Schwandorf bekommt einen weiteren Automaten-Laden: Candytraum wird umgestaltet

Von Johannes Hartl · 2. September 2024 um 19:00

Erst im November hat mit dem Candytraum ein neues Geschäft in der Friedrich-Ebert-Straße eröffnet. Nun wird der Laden umgebaut – zu einem Automaten-Shop, der mehr als bloß Süßigkeiten bieten soll. In Schwandorf ist es nicht das erste Geschäft dieser Art.

Es war am 20. November, als Onur Gür ein Geschäft in der Schwandorfer Innenstadt eröffnet hat. Für ihn war es vor allem eine Ergänzung zum Online-Versand, der für Candytraum die Haupteinnahmequelle sei. Rund 300 Quadratmeter hatte Gür dafür in der ehemaligen Dresdner Bank angemietet. Ein Großteil der Fläche dient als Lager.

Umbau läuft bereits

Doch ein Laden braucht auch Personal. Genau das war der Knackpunkt. Es fehlte schlicht an Mitarbeitern, sagt Gür nun der Mittelbayerischen. Zuletzt hatte der Laden deshalb nur noch am Freitag von 14 bis 18Uhr sowie am Samstag von 10 bis 16Uhr geöffnet. „Daher war die Entscheidung: Wir ändern Candytraum in einen Automatenladen um, weil wir dann 24/7 offen haben“, sagt Gür. Im Entschluss sieht der Inhaber „nur Vorteile“. Schließlich bräuchten die Automaten niemanden, „der aufpasst“.

Seit 6.August läuft inzwischen der Umbau in der Friedrich-Ebert-Straße 31. Dort wird unter anderem eine Wand eingezogen, um den künftigen Automaten-Bereich vom Lager zu trennen; zudem müssen die Geräte installiert werden.

Insgesamt soll der Laden mit zehn Automaten ausgestattet sein, wenn der Umbau abgeschlossen ist, wie Gür ankündigt. Neben ihrem Hauptgeschäft, den Süßigkeiten, will der Inhaber im Candytraum auch Tiefkühlkost, Eier, Milch oder Drogerieartikel anbieten. Sein Ziel: Die Kunden sollen sich zu jeder Tages- und Nachtzeit – auch am Samstagabend oder am Sonntag – noch Produkte holen können, die sie benötigen. Voraussichtlich bis Mitte oder Ende September sollen die Arbeiten abgeschlossen sein.

Geschäftsmodell ist nicht neu

Tatsächlich ist das Geschäftsmodell nicht neu. In Burglengenfeld ging bereits 2021 ein Fleischautomat an den Start. In Wackersdorf hat 2022 ein Eis-Automat mit dem klingenden Namen „Yeti“ eröffnet. Und im Schwandorfer Ortsteil Richt wurde ebenfalls 2022 ein Eier-Automat in Betrieb genommen. Einige dieser Ideen sind während der Corona-Zeit entstanden.

Doch es gibt nicht nur Automaten, die einzelne Produkte anbieten: Auch ein kompletter Shop, der Tana-Markt, hat im Februar 2022 in Schwandorf eröffnet. Der Laden ist in der Bahnhofstraße 2 zu Hause – auf einer Fläche von etwa 45 Quadratmetern. Zum Start waren damals mehr als 180 Artikel im Angebot: von Snacks über Getränke bis zu frischen Eiern. Insgesamt verfügt der Laden über fünf Automaten sowie über eine Lockbox, die laut Homepage unter anderem Shishas, Wasserpfeifen und „besondere Saison-Artikel“ im Angebot hat.

„Wir sind mit dem Ergebnis, wie es jetzt läuft, soweit zufrieden“, sagt Guiseppe Canu. Der Amberger ist gemeinsam mit seinem Bruder Riccardo Geschäftsführer der Canu & Canu GbR, die auch den Tana-Markt betreibt. Das Angebot möchten sie auf jeden Fall weiterhin in der Großen Kreisstadt anbieten, sagt er.

Sorgen um Sicherheit

In der Anfangszeit habe es zwar gewisse Anlaufschwierigkeiten gegeben – so etwa Beschädigungen oder einen Einbruch. Auch in den Sozialen Medien werden bis heute teils Sorgen um die Sicherheit laut, weil sich dort regelmäßig Gruppen von jungen Menschen treffen würden. Von „Halbstarken“ ist gar die Rede. Auch Canu weiß um dieses Thema. Daher habe man das Gespräch mit dem Ordnungsamt gesucht, damit dessen Mitarbeiter bei ihren Streifen vermehrt an dem Laden vorbeikommen. Dadurch habe man es zusammen für alle besser gemacht, sagt Canu.

Zu genauen Zahlen, wie gut der Tana-Markt angenommen wird, äußert sich der Geschäftsführer aus Konkurrenzschutzgründen zwar nicht. Aber vor allem Softdrinks, darunter Durstlöscher oder Coca-Cola, werden nach seinen Angaben derzeit täglich gekauft. Mit den Preisen wolle man günstiger sein als etwa Tankstellen und Bahnhofskioske, so lautet jedenfalls die Devise, die Canu formuliert.

Vor allem für die jüngeren Generationen interessant

Aber zwei Automatenläden in der Stadt, ist das gleich ein Trend? Armin Rank, Leiter der städtischen Stabsstelle für Wirtschaftsförderung, sieht das noch nicht. Es gebe jedenfalls keine zunehmenden Anfragen nach entsprechenden Räumen, sagt er auf Nachfrage der Mittelbayerischen. Rank sieht in den Automatenläden ein Angebot, das vor allem für die jüngere Generation interessant sein dürfte, die es eher spontan und flexibel möge.

Schließlich hätte ein Automatenladen keine begrenzten Geschäftszeiten, wie das in klassischen Läden der Fall ist. „Von meiner Einschätzung her, kann ich mir durchaus vorstellen, dass das insbesondere für jüngere Generationen eine interessante Geschichte ist“, sagt der städtische Wirtschaftsförderer im Gespräch.

So sieht es in der Bahnhofstraße aus: Der Tana Markt hat bereits 2022 seine Türen für die Kunden geöffnet. Foto: Johannes Hartl