Rodinger Rathaus-Baby als „echter Mutmacher“: Politik und Familie sind für Frauen vereinbar

Von Oliver Hausladen · 22. August 2023 um 11:00

Einen „echten Mutmacher“ nennt Walds Bürgermeisterin Barbara Haimerl die Geburt des ersten Kindes von Rodings Rathaus-Chefin Alexandra Riedl: „Das zeigt, dass Politik und Familienplanung für Frauen durchaus miteinander vereinbar sind.“ Auch andere Gratulanten finden, dass das Beispiel einer Bürgermeisterin mit Kind, momentan noch eine echte Seltenheit in Bayern, durchaus Schule machen sollte.

Am Dienstagabend vergangener Woche erblickte Theo Riedl im Klinikum Amberg das Licht der Welt. Es ist das erste Kind für Alexandra Riedl (35) und ihren Ehemann Manuel (36). Das Paar habe immer Kinder gewollt, das habe sich auch nicht geändert, als sie als Rodinger Bürgermeisterin kandidierte, hatte Alexandra Riedl im Vorfeld berichtet.

„Genau richtig so“

„Das ist auch genau richtig so“, findet Haimerl, die auch Vorsitzende des Chamer Kreisverbandes der Frauen-Union ist. „Frauen in dieser Lebensphase sollten öfter den Mut haben, Kinder zu bekommen, auch wenn sie Politikerinnen sind“, sagt Haimerl, die mit Riedl und Falkensteins Rathaus-Chefin Heike Fries eine von drei derzeit amtierenden Bürgermeisterinnen im Altlandkreis Roding ist.

Auch mit Kind könne Riedl das Amt problemlos ausführen, meint Haimerl, die vor kurzem erst ein Seminar besucht hat, das sich auch um das Thema „Familienplanung bei Politikerinnen“ drehte.

Vertretung im Rathaus ist geregelt

Dass Riedl in naher Zukunft vielleicht nicht mehr bei so vielen Abendterminen vertreten sein werde, würden die Bürger sicher verstehen, ist sie sich sicher. Zudem gäbe es ja die stellvertretenden Bürgermeister. Für diese sei die Zeit, in der sie nun „einspringen müssen“, sogar leichter zu meistern als etwa bei einer plötzlichen Erkrankung des Rathaus-Chefs, da es besser planbar sei. „Ich hoffe, dass Beispiel von Alexandra Riedl macht Schule“, sagt Haimerl. Die Rodingerin ist die einzige Bürgermeisterin im Landkreis, die während ihrer Amtszeit ein Kind bekommen hat.

Auch beim zweiten Rodinger Bürgermeister Reinhold Schoierer ist die Freude über die Geburt riesig, berichtet er. Dass er wegen des Mutterschutzes von Riedl das Amt des Rathaus-Chefs in diesen Wochen mitübernehmen muss, sei kein Problem: „Bei einem freudigen Anlass wie diesem macht man das sehr gerne“.

Zudem sei es zeitlich trotz seines Berufs (Schoierer arbeitet im Veterinäramt im Chamer Landratsamt) relativ gut plan- und vereinbar gewesen, „das machte es einfacher,, sich darauf einzustellen“ – zumal man als zweiter Bürgermeister ohnehin damit rechnen müsse, zeitweise die Geschäfte zu führen.

„Sollte Normalität sein“

Stellvertretend für den sich in Urlaub befindlichen Chamer Landrat Franz Löffler, der bereits privat gratuliert hat, beglückwünscht stellvertretender Landrat Markus Müller das Ehepaar Riedl sehr herzlich zu ihrem Sohn Theo.

„Arbeit und Familie miteinander zu verbinden, meistern viele Familien tagtäglich erfolgreich. Da sollte es auch für Bürgermeister und Bürgermeisterinnen Normalität sein, dass man sich nicht entscheiden muss, entweder oder. Bürgermeisterin Riedl wünsche ich gemeinsam mit ihrer gesamten Familie für die kommende Zeit alles Gute. Ich freue mich auf die weiterhin gute Zusammenarbeit“, erläutert Müller.