Monika Nagl aus Chamerau ist ab 30. August in der Sendung „Das große Backen“ zu sehen

Von Friederike Klett · 23. August 2023 um 05:00

Die erste große Torte hat Monika Nagl, geborene Heindl, für ihre Oma gebacken. Für den 80. Geburtstag sollte es etwas ganz Besonderes sein. Seitdem hat sie nicht mehr aufgehört. Jetzt hat ihr Talent bis ins Fernsehen geführt. Dabei hat die Chamerauerin Freunde gefunden und Erfahrungen fürs Leben gesammelt. Aber die Reise hätte jederzeit für sie enden können – nicht nur in der Gefahr, den Wettbewerb zu verlieren.

„Ich wollte eine Fondant-Torte backen und habe mich dann erst mal belesen und viele YouTube-Videos angeschaut“, erzählt sie in ihrem Wohnzimmer bei einer Johannisbeerschorle. Das ambitionierte Anfänger-Projekt ist aber sofort gelungen. „Ich habe mich sogar ans Modellieren aus Fondant gewagt“, sagt die Hobbybäckerin, die als Krankenschwester arbeitet.

Eine emotionale Zeit: Nagl hat viele Freunde gefunden

Sechs Jahre später teilt sie ihre Torten auch auf ihrem Instagram-Account „süß und handgemacht“ und nimmt an der beliebten Konkurrenz-Show teil. Zehn Hobbybäcker bekommen darin drei Prüfungen pro Folge gestellt und lassen ihre Ergebnisse von einer Fachjury bewerten. Am Ende jeder Folge gibt es einen Gewinner, der in der nächsten Woche eine goldene Schürze tragen darf, und einen Verlierer, der die Sendung verlassen muss.

„Ich habe mich immer gefragt, warum die Kandidaten so emotional sind, wenn jemand die Show verlässt. Aber man verbringt so viel Zeit miteinander, dass man tatsächlich auch mal weint“, so die Chamerauerin. Auch jetzt, mehrere Wochen nach Drehschluss, ist die Gruppe noch fast täglich in Kontakt. Über WhatsApp und Zoom tauschen sich die Teilnehmer weiter aus. „Es sind richtige Freundschaften daraus entstanden.“

Aber nicht nur mit den anderen Kandidaten hat Nagl viel Zeit verbracht und Erinnerungen gesammelt. Auch die Jury, bestehend aus der Konditormeisterin und Autorin Bettina „Betty" Schliephake-Burchardt und dem Patissier Christian Hümbs, war immer ganz nah an den Teilnehmern. „Betty ist unglaublich nett. Sie kommt zwar sehr streng und korrekt rüber, aber sie ist auch sehr herzlich und hat uns immer wieder Tipps gegeben.“

Dabei war es nicht selbstverständlich, dass Nagl an dem Wettbewerb teilnehmen konnte. Jederzeit hat sie in sich hineingehört und aufgepasst: Denn während der Zeit auf dem Gelände von Schloss Stülpe in Brandenburg war sie bereits im fünften Monat schwanger. „Es war einfach klar für mich, dass ich sofort gehe, wenn es mir nicht gut geht“, sagt sie. Aber das sei zum Glück nicht der Fall gewesen. Außer schweren Beinen nach Drehtagen von zwölf bis 14 Stunden ging es ihr gut. „Und ich war sicherlich nicht die Einzige, der danach die Beine wehgetan haben“, lacht sie.

Vor der Zeit in Brandenburg durchlief Nagl ein langes Bewerbungsverfahren

Wie sie zu der Idee kam, sich bei der Backsendung zu bewerben? „Ich wollte es einfach mal probieren. Wenn es nicht klappt, habe ich gedacht, ist es nicht schlimm.“ Aber Nagl wurde bald darauf von einer Realisatorin angerufen. „Das Telefonat hat vielleicht 20 Minuten gedauert, und ich musste Fragen beantworten und erzählen, was ich gern backe.“ Danach – es kam noch ein klassisches „Wir melden uns“ – war Funkstille.

Nach mehreren Wochen kam eine Einladung nach München. Mit einer dreistöckigen Alice-im-Wunderland-Torte fuhr Nagl zum Casting. Mit den karamelisierten Erdnüssen und Schokomousse mit Chili überzeugte sie die Jury. Aber so wie in der Sendung, sollte man auch in der Vorauswahl sein Können auf verschiedene Arten unter Beweis stellen.

In jeder Folge gibt es sowohl Aufgaben, bei denen die Kandidaten eine selbst kreierte Torte backen, die zu einem vorgegebenen Thema passt, als auch sogenannte technische Prüfungen. Dabei wird den Teilnehmern ein Rezept gegeben, das sie nachbacken müssen. Beim Bewerbungsverfahren wurde eine solche Prüfung über Zoom durchgeführt.

„Keiner in meinem Umfeld könnte Kuchen noch sehen“

„Meine beste Feundin musste die ganze Zeit mit dem Handy um mich laufen, und währenddessen haben sie mir Fragen gestellt. Es sollte so sein wie in der Sendung“, erinnert sich Monika Nagl. Auch hier hat sie die Verantwortlichen wieder überzeugen können. Kurz darauf erfuhr sie, dass sie an der Sendung teilnehmen darf.

Mit den Vorbereitungen auf die Dreharbeiten war allerdings wieder viel Arbeit verbunden. Die selbsterarbeiteten Rezepte für die Themenaufgaben müssen vorher eingereicht werden. Die Teilnehmer bekommen die Aufgaben zugeschickt und haben von da an fünf Wochen Zeit, sich neue und kreative Torten zu überlegen.

„Keiner in meinem Umfeld konnte Kuchen noch sehen“, erzählt die Krankenschwester über diese Zeit. „Ich konnte auch selbst nicht mehr abschmecken, weil es einfach zu viel war.“ Außerdem durfte sie nicht erzählen, wofür sie jeden Tag bäckt. Mittlerweile haben sich aber alle Bekannten und Freunde bei ihr gemeldet.

Denn jetzt kann sie es endlich laut sagen und braucht keine Ausreden mehr für die Zeit suchen, die sie in Brandenburg war. „Ich bin auch etwas nervös, wie es sein wird, mich selbst im Fernsehen zu sehen“, so Nagl. Die Folgen wolle sie zusammen mit Freunden und Familie anschauen und bald mit einem zusätzlichen Zuschauer, denn sie ist bereits in der 34. Woche schwanger. Aber eine Frage bleibt: Wird sie es geschafft haben, wegen ihres bayerischen Dialektes untertitelt zu werden? „Manchmal haben mich die Kameraleute angeschaut und gemeint, sie hätten kein Wort verstanden“, sagt Monika Nagl und lacht.

Zu Hause hat Monika Nagl eine eigene Backküche. Foto: Friederike Klett
Die Bewerbungstorte von Monika Nagl Foto: Monika Nagl