Rassismus-Vorwurf in Furth: Betrunkene sollen Mann mit arabischen Wurzeln verbal belästigt haben

Von Alexander Frimberger · 25. August 2024 um 19:00

Zu einem rassistischem Vorfall soll es am 16. August gegen 23 Uhr am Bayplatz, Ecke Bräuhausstraße, gekommen sein. Fünf junge Männer sollen einen Mann nach dem Drachenstich-Festspiel in Furth im Wald (Landkreis Cham) verbal angegriffen haben.

In einem offenen Brief wendet sich Doris Schneider-Coutandin an die Öffentlichkeit. Älteren Drachenstichbegeisterten dürfte sie noch ein Begriff sein, weil sie von 2000 bis 2012 Regieassistentin des Festspiels war. „Noch immer kehren wir regelmäßig zum Drachenstich zurück, meist in wechselnder Besetzung.“ In diesem Jahr war ihre Tochter an der Reihe. Sie war mit ihrem Partner nach Furth gekommen. Die Tochter erinnert sich: „Ich habe meinem Partner schon viel über Furth und den Drachenstich erzählt und ihn so lange bequatscht bis er dieses Jahr mit mir hingefahren ist.“

Auf dem Rückweg vom Festspiel zum Auto soll sich folgendes zugetragen haben: Fünf junge Männer zwischen 20 und 30 Jahren, offensichtlich betrunken, gekleidet in einheitlichen T-Shirts, haben das Paar demnach angepöbelt. Die Identität der Männer und ob sie aus Furth stammen, kann die Tochter von Schneider-Coutandin nicht benennen.

Eindeutige Würge- und Brechgeräusche

An den Vorfall erinnert sie sich indes so: „Mein Mann ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, hat arabische Wurzeln, daher hatte er leider auch schon des Öfteren mit Vorurteilen zu tun. Aber dieses Mal war es eine tatsächliche verbale Äußerung gegenüber einem Ausländer mit einer deutschen Frau an seiner Seite. Denn die Würge- und Brechgeräusche waren sichtlich auf uns bezogen. Viele Menschen liefen an diesem Abend an der besagten Gruppe vorbei, doch genau bei uns passierte dieser Zwischenfall. Beängstigend war, dass der Weg zu unserem Auto an relativ unbelebten Straßen war und wir uns nicht sicher waren, ob wir von dieser Gruppe auch verfolgt werden. In der akuten Situation sind wir beide ruhig geblieben, damit das Ganze nicht eventuell doch eskaliert.

Zum Glück ging das aber alles gut aus. Aber es hätte durchaus auch Schlimmeres passieren können, wenn wir zum Beispiel nicht stillschweigend und mit gesenktem Kopf an der Gruppe vorbeigelaufen wären.“ Anzeige hat das Paar nicht erstattet, wünscht sich nach der traumatischen Erfahrung mehr Aufklärung zu diesem Thema. Besonders traurig findet Doris Schneider-Coutandin den Vorfall mit Blick auf das Festspiel: Nur kurze Zeit vorher habe man am Stadtplatz frenetisch ein Stück bejubelt, das eine Botschaft des Friedens und der Gemeinsamkeit der Religionen und Ethnien aussendet.