Unerfüllter Kinderwunsch: Paare und Expertin aus der Region sprechen über Tabu-Thema

Von Christoph Eberle · 14. September 2024 um 19:00

Kinder kriegen die Leute immer? Keineswegs! Laut Statistik leidet jedes zehnte Paar in Deutschland unter Fruchtbarkeitsstörungen. Zwei Paare aus der Region und Prof. Dr. Sara Fill Malfertheiner von der Regensburger Kinderwunschklinik Profertilita sprachen über das Tabu-Thema unerfüllter Kinderwunsch.

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„Als Jugendlicher wird einem beispielsweise im Sexualkundeunterricht immer nur das Bild vermittelt, dass die Frau quasi sofort schwanger wird, wenn man einmal nicht verhütet. Und neun Monate später kommt ein gesundes Kind zur Welt“, sagt Thomas* (38). Er und seine Frau Anna* (36) aus dem Landkreis Passau mussten leidvoll erfahren, dass das mit dem Kinderkriegen nicht immer so einfach ist.

Auch bei Sandra* (39) und Franz* (40, * alle Namen geändert) aus dem Landkreis Kelheim war das Thema Nachwuchs im wahrsten Sinne des Wortes mit Umwegen verbunden: Beide Paare, die sich untereinander nicht kennen, suchten mindestens eine Kinderwunschklinik auf – eines erfolgreich, das andere nicht. Der Mediengruppe Bayern erzählten sie ihre Geschichte.

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„Kinder kriegen die Leute immer“ soll der ehemalige deutsche Bundeskanzler Konrad Adenauer (CDU) 1957 in der Debatte um eine Rentenreform gesagt haben. Er ging – wie wohl ein Großteil der Bevölkerung – davon aus, dass nahezu jedes Paar irgendwann Nachwuchs bekommt. Tatsächlich gab damals in Deutschland eine hohe Geburtenrate. In den „Babyboomer“-Jahren bis 1964 stieg sie laut Statistik auf bis zu 2,5 Kinder pro Frau.

Inzwischen sieht es anders aus: 2022 lag die Geburtenrate bei nur noch 1,46 Kindern pro Frau. Die Gründe? Wer keine Kinder oder etwa nur ein Einzelkind will, hat mehr und sicherere Verhütungsmittel zur Verfügung. Und auch gewollte Kinderlosigkeit ist inzwischen gesellschaftlich akzeptierter.

Ein anderer Grund, über den hingegen ungern gesprochen wird: Nicht immer klappt es mit dem Kinderkriegen so einfach. Bei manchen Paaren dauert es länger, manche brauchen medizinische Hilfe und wieder andere bleiben dauerhaft kinderlos, obwohl sie gerne Nachwuchs hätten. Jedes zehnte Paar hierzulande leidet laut offizieller Statistik unter Störungen der Fortpflanzungsfähigkeit.

Familienplanung – das läuft nicht immer wie geplant

Auch die beiden Paare aus den Landkreisen Kelheim und Passau zählen dazu. Alle vier Partner sind jeweils schon seit rund 20 Jahren zusammen, arbeiten in akademischen Berufen und Kinder waren zunächst kein Thema für sie. Erst so um den 30. Geburtstag herum änderte sich das – und es war Zeit für Familienplanung. So dachte man.

„Ich wurde nach dem Absetzen der Pille auch tatsächlich schnell schwanger“, erzählt Anna. Doch beim ersten Ultraschalltermin war es mit der Freude schon wieder vorbei: „Am Ultraschall war zu sehen, dass das Herz unseres Kindes nicht mehr schlug“, sagt sie. Nach nur wenigen Schwangerschaftswochen war das Kleine im Mutterleib gestorben.

Eine sogenannte Fehlgeburt. Das Sternenkind musste dann in einer Operation, einer sogenannten Ausschabung, aus der Gebärmutter geholt werden. Wenige Monate später endete auch die zweite Schwangerschaft so. Danach wurde die damals 29-Jährige nicht mehr schwanger.

Sandra und Franz hofften zunächst drei Jahre lang, dass sich spontan eine Schwangerschaft einstellt. Nach und nach immer strenger nach Zeitplan: Sie achteten auf die fruchtbaren Tage der Frau und hatten häufig Sex nach Terminkalender. Doch leider vergeblich.

Eine häufige Krankheit machte Sandra unfruchtbar

Bei Sandra stellten Ärzte im Jahr 2017 schließlich bei einer Zystenentfernung Endometriose fest – eine häufige gynäkologische Krankheit, die oft mit unerfülltem Kinderwunsch einhergeht. So war es auch bei der Lehrerin aus dem Landkreis Kelheim: „Nach einer schwierigen Operation bin ich mit der Diagnose aufgewacht: ’Du bist unfruchtbar’“, erzählt sie.

Das war für das Paar, das sich so sehr Kinder wünschte, ein Schock. Beide Paare entschieden sich schließlich dazu, professionelle Hilfe zu holen. Bei Sandra und Franz aus dem Kreis Kelheim fiel die Wahl auf Profertilita, eine von zwei Kinderwunschkliniken im nahen Regensburg. Anna und Thomas aus dem Passauer Land entschieden sich für eine Behandlung in einer anderen Kinderwunschklinik.

So läuft eine Behandlung in der Kinderwunschklinik grundsätzlich ab

Zunächst werden das Paar und seine medizinische Vorgeschichte genauer unter die Lupe genommen: „Am Anfang machte Profertilita bei uns eine große Eingangsuntersuchung und Bestandsaufnahme. Dafür wurden zum Beispiel auch sämtliche Arztberichte eingefordert“, erzählt Sandra.

Auch die Zeugungsfähigkeit des Partners wird am Anfang immer untersucht – mit einem Spermiogramm. So erhalten die Ärzte einen Überblick, wie „fit“ die Spermien des Mannes sind und können die Behandlung entsprechend anpassen.

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Grundsätzlich gibt es drei wesentliche Behandlungsmethoden, die in Kinderwunschkliniken üblich sind:

Intrauterine Insemination (IUI): Hier werden die Spermien des Mannes zum idealen Zeitpunkt mit einem dünnen Katheter direkt in die Gebärmutterhöhle übertragen. Die Idee: Weil die Samenzellen dann einen kürzeren Weg zurücklegen müssen, erreichen mehr von ihnen die Eizelle – und die Chance auf eine Schwangerschaft steigt.

In-Vitro-Fertilisation (IVF): Eine IVF ist das, was landläufig als „Befruchtung im Reagenzglas“ bekannt ist, wie auch die Bezeichnung verrät – „in vitro“ heißt „im Glas“. Dabei werden der Frau befruchtungsfähige Eizellen entnommen. Fast immer muss die Patientin zuvor mit Medikamenten stimuliert werden, damit mehr als eine Eizelle heranreift.

In einer Nährlösung werden dann die Eizellen der Frau mit den Samenzellen ihres Partners zusammengeführt – mit dem Ziel, dass mindestens eine befruchtet wird und daraus ein Embryo entsteht, der dann zurück in den Körper der Frau transferiert wird, wo er dann zum Baby heranwächst.

Eine Sonderform ist die sogenannte IVF-Naturelle – eine natürlichere Form, die ohne oder nur mit minimaler Medikamentenstimulation auskommt. Das finden viele Paare „natürlicher“ und spart unter dem Strich auch Medikamentenkosten. Weil dabei in der Regel weniger Eizellen entnommen werden können, sind die Erfolgschancen dafür minimal niedriger.

Intrazytoplasmatische Spermieninjektion (ICSI): Der Begriff steht für ein angewandeltes Verfahren der In-Vitro-Fertilisation. Hierbei wird eine Samenzelle unter dem Mikroskop im Labor direkt in die Eizelle injiziert. Die Technik wird vor allem angewandt, wenn der Mann zu wenige und zu unbewegliche Samenzellen in seinem Ejakulat hat.

Eine erfolgreiche IVF bedeutet noch keine Schwangerschaft

Sowohl bei Sandra und Franz als auch bei Anna und Thomas rieten die Kinderwunschkliniken zum IVF-Verfahren. Zunächst sah es bei beiden gut aus: Bei beiden Frauen entwickelten sich Embryos. Per Katheter wurden diese dann von den Ärztinnen zurück in den Körper transferiert.

Doch bei beiden Frauen ergab ein Bluttest nach zwei Wochen, dass sie leider doch nicht schwanger sind. Die Embryos hatten sich nicht in der Gebärmutterschleimhaut eingenistet. „Das ist wie das Verschmelzen von Ei- und Samenzelle ein individueller und natürlicher Vorgang, der nicht immer klappt - egal ob im Reagenzglas oder nach dem Geschlechtsverkehr“, erklärt Anna.

Manche Eizellen lassen sich einfach nicht befruchten, andere Embryos hören nach ein paar Tagen auf zu wachsen. Und bei anderen scheitert es eben am Einnisten. „Bei einer ‚natürlichen‘ Befruchtung nach dem Sex bekommt man nicht mal mit, sondern ist einfach am Monatsende nicht schwanger“, sagt sie.

IVF-Register zeigt Chancen und Grenzen der Kinderwunschbehandlungen

Seit 1982 dokumentiert das Deutsche IVF-Register die Zahlen zu Kinderwunschbehandlungen. Im letzten verfügbaren Jahrbuch aus dem Jahr 2022 heißt es, dass es seitdem bundesweit rund 2,4 Millionen Behandlungen gab. Fast 390.000 Kinder wurden nach In-vitro-Fertilisation seit 1997 geboren. „Heute gibt es in fast jeder Schulklasse mindestens ein Kind, das ohne die ’künstliche Befruchtung‘ dort nicht sitzen würde“, heißt es beim IVF-Register weiter.

Allein im Jahr 2021 wurden in Deutschland 72.279 Zyklen zur Gewinnung von Eizellen durchgeführt und damit erstmals die Grenze von 70.000 Behandlungen durchbrochen. Die Schwangerschaftsrate lag bei 32,1 Prozent, was 18.149 Schwangerschaften entspricht. Die Geburtenrate pro Transfer lag bei 23,4 Prozent.

Bereits nach zwei Embryotransfers sind dabei im Schnitt mehr als die Hälfte der Patientinnen schwanger. Bei mehr als vier Transfers werden insgesamt 70 Prozent aller Patientinnen schwanger – so die neuesten Ergebnisse des Deutschen IVF-Registers.

Im Umkehrschluss heißt das aber auch, dass 30 Prozent der Paare trotz Kinderwunschbehandlung dauerhaft kinderlos bleiben. Die Chancen einer Kinderwunschbehandlung sind laut IVF-Register dabei unter anderem altersabhängig. Bereits ab dem 33. Lebensjahr sinken die Geburtenraten je Embryotransfer, ab 41 Jahren dann massiv.

Ein Paar hatte am Ende ein Baby, das andere blieb kinderlos

Bei Sandra und Franz wechselte die Regensburger Kinderwunschklinik Profertilita nach der ersten Behandlung die Strategie. Vor einem neuen Zyklus erfolgte eine Ernährungsumstellung auf antientzündliche Ernährung. Ausgerechnet zu Sandras Geburtstag wurden dann die Eizellen für den neuen Behandlungszyklus entnommen – ihr „Geschenk“ bekam sie neun Monate später: Im April 2019 kam ein gesundes Mädchen zur Welt.

Zwei befruchtete Eizellen hatte das Paar aus dem Landkreis Kelheim zudem für einen weiteren Zyklus einfrieren lassen – eine sogenannte Kryokonservierung. Im November 2021 starteten Sandra und Franz eine weitere Behandlung für ein Geschwisterkind: Nach einer erneuten hormonellen Stimulation setzte die Ärztin die befruchtete Eizelle in den Körper der Frau ein. Im September 2022 brachte Sandra dann einen Jungen zur Welt.

Das Paar aus dem Landkreis Passau hatte unterdessen weniger Glück: In der Hoffnung auf neue Behandlungsansätze, wechselte es mehrmals die Kinderwunschklinik – und nahm dafür sogar Wege nach München oder bis ins österreichische Linz in Kauf. Doch selbst rund ein Dutzend Behandlungszyklen brachte nur eine sehr kurze Schwangerschaft, die nach wenigen Wochen erneut in einer Fehlgeburt endete. „Eine medizinische Erklärung fand man bei uns nicht“, erzählt Anna.

Ein emotional harter Weg für viele Paare

Egal ob ein Paar Erfolg mit der Kinderwunschbehandlung hat oder nicht: Der Weg zum Wunschkind ist für die meisten emotional sehr hart. „Das fängt schon bei Sex an, der irgendwann nur noch nach Terminkalender anhand der fruchtbaren Tage stattfindet – und trotzdem noch Spaß machen soll“, sagt Sandra. „Die Unfruchtbarkeits-Diagnose meiner Frau hat uns dann erst mal komplett den Boden unter den Füßen weggezogen“, ergänzt ihr Ehemann Franz.

Besonders schwierig sei es für Frauen, wenn man sich mit Gleichaltrigen vergleicht, die dann gefühlt wie von Zauberhand schwanger werden. „Da fühlt man sich dann selbst irgendwann kaputt und unnormal“, findet Anna. Sie kennt auch Paare in ihrem Umfeld, bei denen die Beziehung am unerfüllten Kinderwunsch schließlich scheiterte: „Entweder es schweißt dich als Paar noch mehr zusammen oder du trennst dich irgendwann“, sagt sie.

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Unerfüllter Kinderwunsch: Noch immer ein Tabu-Thema

Auch Prof. Dr. Sara Fill Malfertheiner aus Regensburg kennt die emotionale Belastung durch Kinderwunsch-Therapien – und zwar aus verschiedenen Perspektiven. Zum einen ist sie seit 1. April gemeinsam mit Dr. Angelika Eder Leiterin des Kinderwunschzentrums Profertilita, wo sie schon seit vielen Jahren nebenberuflich arbeitete. Sie forschte zudem zum Thema Reproduktionsmedizin und habilitierte unter anderem zum Thema Fehlgeburten. Zudem ist sie Autorin von über 70 internationalen Fachartikeln zu Kinderwunschbehandlungen.

Zum anderen hat sie über zehn Jahre an der Hedwigsklinik in Regensburg viele Kinderwunschpaare während der Schwangerschaft und vor allem auch im psychologischen Bereich betreut und dort eine wöchentliche Sprechstunde angeboten. Sie findet, dass das Ganze noch immer ein Tabu-Thema in der Gesellschaft ist.

Ihrer Erfahrung nach ist das, was viele Paare erleben müssen eine Art „psychische Extrembelastung“, sagt sie. Oft fehle es auch im engeren Umfeld am Verständnis und die Gesellschaft sei nicht so sensibilisiert für das Thema – und auch für die häufig auftretenden Folgeerkrankungen nicht. Durch die psychische Belastung können Paare durch den unerfüllten Kinderwunsch in eine depressive Episode rutschen. Gutgemeinte Ratschläge wie „man solle sich weniger Stress machen und es wird schon alles gut werden“ sind in solchen Situationen für Paare ein zusätzlicher Stressfaktor.

„Besonders belastende Situationen können auch Familienfeiern sein, wo zum Beispiel Geschwister mit dem frisch geborenen Baby dabei sind oder die Kinder-Thematik vielleicht auch unbewusst angesprochen wird und dem belasteten betroffenem Paar Stress und Unbehagen bereitet“, sagt Sara Malfertheiner.

Was ebenfalls oft in den Hintergrund gerät: „Auch der Mann leidet sehr unter der Situation, und dafür ist in unserer Gesellschaft noch zu wenig Verständnis da“, sagt Malfertheiner. Und für Männer sollte es ihrer Ansicht nach hier bessere Angebote im psychologischen Bereich bei unerfüllten Kinderwunsch geben. Und was beide Partner trifft: Die teilweise finanzielle Belastung kann für das Paar herausfordernd sein.

Abklärungsuntersuchung wird von gesetzlichen Krankenkassen übernommen, Kinderwunschbehandlungen unter bestimmten Voraussetzungen zu 50 Prozent

„Die Abklärungsuntersuchung des unerfüllten Kinderwunsches ist sind hierzulande eine Krankenbehandlung, die von der Krankenkasse übernommen wird“, sagt die Leiterin des Regensburger Kinderwunsch-Zentrums Profertilita. Werde anschließend eine Kinderwunschbehandlung notwendig, werden von der gesetzlichen Krankenkasse unter bestimmten Voraussetzungen inzwischen nur noch zu 50 Prozent der Kosten übernommen.

Vor ein paar Jahren habe es noch vereinzelt Kassen gegeben, die zumindest für drei Versuche als freiwillige Zusatzleistung fast die kompletten Kosten übernahmen, erzählt das Kinderwunsch-Paar aus dem Passauer Land. „Am Anfang klang das auch super, weil wir hofften, dass nach drei Versuchen ohnehin die Wahrscheinlichkeit auf unserer Seite ist“, sagt Thomas. Doch selbst bei den ersten Versuchen waren medizinisch sinnvolle Zusatzleistungen schon ausgenommen. Und die drei von der Kasse mitgetragenen Versuche waren schnell vorbei.

Das Paar wollte dennoch weitermachen – dann als Selbstzahler. Das wurde schnell teuer: Jede IVF kostete fortan einschließlich Medikamente und Zusatzleistungen rund 5000 Euro, das ICSI-Verfahren lag bei über 7000 Euro. Hinzu kamen die teils enormen Fahrtkosten und der Zeitfaktor – wenn man etwa mehrmals pro Monatszyklus rund 200 Kilometer nach München und wieder zurück fahren muss.

Geld in der Größenordnung eines ordentlichen Neuwagens ist weg

„Wir haben da auf alle Versuche hochgerechnet sicher Geld in der Größenordnung eines ordentlichen Neuwagens ausgegeben“, rechnet Thomas vor. In konkreten Zahlen: Zwischen 50.000 und 60.000 Euro haben er und seine Frau fürs ersehnte Kind ausgegeben. Am Ende war der Betrag weg – ohne erfülltem Kinderwunsch. Dennoch bereut das Paar den Weg nicht: „Anders hätten wir uns ewig vorwerfen müssen, nicht alles versucht zu haben“, sagt er. Irgendwann zogen beide Partner aber dennoch die Reißleine.

Sandra und Franz aus dem Landkreis Kelheim sind ebenfalls froh, den nicht immer einfachen Weg der Kinderwunschbehandlung gegangen zu sein. „Wir fühlten uns immer gut aufgehoben und gut begleitet und sind dem Ärzteteam dankbar“, sagen sie. Für sie hielten sich auch die Kosten im Rahmen – dank spontaner Hochzeit übernahm die private Krankenversicherung der Ehefrau einen Großteil der Kosten.

Leider noch oft als ethisches Dilemma eingestuft – spielt der katholische Glaube die katholische Kirche eine Rolle?

Dass sich gesellschaftlich noch einiges beim Thema unerfüllter Kinderwunsch ändern müsste, finden beide Paare. Sandra und Franz hätten zum Beispiel lange gar nicht gewusst, dass es im nahen Regensburg sogar zwei Kinderwunschzentren gibt - weil öffentlich kaum darüber gesprochen wird.

Mit eine Rolle spiele dabei möglicherweise die religiöse Prägung unserer Gesellschaft: „Wir sind ein katholisch geprägter Landstrich, wo das Thema der künstlichen Befruchtung leider noch immer als ethisches Dilemma eingestuft wird“, sagt Sandra.

Paare wollen mit ihren Beispielen Mut machen

Beide Paare hoffen auch, dass sie mit dem Bericht über ihren Kinderwunsch einen Beitrag dazu leisten, dass sich hier etwas bewegt: Für mehr gesellschaftliche Akzeptanz und mehr Paare, die sich trauen Hilfe bei unerfülltem Kinderwunsch anzunehmen.

Bei der Intrazytoplasmatischen Spermieninjektion (ICSI) wird eine Samenzelle unter dem Mikroskop im Labor direkt in die Eizelle injiziert. − Foto: Profertilita
Prof. Dr. Sara Fill Malfertheiner, Hauptgesellschafterin der Regensburger Kinderwunschklinik Profertilita − Foto: Profertilita