Drei Wochen Drachenstich Furth im Wald sind so viel mehr als nur das Festspiel

Der Drachenstich ist schon wieder eine Woche Geschichte. Ich sitze im Büro und überlege, was mir zuerst einfällt, wenn ich an verrückte drei Wochen denke. Es ist wohl die positive Atmosphäre, die der Stadt einen besonderen Zauber verleiht.
Wenn an einem der ein Dutzend Stich-Tagen die Menschen voller Vorfreude in die Arena strömen und so wie in diesem Jahr, die Abende stets lau sind, dann herrscht auch darum herum eine Stimmung, die außergewöhnlich ist.
Die Terrassen der Lokale am Stadtplatz sind bis auf den letzten Platz gefüllt. Und während in der Arena Peter von Chamerau um das Herz der schönen Ritterin buhlt, herrscht hier eine gelöste und freundschaftliche Stimmung wie auf der Piazza einer süditalienischen Altstadt.
Jetzt schon für 2025 planen
Man muss nicht viel sagen über das Stück selbst, das jedes Jahr um einige Nuancen verändert wird und so auch dem erfahrenen „Stichie“ (kann man so sagen, schließlich ist der Star Trek-Fan auch ein Trekkie und die Verehrung nicht minder hoch) immer wieder neues bieten.
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Nur so viel: Wer noch nicht dabei war, sollte ganz schnell in seinen Kalender blicken. Denn so viel ist sicher: Die fünfte Jahreszeit 2025 kommt so sicher, wie der Ritter den Drachen sticht. Natürlich kommt man auch in diesem Jahr nicht am Ritterpaar Eva Baier und Ludwig Fleischmann vorbei, die das Festspiel überstrahlt haben und das nicht nur während ihrer Auftritte. Schließlich stehen sie nach ihrer offiziellen Inthronisierung beim Drachenball im Fokus der Öffentlichkeit. Überall, wo sie eingeladen sind – und das sind wirklich viele Termine – werden sie herzlich empfangen und repräsentieren Furth im Wald mit ihrer jugendlich frischen und sympathischen Art. Doch ganz klar, können sie nur auf dieser Welle der Euphorie reiten, wenn alle um sie herum einen mindestens genau so engagierten Job machen. Es bereitet beinahe physisches Leid, zumindest aber Kopfschmerzen, wen man aus der Schar der für den Stich in irgend einer Form Aktiven nennen soll. Verdient hätten sie es alle. Wer weiß, vielleicht sollte man es mit Bürgermeister Sandro Bauer halten, der bei seiner allabendlichen Begrüßung vor dem Stück etwa sagt: „Ich verzichte darauf jetzt alle Gruppen einzeln zu begrüßen, Sie wissen ja selbst, wie Sie heißen.“
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Abgewandelt würde das bedeuten, ich verzichte darauf jede Gruppierung einzeln zu erwähnen, sie weiß ja, was sie für den Drachenstich leistet. Ob das der Spielmannszug Grenzfähnlein ist, ohne dessen Businen, Flöten oder Trommeln, die bei praktisch jedem Anlass ertönen, die drei Wochen um so vieles ärmer wären. Die Rosserer, der historische Festzug, die Drachenmannschaft und so viele mehr, jeder trägt ein großes Stück zum Kuchen bei. „Chapeau“ muss man da sagen. Es sind aber vor allem auch die Nebenschauplätze, die diese Zeit so besonders machen. Ausstellungen wurden konzipiert , zum Beispiel zum Thema einhundert Jahre Kinderdrachenstich. Es ist einfach herzerwärmend zu sehen, dass einige Further dem Aufruf bei der Ausstellungseröffnung gefolgt sind und selbst gebastelte Drachen mitgebracht haben. Alle anderen der zahlreichen Gäste stehen mit leuchtenden Augen davor und erzählen sich erlebte Drachen-Geschichten aus der Kindheit. Nur einige Beispiele für ein Heer an Enthusiasten, die ehrenamtlich jeden August in der Grenzstadt zu einem, wie es Neudeutsch heißt: „Place to be“ macht.
Durch die Altstadt flanieren
Und dabei ist noch gar nicht das Cave Gladium erwähnt, dessen Macher den Wahnsinn im Wahnsinn veranstalten. Meine Empfehlung: Kaufen Sie sich eine Karte für das Stück. Lassen Sie sich aber auch an anderen Tagen durch die Altstadt treiben und saugen Sie die positive Stimmung auf. Sie werden es nicht bereuen.

