Großprojekt in Schwandorf: An der Hoher-Bogen-Straße sollen drei Gewerbeeinheiten entstehen

Von Jan Lange · 21. August 2024 um 19:00

An der nördlichen Hoher-Bogen-Straße in Schwandorf hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan: das Bruder-Gerhard-Hospiz ist gebaut worden und nebenan ist eine Förderstätte der Barmherzigen Brüder entstanden. Auch die VR Bank Mittlere Oberpfalz will dort einen Neubau errichten. Noch bevor die Bank mit dem Bau beginnt, könnte ein anderes Großprojekt starten.

Denn direkt neben dem Hospiz sind drei Gewerbeeinheiten mit einer Größe zwischen 180 und 360Quadratmetern geplant. Bereits Ende September könnte es losgehen, deutet Investor Matthias Simmel an. Die Baugenehmigung liege ihm seit Kurzem vor, so der Schwandorfer. In das Genehmigungsverfahren sei wegen des Lärmschutzes auch das Landratsamt eingebunden gewesen, sagt Simmel.

Im Zuge der Genehmigung seien auch einige Befreiungen vom geltenden Bebauungsplan erteilt worden. Der B-Plan ist bereits im Jahr 1983 beschlossen worden. Die Flächen seien demnach Einrichtungen des Gemeinbedarfs wie Schulen oder kommunalen Verwaltungen vorbehalten. Außerdem müssten die Gebäude Pultdächer mit 25- bis 30-Grad-Neigung haben.

Arztpraxis, heilpädagogische Tagesstätte und Büros

Bereits bei den Nachbargebäuden wie dem Bruder-Gerhard-Hospiz wurden Ausnahmen von diesen Bestimmungen gewährt, so dass die Verwaltung im Sinne der Gleichbehandlung nun auch für die drei Gewerbeeinheiten Befreiungen erteilen musste. Nach den Erdarbeiten soll zügig mit dem Rohbau begonnen werden, erklärt Matthias Simmel. Ziel sei es, bis Ende 2025 das drei Millionen Euro teure Großprojekt abzuschließen. Bis ins Jahr 2026 hinein könnte noch die Gestaltung der Außenanlagen andauern, aber der Bau der drei eingeschossigen Gebäude soll, so der Investor, bis Ende nächsten Jahres fertig sein.

Zwischen den drei Gebäuden wird ein Innenhof, eine sogenannte Piazza, entstehen, der mit einer Photovoltaikanlage überdacht sein wird. Für die drei Gebäude hat Matthias Simmel bereits Mieter gefunden. Im hinteren der drei Häuser soll eine heilpädagogische Tagesstätte für Kinder entstehen. Eine Arztpraxis ist im mittleren Gebäude geplant. Ein Orthopäde soll hier einziehen. Und im Gebäude direkt an der Hoher-Bogen-Straße sind Büroräume vorgesehen. Auch dafür gibt es schon einen Nutzer, der seinen Betrieb von der Innenstadt in den Stadtwesten verlagern will.

Keinen Betreiber für Inklu-Café gefunden

Ursprünglich hatte Matthias Simmel im vorderen Gebäude ein Inklusions-Café angedacht. Doch dafür habe sich kein Betreiber gefunden. Und so sollen nun Büroräume entstehen. Dafür fand der Investor schnell einen Mieter. Mit dem Interessenten stand Simmel bereits wegen Räumlichkeiten im Gewerbepark an der Bellstraße in Kontakt. Letztendlich entschied sich der Interessent aber für die Hoher-Bogen-Straße 7. Auch wenn nun kein Inklusions-Café entstehen wird, soll alles barrierefrei sein.

Auf dem Grundstück neben dem Bruder-Gerhard-Hospiz sollte eigentlich ein anderer Neubau verwirklicht werden. Doch der Bauherr nahm wieder Abstand davon. „Als ich erfahren habe, dass die Fläche wieder zu haben ist, habe ich sie mir sofort gesichert und beplant“, erklärt Simmel. Der 44-Jährige hat in der Stadt Schwandorf bereits zahlreiche Projekte verwirklicht. An der Libourne-Allee baut er zwölf Mehrfamilienhäuser, von denen drei bereits bezogen sind. Drei weitere Häuser sollen demnächst fertig und bezogen werden. Die restlichen Objekte sollen bis Mitte 2025 abgeschlossen sein.

Für den Gewerbepark an der Bellstraße, in dem auch die Lokalredaktion Schwandorf/Vilstal der Mittelbayerischen Zeitung seit September vorigen Jahres ihren Sitz hat, gibt es laut Matthias Simmel ebenfalls weitere Mieter. Neben den drei bestehenden Gebäuden soll im kommenden Jahr ein viertes errichtet werden.

Auf dieser Freifläche neben dem Bruder-Gerhard-Hospiz (l.) und der Förderstätte der Barmherzigen Brüder (r.) soll das Millionenvorhaben verwirklicht werden. Foto: Jan Lange