Spektakulärer Einhub: Neue Brücke überspannt Regen zwischen Roding und Mitterdorf

Spektakulärer Einhub am Regenufer: Das letzte von insgesamt sechs Teilen der neuen Geh- und Radwegbrücke zwischen Roding wurde am Mittwochnachmittag mit einem Spezialkran auf seinen Platz gehievt.
Langsam schwebte das schwere Stahlteil über den Regen, bis es an seiner Stelle war. Und die Erleichterung bei allen Beteiligten war groß: Der sechste „Schuss“ passte perfekt. Sie überspannt nun den Regen und verbindet Roding und Mitterdorf.
Am Mittwochnachmittag hob die Rädlinger Maschinen- und Stahlbau GmbH den letzten der insgesamt sechs „Schüsse“ – so bezeichnen Fachleute einzelne Brückenteile – an seine finale Position über dem Fluss. Damit wurden dieAbschnitte vier und fünfverbunden. Einige Zuschauer verfolgten den spektakulären Einhub vom Ufer aus.
„Es war toll zu sehen, wie der Einhub stattfand, und das Teil zentimetergenau passt“, freute sich Bürgermeisterin Alexandra Riedl. Die Restarbeiten werden (und müssen förderungsbedingt) bis Ende April fertig sein, „wir sind jetzt sehr gut im Zeitplan“, so Riedl.
„Filigranes Bauwerk“
„Die Brücke ist ein wirklich filigranes Bauwerk, gerade an den Enden ist sie besonders flach konstruiert. Der finale Schuss wiegt daher trotz einer Länge von 23,5 Metern und einer Breite von 5,5 Metern nur rund 36 Tonnen“, erklärte Bauleiter Eduard Keck. „Für ein Brückenteil dieser Länge ist das sehr leicht. An seiner dicksten Stelle hat es nur eine Höhe von einem Meter.“
Für das Bauteil war trotzdem Spezialgerät nötig: „Wir hatten einen 500-Tonnen-Kran, da wir das Brückenteil über den Fluss heben mussten“, so Keck. Je weiter das Bauteil vom Schwerpunkt des Krans gehoben werden muss, desto höher sind auch die auftretenden Kräfte und entsprechend muss der Kran, der vor Ort aufgebaut werden musste, größer dimensioniert werden. Mit dem erfolgreichen Einhub ist ein großer Teil des Projekts geschafft: „Wir müssen jetzt noch Teil sechs luftdicht mit den Teilen vier und fünf verschweißen. Dann können wir endlich die provisorischen Stützen entfernen und die filigrane Konstruktion der Brücke kommt voll zur Geltung. Danach stehen noch die finalen Arbeiten an: Geländer installieren, Fahrbahnbelag aufbringen und so weiter“, erklärte Obermonteur Simon Schamberger.
Die fertige Brücke bringt 300 Tonnen auf die Waage, bei einer Gesamtlänge von 130 Metern. Gefertigt wurde sie vollständig am Hauptsitz der Werner Rädlinger Gruppe in Windischbergerdorf – in derFertigungwurden über 8000 Arbeitsstunden in das Projekt gesteckt. Die Brücke besteht aus Cortenstahl, der eine natürliche Rostpatina ansetzt und dadurch vor weiterer Korrosion geschützt ist.
Viele Herausforderungen
Ein Projekt dieser Größenordnung bringt verschiedene Herausforderungen mit sich: „Begonnen hat es mit Lieferschwierigkeiten. Ursprünglich hatten wir den Stahl Ende 2021 bei einem ukrainischen Stahlwerk bestellt – dann brach der Krieg aus und der Stahl wurde nie geliefert. Nach aufwendiger Suche wurden wir bei einem anderen Hersteller fündig“, erinnerte Stahlbau-Abteilungsleiter Thomas Forster.
Dadurch verzögerte sich das Projekt, bevor die erste Schweißnaht gezogen werden konnte: „Da der Fertigstellungstermin durch eine auslaufende Förderfrist gesetzt ist, mussten wir in der Planung besonders flexibel sein. Bei einem Projekt mit sechs Bauteilen, die exakt zusammenpassen müssen, gibt es unzählige Variablen, die jede für sich zu Verzögerungen führen können“, so Forster. „Auf diese schnell und gleichzeitig überlegt zu reagieren und dabei den großen Plan nicht zu gefährden, war eine starke Teamleistung von Büro, Fertigung und Montage. Daher bin ich jetzt sehr erleichtert über den erfolgreichen finalen Einhub.“
Technische Daten
Sechstes Bauteil:Das sechste und letzte Bauteil der neuen Brücke über den Regen zwischen Roding und Mitterdorf ist 23,5 Meter lang, 5,5 Meter breit und wiegt rund 36 Tonnen.
Spezialkran:Um das Teil an seinen Platz über dem Fluss einzuheben, war ein 500-Tonnen-Kran nötig, der vor Ort zusammengebaut wurde.
Fertige Brücke: Die gesamte Brücke aus Cortenstahl ist bei einer Gesamtlänge von 130 Metern etwa 300 Tonnen schwer.

