Was lange währt, wird endlich gut: Segen und Fest für Brücke zwischen Roding und Mitterdorf

Von Oliver Hausladen · 20. August 2024 um 05:00

Viele Jahre hat das Projekt gedauert, aus verschiedenen Gründen stand es vor dem Scheitern, nun wird mit einem Festakt das glückliche Ende begangen: Die neue Fuß- und Radwegbrücke von Roding nach Mitterdorf wird am Freitag, 13. September, ab 15 Uhr offiziell eingeweiht.

Die neue Brücke, ungefähr 300 Tonnen schwer und etwa 130 Meter lang, wird eifrig frequentiert und hat sich auch als neuer Blickfang für Rodinger und Besucher, vor allem auch abends, etabliert. Eigentlich war sie allerdings im Rahmen des Hochwasserschutzes für Mitterdorf errichtet worden, der aber auf unbestimmte Zeit verschoben worden ist. Trotzdem soll die neue Verbindung zwischen Roding und Mitterdorf nun auch offiziell eingeweiht werden.

Das Projekt hat insgesamt 5,4 Millionen Euro gekostet, die Stadt Roding darf aber mit einer Förderung in Höhe von 70 Prozent rechnen.

Spektakuläre Einhübe

Aus Sicht der Stadt ist die Brücke unter anderem wichtig, weil sie die Sicherheit von Fußgängern und Radfahrern massiv erhöhe, da diese nicht mehr die „normale“ Autobrücke über den Regen nutzen müssten, wie Bürgermeisterin Alexandra Riedl mehrfach betont hat. Außerdem macht sie den Weg von der Mitterdorfer Seite etwa zum Volksfest, zum Sportplatz oder zu Veranstaltungen auf der Flussbühne deutlich kürzer.

Mittlerweile hat die Kommune auch das Umfeld mit den Wegen, das wegen der insgesamt sechs Einhübe der tonnenschweren Einzelteile und deren Anlieferung in Mitleidenschaft gezogen worden war, hergerichtet, so dass die Brücke von beiden Seiten gut erreichbar ist (sofern es kein Hochwasser gibt).

Suche nach speziellem Stahl

Nicht alles lief rund. Zeitweise hatte es so ausgesehen, als ob die Firma Rädlinger die Brücke nicht bauen hätte können. Der spezielle Cortenstahl, der verwendet wurde, sorgte für Herausforderungen. Diesen hatte Rädlinger 2021 in einem der wenigen Stahlwerke bestellt, die ihn in der benötigten Güte und Menge liefern konnten – in der Ukraine. Anfang 2022 brach der Krieg nach dem Angriff Russlands aus und die Bestellung wurde nie geliefert. Nach langer Suche konnte die benötigte Menge bei einem schwedischen Hersteller bestellt werden, der erst kurz zuvor die nötige Akkreditierung erworben hatte.

Dann galt es für die Firma mit Sitz in Windischbergerdorf, in mehr als 8000 Arbeitsstunden die Fertigung, in einen Zeitraum von 16 Wochen zu komprimieren – der Fertigstellungstermin war durch einen auslaufenden Förderzeitraum festgelegt. Letztlich klappte dies alles nach Plan, wie auch die spektakulären Einhübe.

Doch schon viel früher musste das Großprojekt viele Hürden nehmen. So hatte sich der Stadtrat im September 2020 nach einer kontroversen Debatte mit 12:11 Stimmen wegen steigender Kosten, gleichbleibender Fördergelder, coronabedingter Steuerausfälle und Bedenken der Bürger zunächst gegen den Bau der Brücke ausgesprochen, einen Monat später sprach sich das Gremium dann aber (nachdem zuvor Fehlinformationen vorlagen) deutlich mit 22:2 Stimmen für deren Errichtung aus.

Seit September 2023 offen

Als die Brücke stand, konnte sie aber erst einmal lange Zeit noch nicht benutzt werden, da es auf der Mitterdorfer Seite keinen Zugang gab. Diesen hätte das Wasserwirtschaftsamt Regensburg im Zuge des geplanten Hochwasserschutzes für den Rodinger Ortsteil bauen sollen. Nachdem dieses Projekt aber auf unbestimmte Zeit verschoben ist, baute die Stadt selbst einen barrierefreien Zugang. Ende September des vergangenen Jahres war es dann soweit und die Brücke konnte endlich freigegeben werden – nun wird sie auch rege genutzt.

Das Programm zur Brücken-Einweihung

Beginn um 15 Uhr: Um 15 Uhr treffen die Gäste am Freitag, 13. September, bei der Brücke ein.

Parkmöglichkeiten in Roding und Mitterdorf: Parkmöglichkeiten gibt es auf Rodinger Seite am Volksfestplatz am Esper sowie in Mitterdorf in der Anliegerstraße Am Graben.

Begrüßung, Bericht und Grußworte: Rodings Bürgermeisterin Alexandra Riedl wird die Besucher begrüßen und über die Errichtung der Brücke berichten. Anschließend folgen Grußworte der Ehrengäste.

Segnung und Einweihung: Dann stehen Segnung und Einweihung der neuen Verbindung zwischen Roding und Mitterdorf auf dem Programm.

Brückenfest mit der Bevölkerung: Anschließend folgt ein Brückenfest mit der Bevölkerung. Für das leibliche Wohl ist gesorgt.

Stadtkapelle sorgt für Musik: Die Veranstaltung wird von der Rodinger Stadtkapelle musikalisch begleitet.

Zentimeterarbeit mit tonnenschweren Teilen: Der Einhub der Brückensegmente war spektakulär. Foto: Simon Tschannerl