Sanierungsarbeiten an Chamer Biertorbrücke: Das Nadelöhr wird tagsüber für zwei Wochen gesperrt

Die Stadt hat in letzter Zeit wenig Glück mit ihren Brücken. Die einen sind in die Jahre gekommen, die anderen müssen mit den häufigeren Belastungen zurechtkommen. Nun hat es die Biertorbrücke erwischt. Prüfungen nach dem Hochwasser haben ergeben, dass eine Granitsteinmauer, die an das Fundament grenzt und dort die Böschung sichert, vom Einsturz bedroht ist.
Die Bruchsteine sind offensichtlich durch die Wucht des abfließenden Wassers hinterspült worden und die Mauer baucht nun nach vorne aus. Die Sanierung soll innerhalb von 14 Tagen abgeschlossen sein.
Sperre von 7 bis 17 Uhr
Die Stadt und die Baufirma Wutz stehen unter Zeitdruck, weil Bürgermeister Martin Stoiber auf jeden Fall bis zum Schulbeginn die Brücke wieder freigeben will. Auch deswegen sollen die Bauarbeiten bereits kommende Woche beginnen. Voraussichtlich bereits am Montag, 26. August, will man mit der Ertüchtigungsmaßnahme beginnen, sagt Tiefbau-Ingenieur Josef Ried. Ab dann soll die Brücke werktags von 7 bis 17 Uhr für den Autoverkehr gesperrt werden. Nachts und am Wochenende bleibt die Durchfahrt erlaubt.
Nun ist das Biertor ohnehin ein Nadelöhr, das den Verkehr betrifft. Dass es aber am Tag komplett gesperrt bleiben soll, hat noch einmal eine andere Qualität, zumal die Arbeiten an anderer Stelle in der Stadt auch noch laufen. Am Dienstagabend trafen sich die Verantwortlichen deswegen zu einer Pressekonferenz auf der Brücke. Bürgermeister Stoiber und Tiefbau-Ingenieur Josef Ried erläuterten dabei vor Ort die Notwendigkeit der Maßnahme.
Bürgermeister: „Frostschäden nicht riskieren“
Stoiber betont, dass ihm die hohe Bedeutung dieser Engstelle für den Verkehrsfluss in der Chamer Innenstadt durchaus bewusst ist. Gerade deshalb sei es so wichtig, die Arbeiten noch vor dem Winter abzuschließen und die Zeit außerhalb des Schulverkehrs zu nutzen, denn am Fundament wollen wir nicht riskieren“, so der Rathauschef, der die Notwendigkeit der Maßnahme als „kleinere Baustelle, um Größeres zu vermeiden“ beschreibt. Zudem wären derartige Arbeiten im Winter aufgrund des hohen Wasserstandes gar nicht möglich.
Und auch jetzt könnte dieser der Stadt zum Verhängnis werden und den Zeitplan von zwei Wochen ins Wanken bringen, sollte es in den nächsten Tagen stark regnen, gibt Ried zu bedenken. Zwar geben sich Bürgermeister und Tiefbau-Ingenieur ob der Einhaltung des Zeitplans optimistisch, dennoch: „Man weiß nie, was einen erwartet“, sagt Josef Ried.
Jedoch hat die Stadt noch ein zweites Problem: Die Frühlingstraße ist noch bis in den Herbst hinein gesperrt. „So lange können wir mit den Sanierungsarbeiten am Biertor aber nicht warten“, sagt Bürgermeister Stoiber. „Wenn uns die Steine im Winter ins Wasser fallen, dann haben wir ein anderes Problem.“
Lesen Sie außerdem: Segen und Fest für Brücke zwischen Roding und Mitterdorf bringen Großprojekt zum Abschluss
Laut dem Chamer Tiefbau-Ingenieur laufen die Arbeiten in der Frühlingstraße derzeit besser als geplant. Momentan könne man davon ausgehen, dass sie im November gut abgeschlossen werden können. Zwei der drei geplanten Stützmauern stehen bereits, die dritte ist in Arbeit. „Wir sind sehr zufrieden“, so Ried.

