50 Verletzte bei Busunfall am DEZ: Was bisher bekannt ist und was nicht

Bei einem schweren Verkehrsunfall an der Bushaltestelle des Donau-Einkaufszentrums in Regensburg wurden am Montagabend 50 Menschen verletzt, fünf davon lebensbedrohlich. Für über 300 Einsatzkräfte war es ein kräftezehrender, stundenlanger Einsatz. „Das geht einem schon nahe“, sagt eine Polizeisprecherin.
Gegen 17.30 Uhr war ein Regionalbus einem Stadtbus aufgefahren, berichtete Polizei-Pressesprecherin Anna Beyer vor Ort. Über 300 Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei versorgten die Verletzten und leiteten den Verkehr um. Der eingeklemmte Fahrer des Regionalbusses musste mit lebensbedrohlichen Verletzungen von der Feuerwehr aus dem Bus geschnitten werden. Auch ein Rettungshubschrauber war im Einsatz. Die Nibelungenbrücke war stundenlang gesperrt.
Helfer schlugen Fenster ein
Durch den heftigen Auffahrunfall wurde die komplette Front des roten Regionalbusses (RBO) in das Heck des gelben Regensburger Linienbusses gedrückt. Bereits eine Viertelstunde nach dem Unfall waren Feuerwehr-Einsatzkräfte mit der Bergung der Insassen beschäftigt, schlugen unter anderem mit Äxten die Seitenfenster des Regionalbusses ein und schnitten ein Edelstahl-Geländer am Fußgängerüberweg auf, um Verletzte abtransportieren zu können. Viele der Betroffenen trugen eine Halskrause, waren großflächig verbunden und wurden mit Wärmedecken vor der aufziehenden Kälte geschützt. Eine Viertelstunde nach dem Unfall trafen im Minutentakt weitere Rettungswägen auf der Nibelungenbrücke ein.
Auch Gutachter vor Ort
Bis kurz nach 20 Uhr waren laut Sprecherin Beyer alle leicht- bis schwer verletzten Menschen in umliegende Krankenhäuser eingeliefert worden. Der Zustand der fünf lebensbedrohlich Verletzten war heute (Stand: 21 Uhr) noch unklar. Auch die Ursache des Unfalls müsse noch geklärt werden, so Beyer. Neben der Verkehrspolizei war ein Gutachter vor Ort mit der Klärung der Ursache beschäftigt.
Während die Verletzten abtransportiert wurden, kümmerten Sanitäter sich auch vereinzelt um Einsatzkräfte, die bei dem Großeinsatz unter hoher Belastung standen. „Diese hohe Anzahl an Verletzten ist für alle Einsatzkräfte nicht einfach“, sagte Polizeisprecherin Anna Beyer am Abend. „Das geht einem schon nahe.“
Komplette Brücke voll mit Einsatzfahrzeugen
Innerhalb der ersten halben Stunde nach dem Unfall füllte sich die komplette Nibelungenbrücke mit Einsatzfahrzeugen. Auf über einem Kilometer Länge reihten sich Rettungswagen an Rettungswagen. Bis kurz nach 18 Uhr, als Polizisten auch Geh- und Radwege abriegelten, beobachteten Hunderte von Passanten den Einsatz.
Schaulustige scharf ermahnt
Viele zückten auch sofort das Handy oder machten Selfies. Polizisten ermahnten die Gaffer scharf. Wenig später machte sich an der Hauptverkehrsader, etwa ab dem Stobäusplatz bis zur Auffahrt an der Weißenburgstraße, eine gespenstische Stille breit. Nur noch das am Abend im Stadtnorden allgegenwärtige Heulen der Sirenen war zu hören. Das leuchtende Blaulicht war von weitem zu sehen, auch von der Steinernen Brücke aus, wo zahlreiche Passanten Richtung Nibelungenbrücke blickten.
Gegen 20 Uhr wurde die Brücke Richtung Norden wieder freigegeben. Die Fahrbahn Richtung Süden, auf der sich der Unfall ereignet hatte, war noch bis spät in die Nacht gesperrt (Stand: 22.15 Uhr), bis die beiden Busse, an denen laut Informationen der Polizei Totalschaden entstanden war, abgeschleppt werden konnten.


