Alte Raritäten in Domažlice: Auch Chamer zeigten ihre Schätze in der Further Partnerstadt

In Scharen waren am Samstag Besucher aus dem bayerischen Grenzraum nach Domažlice, der Partnerstadt von Furth im Wald, geströmt. Dort gab es eine Parade in Chrom, Blech, Lack und Leder zu sehen, welche den Stadtplatz in ein Open-Air-Oldtimermuseum verwandelte. Auch Chamer zeigten ihre Schätze.
Der Oldtimer-Club Domažlice hatte in Zusammenarbeit mit der Stadt zum 50. Mal zur internationalen Fahrt zur Prüfung der Zuverlässigkeit historischer Fahrzeuge eingeladen. Gekommen waren 134 tschechische und deutsche Teilnehmer mit Motorrädern und Autos der Baujahre bis 1960, die einem staunendem Publikum ihre fahrbaren Untersätze präsentierten. Es wurden Fotoapparate und die Handy-Kameras gezückt, um diese Raritäten festzuhalten.
Mit Stolz verwies Clubmitglied Jan Pek darauf, „dass unser Veteranenclub einer der wenigen tschechischen Clubs ist, der seine Veranstaltung seit einem halben Jahrhundert ununterbrochen organisiert“.
Organisatorischer Mittelpunkt war das Autocamp in Babylon, wo die ersten Teilnehmer bereits am Freitag eintrafen. Am Samstagvormittag trafen die Oldtimer-Karossen und Nostalgie-Motorräder am oberen Teil des Stadtplatzes von Domažlice ein, wo sie von den Besuchern bestaunt werden konnten. Dabei waren auch viele Teilnehmer aus Deutschland.
So war Willi Schneider aus Untergrafenried mit einem Jaguar vertreten. Ein Kötztinger Kennzeichen trug ein alter VW-Bus. Die ältesten zugelassenen Fahrzeuge waren in diesem Jahr zwei Ford T-Wagen der Baujahre 1912 und 1916. Als wahre Rarität wurde der russische Freze vorgestellt, der offenbar nur in einem einzigen Exemplar überlebt hat.
Besonderes Augenmerk fanden zwei Sportwagen vom Typ Jaguar XK 140 aus den Jahren 1954 und 1955, ein luxuriöser Rolls Royce Silver Dawn (Baujahr 1953) und ein riesiger Cadillac (1959). Auch alte Motorräder fanden Interesse, wie eine englische Clyno aus dem Jahr 1920. Vier Jahre jünger waren zwei legendäre American-Indian-Maschinen. Kenner hatten schnell ein Motorrad der fast unbekannten Marke New Imperial von 1926 entdeckt. Selbstverständlich gab es eine große Auswahl an Maschinen der tschechischen Marken Jawa und ČZ zu sehen.
Am Mittag erfolgte vom Stadtplatz Domažlice aus der Start zu einer rund 80 Kilometer langen Rundfahrt, die über Milavče nach Horšovský Týn, Meclov, Postřekov und Trhanov nach Babylon ins dortige Autocamp führte. Bürgermeister Stanislav Antoš schickte die Oldtimer auf die Reise, zuerst die Zweirad-Fahrzeuge und danach die Nostalgie-Autos.
Die Rundfahrt war kein Geschwindigkeitsrennen. Die Wertung wurde durch die Anzahl der Strafpunkte bestimmt, welche die Teilnehmer durch die Erfüllung verschiedener Aufgaben auf der Strecke bekamen. Zum Beispiel war das möglichst genaue Einhalten des vorgegebenen Front- oder Seitenabstands beim Anhalten an einem aufgebauten Hindernis zu bewältigen. Die wenigsten Strafpunkte hatte Jan Pešťál aus Prag, ein langjähriger Teilnehmer der Domažlicer Veranstaltung zu verzeichnen, der ein Indian Chief-Motorrad aus dem Jahr 1940 fuhr.
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