Nach Vandalismus: Trauriges Ende für 24/7-Automatenshop: „War eine Herzensangelegenheit“

Andrea Kollmer und ihre Familie haben einst ihr ganzes Herzblut in den 24-Stunden-Automatenshop an der Durchgangsstraße in Windischbergerdorf gesteckt. Doch die blinde Zerstörungswut nächtlicher Vandalen hat die Chamer Bäckersfamilie letztlich zum Aufgeben gezwungen.
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Vor zwei Jahren haben der Chamer Bäcker Johann Kollmer und Metzger Klaus Hunger aus Chammünster in Windischbergerdorf an der vielbefahrenen Hauptstraße einen Laden eröffnet, der rund um die Uhr geöffnet hatte. In vier Automaten war so ziemlich alles zu finden, was man mal eben kurzentschlossen an Lebensmitteln und Snacks für einen gemütlichen Nachmittag oder Abend gebrauchen könnte. Oder als Brotzeit. Oder zu vielen anderen Gelegenheiten. Das Grundstück war bereits vorhanden, der Container wurde kurzerhand gekauft. Klaus Hunger hatte sich mit seinem Fleisch- und Wurstautomaten eingemietet.
Beschädigungen, beschmierte Wände und entsorgte Kondome
Mittlerweile wurde der Container verkauft und bereits abgeholt. Sehr oft wurde Familie Kollmer nach dem Grund für die Schließung des Mini-Nahversorgers gefragt. Immerhin ist Windischbergerdorf nun ganz ohne Einkaufsmöglichkeit – sehr zum Leidwesen der Dorfbewohner. Dass die Schließung keinesfalls am Umsatz gelegen hat, das möchte Andrea Kollmer im Gespräch mit der Redaktion deutlich machen.
Vielmehr hätten die ständigen Einbrüche und Vandalismusvorfälle in der vergangenen Zeit der Betreiberfamilie sehr zu schaffen gemacht – zu sehr. „Ich habe mich teilweise schon gar nicht mehr reingetraut“, sagt auch die Tochter, die morgens regelmäßig die Automaten mit neuen Waren bestückt hat. Herausgerissene Automaten, mit Kuchen beschmierte Wände, zurückgelassene Kondome und diverse Sachbeschädigungen – die Liste der Vorkommnisse, die letztlich für die Entscheidung zum Aus geführt haben, ist lang. Vereinzelt haben dort sogar Unbekannte ihre Notdurft verrichtet. Teilweise war durch die Beschädigungen der Automaten auch der Verkauf beeinträchtigt, weil bis zu mehrere Wochen auf Ersatzteile gewartet werden musste.
Dass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden, darauf setzt Andrea Kollmer schon lange nicht mehr. Anzeigen liefen bislang ins Leere – immer mit dem Ergebnis: „Verfahren eingestellt“. Selbst die Aufzeichnungen der Überwachungskamera sind vor Gericht als Beweismaterial wertlos, erzählt Kollmer.
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Dennoch ist es keine Entscheidung, die sich die Kollmers leicht gemacht haben. Nur zu gerne haben sie mit ihrem Verkaufscontainer zur Nahversorgung in Windischbergerdorf beigetragen. „Das war mir eine Herzensangelegenheit“, sagt Andrea Kollmer, selbst gebürtige Windischbergerdorferin, mit Wehmut in der Stimme. Sie hat sich damals auf den Laden gefreut. Dass es so endet, hätte sie nie gedacht. Umso mehr bedauert sie, dass sie das Geschäft aufgrund der vielen Negativ-Vorfälle nicht mehr weiterführen kann – denn eins steht fest: Gewollt hätte sie gerne.

