmedizinisch behandelt“, sagt Felix Rockmann, stellvertretender Ärztlicher Direktor und Chefarzt des Notfallzentrums. „Alle Verletzten, die bei uns eingeliefert wurden – darunter mehrere mit leichten Verletzungen – wurden optimal versorgt.“ Man stehe in engem Austausch mit den anderen beteiligten Krankenhäusern, um die bestmögliche Versorgung aller Patienten zu gewährleisten.