Sechs Prozent Besucherrückgang beim Drachenstich: Gründe dafür gibt es mehrere

Von Alexander Frimberger · 4. Oktober 2024 um 05:00

Die Drachenstichsaison 2024 ist beinahe vorbei, am Samstag folgt in Furth im Wald noch das traditionelle Ritterkranzl. Am Mittwochnachmittag fand jetzt mit einiger Verzögerung das Abschlussgespräch im Rathaus statt. Dabei wurde auch eine Personalie präsentiert.

Die nackten Zahlen kennt Bürgermeister Sandro Bauer: In der Spielzeit 2024 waren die Plätze während der Aufführungen insgesamt zu 90 Prozent belegt. Das ist ein Rückgang gegenüber 2023 von sechs Prozent.

Schlechte Wetterprognosen

Objektiv feststellen kann man laut Bauer, „dass die Leute Karten immer später kaufen, sich kurzfristig entscheiden“.“ Hinter diesem Verhalten vermutet der Further Rathauschef die schlechten Wettervorhersagen vor allem in den ersten beiden Wochen. Oftmals war Regen angesagt, der dann gar nicht kam oder tatsächlich aufhörte, kurz bevor das Stück begann. Im Zusammenhang mit den Wetterkapriolen sagt Organisationsleiterin Ulrike Eder: „Wettertechnisch hatten wir viel Glück, darauf kann man sich einfach nicht vorbereiten.“ Laut Bauer würden viele daher nicht im Vorfeld planen. Gerade aus diesen Gründen zeigte er sich mit einer 90-Prozent-Auslastung durchaus zufrieden. „Ein Grund für den Rückgang könnte auch ein Landesgartenschau-Effekt sein“, spekuliert Bauer, will heißen: Viele potenzielle Zuschauer haben sich den Besuch heuer gespart, weil sie ihn mit der Landesgartenschau im kommenden Jahr verbinden.

Erstmals war in diesem Jahr die Nachmittagsvorstellung nach dem Historischen Festzug weggefallen. Nach den Erfahrungen, die man gesammelt hat, wurde beschlossen, diesen Modus beizubehalten, vor allem, weil der Ersatzabendtermin unter der Woche am 8. August mit 90 Prozent Auslastung sehr gut besucht war. Den schlechtesten Wert erzielte die Vorstellung am ersten Freitag mit nur 70 Prozent, am darauffolgenden Samstag waren es dafür 92 Prozent.

„Vor allem die Spieler sind sehr dankbar, dass die Nachmittagsvorstellung nach dem Historischen Festzug wegfällt und nicht zwei Vorstellungen an einem Tag gespielt werden müssen“, sagt Eder.Das gilt vor allem mit Blick auf die große Hitze am Umzugstag in diesem Jahr.

Das könnte auch der Grund sein, warum mit 15 000 Besuchern rund 3000 bis 4000 Menschen weniger als noch 2023 am Straßenrand gestanden haben. Den aktuellen Baustellen geschuldet, wurde der Verlauf des Festzuges heuer geändert und die Adam-Wild-Straße miteinbezogen. Das hat laut Bauer zur Folge gehabt, dass viele Senioren aus den benachbarten Einrichtungen vom Pflegepersonal betreut den Umzug ansehen konnten. Zum Teil wurden sogar schattenspendende Pavillons aufgestellt. „Es ist noch nicht abschließend besprochen, aber es gibt Überlegungen, diesen Streckenabschnitt im kommenden Jahr in die angestammte Route einzubeziehen.“ Damit würde der Weg natürlich etwas länger. Bauers Dank galt allen am Festzug Beteiligten, die perfekt geplant und durchgeführt hätten. „Mit 185 Pferden haben wir für einen Festzug dieser Größe eine sehr hohe Auslastung.“

Den Sturz von Ritter Ludwig Fleischmann während der Abschlussvorstellung bezeichnete Bauer als Unglück, das jedem passieren könne. Ein erfahrener Reiter habe ihm gesagt: „Auch wenn man ständig mit Pferden zu tun hat, ein Restrisiko gibt es immer.“ Bauer lobte Fleischmann für seinen Trainingsfleiß: „Ludwig hat seine Sache gut gemacht, Schuldzuweisungen gibt es keine, unglückliche Umstände haben zu dem Unfall geführt.“

Gemunkelt wurde es schon länger, am Mittwoch dann die Gewissheit: Ulrike Eder räumt ihren Posten. „Uli wurde letztes Jahr ins kalte Wasser geschmissen und hat sich hervorragend freigeschwommen“, so der Rathauschef. Er lobte die gemeinsame Zeit und auch die Zusammenarbeit mit Spielschar, Regisseur und allen anderen Bereichen sei sehr gut gewesen. „Das Team hat enorm von ihr profitiert, auch weil sie vieles hinterfragt hat. Das hat uns gut getan. Dafür möchte ich mich recht herzlich bedanken.“

Fischer übernimmt

Die Trennung erfolgt, weil der Vertrag befristet war. Die scheidende Orga-Leiterin bedankte sich ebenfalls für die gute Zusammenarbeit. „Es war interessant und hat mir unheimlich viel Spaß gemacht.“ Für Eder übernimmt Anna-Lena Fischer, die vor Kurzem die Leitung der Tourist-Info Furth im Wald übernommen hat. Aufgrund dieser Neustrukturierung galt Eders Vertrag nur befristet. Fischer: „Ich freue mich auf die Aufgabe, konnte Uli schon ein wenig über die Schulter schauen und werde daher nicht so ganz ins kalte Wasser geworfen.“

Am Rande des Gesprächs verriet Bauer auch noch, dass das Drachenvolksfest im Jahr 2026 auf jeden Fall wieder auf der Festwiese mit Zelt und Schaustellern abgehalten wird.

Anna-Lena Fischer (Mi.) übernimmt den Job von Ulrike Eder.