Das hat sich bei „Das große Backen“-Gewinnerin Monika Nagl seit der TV-Show verändert

Von Lisa Steigerwald · 3. September 2024 um 05:00

Zum Kuchenbacken gehört neben Zucker, Mehl und Butter auch viel Liebe und Kreativität. In der Sendung „Das große Backen“ (Sat.1) stellen seit vergangenem Mittwoch wieder zehn Hobbybäcker ihr Können unter Beweis. Vorjahressiegerin Monika Nagl aus Chamerau (Landkreis Cham) verrät, was sich seit ihrem Auftritt in der bekannten Backshow verändert hat.

„Bei den Torten kann ich mich richtig austoben“, sagt die 33-Jährige aus Chamerau. In ihrer weißen Backküche mit rosa Backutensilien kreiert sie aufwendige und ausgefallene Torten.

So kommt Nagl auf neue Rezept-Ideen

Die Ideen für neue Rezepte kommen Nagl oft beim Einkaufen. „Ich sehe was und denke mir, das könnte man mal ausprobieren“, sagt die Chamerauerin. Ist die neue Geschmackskombination ausprobiert und für gut befunden, teilt sie das Rezept mit ihren über 17.000 Followern (Instagram) in den sozialen Medien. Sie zeige aber auch, wenn ein Kuchenprojekt nicht geklappt hat.

Bei so vielen Followern und einem so leidenschaftlichen Hobby wie dem Backen bekommt Nagl ab und an auch mal böse Nachrichten und Kommentare. „Das kann ja so gar nicht funktionieren“ oder „das Rezept ist falsch“ bekomme sie dann zuhören. „Ich gebe die Rezepte so weiter, wie ich sie gebacken habe und bin mir deshalb sicher, dass sie funktionieren“, sagt Nagl. Der Großteil sei aber positives Feedback, worüber sich die 33-Jährige sehr freue.

Austausch mit Kandidaten – Das wünscht sie den Teilnehmern

Mit den anderen Teilnehmern der vergangenen Staffel pflegt Nagl noch regelmäßigen Kontakt. Im Oktober treffen sie sich sogar in einem Ferienhaus bei Würzburg – natürlich wird dann auch gemeinsam gebacken. „Jeder Stil war komplett anders“, sagt die Chamerauerin über ihre ehemaligen Mitstreiter, die sich gerne gegenseitig helfen.

Und auch mit den aktuellen Kandidaten von „Das große Backen“ steht Nagl in Kontakt. „Die haben jetzt auch dieses wahnsinnige Abenteuer hinter sich und wir können uns austauschen, wie es bei ihnen gelaufen ist“, sagt die 33-Jährige über die neue Staffel, die bereits abgedreht ist. Trotzdem wünscht Nagl „ganz viel Spaß“. „Saugt jede Sekunde in euch auf, egal was kommt. Denn das Erlebnis kommt nicht mehr wieder. Und genießt die schöne und lehrreiche Zeit in vollen Zügen“, sagt Nagl.

Mitfiebern: drei Kandidaten aus Bayern

Natürlich ist sie neugierig, wer weiterkommt. Aber es wäre ja auch langweilig, wenn man es schon wüsste, stellt Nagl fest. „Einen Favoriten habe ich noch nicht“, sagt sie. Aber sie würde sich schon freuen, wenn der Goldene Cupecake, die Siegertrophäe, an einen der drei Kandidaten aus Bayern geht, wobei Florian aus Konzell (Landkreis Straubing-Bogen) leider bereits ausgeschieden ist.

Die Juroren Bettina Schliephake-Burchardt und Christian Hümbs hätten zwar viel erklärt, aber eines sei Nagl besonders im Gedächtnis geblieben: „Eier bei der Teigherstellung nicht so schnell schlagen“, sagt die Hobbybäckerin. Es sei lustig gewesen, denn jedes Mal, wenn sie die Eier zum Aufschlagen in die Küchenmaschine gegeben habe und auf Vollgas drückte, sei Juror Christian gekommen, habe die Maschine auf eine niedrigere Stufe gestellt und geschmunzelt, erinnert sich die 33-Jährige.

Töchterchen Isabella steht im Vordergrund

Im Moment sei das Backen aber zweitrangig, sagt Nagl, denn sie befindet sich in Elternzeit und möchte so viel Zeit wie möglich mit ihrer Tochter Isabella verbringen. Denn Backen ist zeitaufwendig: Für eine einstöckige Torte braucht sie etwa drei bis vier Stunden. Töchterchen Isabella, die im Oktober ein Jahr alt wird, sitzt dann manchmal mit einem Teigschaber in der Hand im Hochstuhl daneben. Aber das wird ihr schnell langweilig, deshalb backt Nagl meist, wenn die Tochter schläft.

Harte Prüfung zur Konditormeisterin

Auch die Idee, die Konditormeisterprüfung abzulegen, für die die Krankenschwester eine Ausnahmegenehmigung hatte, verwarf sie aus Zeitgründen. „Die ist ganz schön hart“, sagt Nagl über die Prüfung. Neben einer kompletten Theorieprüfung, in der unter anderem auch Rechtsthemen und Betriebswirtschaftlehre abgefragt werden, hätte sie noch eine praktische Prüfung ablegen müssen.

„Alles, aber keine Torte“ habe auf der Liste der möglichen Prüfungswerke gestanden, dafür zum Beispiel Teegebäck, Pralinen oder Schokoladenschaustücke. Aus dieser Liste werden fünf Leckereien ausgewählt, die der Prüfling an einem Tag backen muss. „Schokoladenschaustücke habe ich noch nie gemacht“, sagt Nagl. Sie würden auch nicht zu den süßen Teilchen gehören, die die Chamerauerin backen möchte, und zum Üben habe ihr einfach die Zeit gefehlt.

Hobbybäckerin darf keine Torten verkaufen

Doch ohne die Meisterprüfung darf die 33-Jährige keine Torten verkaufen. Deshalb bäckt sie zurzeit nur für Freunde und Familie. Sie würde zwar gern die ein oder andere Torte mehr backen, aber ob sie ihr Hobby irgendwann zum Beruf machen möchte, dass wisse sie nicht: „Weil, dann ist es kein Hobby mehr.“ Das Backen mache ihr sehr viel Spaß, und sie habe Angst, diesen zu verlieren, wenn sie es hauptberuflich machen würde. „Ich verkünstele mich gerne“ und „ich stecke viel Liebe rein“, das sei dann wahrscheinlich nicht mehr möglich und „wirtschaftlich total bescheuert“.

Backkurse mit verschiedenen Themen

In naher Zukunft möchte Nagl aber Backkurse anbieten. „Ich weiß nur noch nicht wo“, sagt die Hobbybäckerin, denn ihre heimische Backküche ist zu klein. In den Kursen sollen unterschiedliche Themen behandelt werden, vor allem das Dekorieren würde viele Leute interessieren. Wer Interesse an einem Kurs hat, kann sich bei Monika Nagl per E-Mail monikaheindl@icloud.com oder auf ihrem Instagram-Account moni_dasgrossebacken melden.

Was ist gerade angesagt?

Saison: Im Herbst ist Apfelzeit, sagt Nagl. Auf ihrer To-do-Liste stehen deshalb zum Beispiel Zimtschnecken mit Apfel. Außerdem will sie eine neue Variante des Maulwurfskuchens ausprobieren, der oft mit Bananen oder Erdbeeren gebacken wird. Die neue Kreation soll eher in die winterliche Richtung gehen.

Kuchentrend: Geschmacklich mag jeder etwas anderes, im Sommer war zum Beispiel Mango-Maracuja sehr beliebt, aber auch Oreo-Kekse im Gebäck gehen immer. Nagl selbst mag es eher ausgefallen, gerne fruchtig und schokoladig.

Dekoration: Bei der Optik seien unter anderem Striped-Cake und Origami-Cake angesagt.

Für eine einstöckige Torte benötigt sie drei bis vier Stunden. Foto: Monika Nagl
Nagl bäckt zurzeit nur für Familie und Freunde. Foto: Monika Nagl