Fuhrpark der Schwandorfer Feuerwehr wird immer moderner: Nächstes neues Auto kommt im Herbst

Von Hubert Heinzl · 11. August 2024 um 19:00

Der Fuhrpark der Schwandorfer Feuerwehr ist wieder komplett. Das Löschgruppenfahrzeug LF 20, das im Juni bei einem Unfall beschädigt worden war, konnte inzwischen wieder repariert werden. Nach der Drehleiter im Frühjahr rollt im Herbst das nächste neue Feuerwehrauto an.

Wie berichtet, war das LF 20, das erst 2021 für rund 400.000Euro von der Stadt beschafft worden war, Ende Juni an der Schwandorfer Beer-Kreuzung in einen Unfall verwickelt. Das Löschgruppenfahrzeug erfasste einen Mini und wurde durch den Aufprall beschädigt. Es musste vorübergehend ausgemustert werden. Doch vor zwei Wochen nahm die Feuerwehr ihr LF20 wieder in Betrieb, wie Stadtbrandinspektor Klaus Brunner berichtet. Zuvor war der Lkw beim Hersteller MAN instand gesetzt worden.

Tödlicher Zwischenfall

Noch kaum im Einsatz ist die neue Drehleiter, die erst im März dieses Jahres bei der FF Schwandorf eingetroffen war. Der Grund: Nach dem tödlichen Drehleiter-Unfall in Sinzing (Kreis Regensburg) im September vergangenen Jahres, als eine Seniorin bei einem Rettungseinsatz verunglückte, legt Kommandant Brunner größtmöglichen Wert auf die Sicherheit bei der Handhabung. „Wir lassen uns Zeit, um alle Aktiven gut zu schulen“, so der Stadtbrandinspektor. Und das dauert.

Unter der Anleitung von Stadtbrandmeister Roland Krettner und den anderen Maschinisten werden seit der Auslieferung der Drehleiter im März dieses Jahres sämtliche 72 Einsatzkräfte eingewiesen – grundsätzlich, in der Praxis und auch bei den regulären Montagsübungen. „Alle sollen den gleichen guten Ausbildungsstand haben“, hebt der Stadtbrandinspektor hervor.

Ab September voraussichtlich offiziell im Dienst

Voraussichtlich im September kann die Drehleiter mit dem Markennamen M32L-AT offiziell in Dienst gestellt werden. Dann ist vorerst ein Parallelbetrieb zusammen mit der alten Leiter geplant, die im kommenden Jahr schließlich verkauft werden soll.

Drehleitern gehören inzwischen zum Herzstück der Feuerwehrausrüstung. Im Vordergrund bei den meisten Einsätzen steht nach den Worten Brunners aber nicht die Brandbekämpfung. Meist geht es um technische Hilfeleistung für den Rettungsdienst, wenn dieser kranke oder übergewichtige Patienten aus einer Etagenwohnung nicht alleine sicher nach unten bringen kann.

Kaum haben die Schwandorfer Aktiven die neue Drehleiter in den Einsatzbetrieb integriert, wird schon der nächste neue Lastwagen vor dem Gerätehaus an der Ettmannsdorfer Straße stehen. Denn voraussichtlich im September soll das zweite Wechsellader-Fahrzeug eintreffen. Es verfügt auch über einen Kran.

Warten auf die Seilwinde

Die Montage für eine ebenfalls bestellte Seilwinde an dem Vierachser verzögert sich derweil noch. Doch für den Transport der Abrollbehälter, die zum Beispiel Ausrüstung für Atemschutzträger enthalten, kann das Fahrzeug trotzdem schon gute Dienste leisten. „Der Kran ist wichtig für den Bereich technische Hilfeleistung. Man kann aber auch Sandsäcke damit befüllen“, informiert Stadtbrandinspektor Brunner.

Alles weitere ist noch Zukunftsmusik. Im Herbst will sich die Feuerwehrführung mit dem Ordnungsamt zusammensetzen. Denn für den optimalen Schutz der Bevölkerung empfiehlt der Feuerwehrbedarfsplan noch zusätzliche Anschaffungen. Vorgesehen ist unter anderem ein neues Tanklöschfahrzeug, das den alten Veteranen, Baujahr 1999, mittelfristig ersetzen soll.

Und dann treibt die Schwandorfer Wehr noch immer die Frage um, ob ihre Feuerwache an Ort und Stelle saniert oder an einen anderen Standort auf der grünen Wiese verlagert werden soll. Eine offizielle Bestätigung gibt es noch nicht, doch aus Stadtratskreisen verlautete, dass eine Grundsatzentscheidung nun definitiv bis zum Jahresende fallen soll.

Wieder einsatzbereit nach einem Unfall auf der Beer-Kreuzung ist das Löschgruppenfahrzeug LF20. Foto: Martin Kellermeier, Archiv
Soll in den kommenden Jahren ausgetauscht werden: das Tanklöschfahrzeug, Baujahr 1999. Foto: Martin Kellermeier, Archiv