Rückkehr nach 25 Jahren: Joachim Raab aus Traitsching ist neuer Schulleiter der FOS/BOS Cham

Er ist der Neue am Chamer Schulberg. Zum 1. August hat Joachim Raab die Stelle des Schulleiters der Beruflichen Oberschule mit angegliederter Wirtschaftsschule angetreten. Er tritt damit in die Fußstapfen von Barbara Dietzko, die seit 2013 bis zum Eintritt in den Ruhestand die Schule geleitet hatte.
Berührung mit der Arbeit eines Schulleiters hatte Raab in seiner bisherigen beruflichen Laufbahn jede Menge. Gut vier Jahre lang war der Traitschinger als Mitarbeiter bei der Ministerialbeauftragten für die Beruflichen Oberschulen in Ostbayern in Straubing tätig und ist als solcher viel herumgekommen. „Ich habe dabei alle Schulen in Ostbayern kennengelernt“, erzählt er im Gespräch mit unserer Redaktion. Immerhin habe er in seiner Zeit bei der MB-Dienststelle Schulen in drei Regierungsbezirken betreut.
Eine seiner Hauptaufgaben dabei war es, die Schulen zu besuchen, um sie in ihrem Entwicklungsprozess zu beraten – „eine sehr interessante Aufgabe“, wie Raab es beschreibt. Für ihn eine Zeit, die er keinesfalls missen möchte. „Ich habe dabei wahnsinnig viel erlebt“, erzählt er. Nicht zuletzt habe er durch die enge Zusammenarbeit mit unterschiedlichen Schulleitern auch detaillierte Einblicke in deren Tätigkeitsfeld erhalten. Sei Fazit: „Es ist eine sehr interessante Aufgabe Schulleiter zu sein“ – für den 51-Jährigen ein Grund, sich selbst dieser Herausforderung zu stellen. „Ich bin ein Mensch, der nicht immer das Gleiche machen möchte, sondern immer wieder neue Herausforderungen sucht“, beschreibt er seinen Entschluss, sich für die neu zu besetzende Stelle in Cham zu beworben zu haben.
Als Referendar bereits in Cham gewesen
Vom Beruflichen Schulzentrum auf dem Schulberg zeigt sich Raab, der bereits als Referendar vor gut 25 Jahren hier eingesetzt war, begeistert. Bereits beim Durchblättern des Jahresberichtes habe er sich vom aktiven Schulleben, dem engagierten Kollegium und der harmonischen Zusammenarbeit der ganzen Schulfamilie überzeugen können. Hinzu kommen vorbildliche Rahmenbedingungen, was die digitale Ausstattung, die Klassenzimmer und die Fachräume der Schule betrifft, die damit modernste Standards erfüllen. Selbstredend ist für den dreifachen Familienvater aus Traitsching nach vielen Jahren beruflicher Tätigkeit in Niederbayern auch der fortan heimatnahe Einsatzort von Vorteil.
Umso größer ist die Vorfreude auf seine künftige Tätigkeit und den Beginn des neuen Schuljahres im September: „Ich freue mich, diese Schule leiten zu dürfen“, sagt Raab und spricht in diesem Zusammenhang Dank an seine Vorgängerin Barbara Dietzko für ihr langjähriges Wirken als Schulleiterin aus.
Bereits jetzt während der Ferien ist er damit beschäftigt, alles für das neue Schuljahr vorzubereiten. „Momentan planen wir den Terminkalender für das Schuljahr“, erzählt er. Spannend werde es dann zu Schuljahresbeginn. Dann stelle sich heraus, ob die Klassenbildung letztlich wie geplant erfolgen kann. Neben den organisatorischen Vorbereitungen ist der Schulleiter aber auch schon gespannt darauf, das Kollegium und natürlich die Schüler kennenzulernen.
Für die kommenden Jahre ist Joachim Raab vor allem eins wichtig: ein wertschätzendes Umfeld, das geprägt ist von Offenheit und einer guten Gesprächskultur. „Es soll insgesamt eine gute Lernatmosphäre herrschen“, erklärt Raab, der überdies vollkommen hinter der Schulform FOS/BOS steht.
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Insbesondere in der fachpraktischen Ausbildung, die ein halbes Schuljahr in der 11. Jahrgangsstufe der Fachoberschule beansprucht, sieht Raab ein Alleinstellungsmerkmal der Beruflichen Oberschule. „Das unterscheidet uns von anderen Schularten“, sagt er. Dadurch könnten die Heranwachsenden erste Erfahrungen in der Berufswelt erlangen und ihre Persönlichkeit weiterentwickeln. Selbiges betreffe die Wirtschaftsschule, in der die Schüler durch die Arbeit in der Übungsfirma selbsttätig die reale Berufswelt erproben können.
Kein Konkurrenzdenken
Ein Konkurrenzdenken gegenüber dem Gymnasium lehnt Raab indes ab. Speziell in Bezug auf die Fachoberschule sei wichtig, dass „der Schüler, für den die FOS der richtige Weg ist, auch zu uns kommt“.
Großen Stellenwert hat für Raab im Schulalltag das Lehrer-Schüler-Verhältnis. „Ich bin überzeugt, dass der Lehrer für den Lernerfolg des Schülers entscheidend ist“, so der Pädagoge. Auch für eine gute Beziehung zwischen Lehrendem und Lernendem sieht er eine von Wertschätzung geprägte offene Kommunikation als Schlüssel an.
Von der aktuell oft diskutierten Schülerschelte hält der 51-Jährige hingegen nichts. „Es gibt lernschwächere Schüler genauso wie Leistungsstärkere – mit beiden muss man umgehen können.“ Sein Rezept für ein positives Lernklima: „gemeinsam mit dem Schüler ins Gespräch kommen“.
Zur Person des neuen Schulleiters der FOS/BOS/WS Cham
Schulbildung: Joachim Raab, dessen Mutter und Geschwister ebenfalls Lehrer sind, trat nach dem Besuch der damaligen Volksschule Schorndorf-Sattelbogen an das Joseph-von-Fraunhofer-Gymnasium in Cham über, wo er 1991 das Abitur ablegte.
Studium: Nach dem Zivildienst studierte er an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Wirtschaftspädagogik mit dem Abschluss als Diplom-Handelslehrer, nachdem er bereits während der Schulzeit starkes Interesse an wirtschaftswissenschaftlichen Fächern hatte, wie er erzählt.
Berufliche Laufbahn: Das Referendariat führte Joachim Raab nach Straubing an die Mathias-von-Flurl-Schule, die Staatliche Berufsschule II. Sein zweites Dienstjahr absolvierte er an der Staatlichen Fachoberschule und Berufsoberschule in Cham. Um die Jahrtausendwende folgte die Anstellung als Lehrkraft an der Mathias-von-Flurl-Schule in Straubing bis zum Jahr 2004. Anschließend unterrichtete Raab an der Beruflichen Oberschule Straubing, bevor er 2020 Mitarbeiter bei der Ministerialbeauftragten für die Beruflichen Oberschulen in Ostbayern in Straubing wurde.
Privates: Joachim Raab ist 51 Jahre alt, verheiratet und Vater von drei Kindern. Zu seinen Hobbys zählen das Imkern und die Gartenarbeit. Daneben spielt Bewegung „als Ausgleich zum beruflichen Alltag“, wie er erklärt, eine wichtige Rolle für ihn. Am liebsten geht er zum Wandern oder Schwimmen und unternimmt Radtouren.