Feuerwehr Schwandorf nimmt nagelneue Gelenk-Drehleiter in Betrieb

Von Hubert Heinzl · 23. März 2024 um 19:00

Für die Aktiven verspricht die Anschaffung mehr Schlagkraft bei den Einsätzen, für die Bürger ein Plus an Sicherheit: Am Dienstagabend ist ein neues Fahrzeug bei der Feuerwehr Schwandorf eingetroffen. Die Magirus Gelenk-Drehleiter mit dem sperrigen Namen M32L-AT kann vieles, wozu das Vorgängermodell nicht imstande war.

Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) und Vertreter des Schwandorfer Ordnungsamts, das bei der Stadt für das Feuerwehrwesen zuständig ist, machten sich am Freitag selbst ein Bild vom jüngsten Neuerwerb. Die entscheidenden Vorteile des neuen Fahrzeugs erläuterte Stadtbrandmeister Roland Krettner, der als einer von sechs Aktiven beim Hersteller in Ulm in die technischen Besonderheiten eingewiesen wurde.

Der Gelenkarm ist das Besondere

Anders als ihre Vorgängerin besitzt die neue Drehleiter an der Spitze einen Gelenkarm, der abgewinkelt und dann auch noch weiter ausgefahren werden kann. Das ist vor allem dann von Vorteil, wenn die Platzverhältnisse beengt sind. „So kann man zum Beispiel über ein Dach hinweg die gegenüberliegenden Fenster im Obergeschoss erreichen“, sagte Krettner. Das kann nach seinen Worten nicht nur bei großen Brandfällen, sondern auch dann von Vorteil sein, wenn zum Beispiel übergewichtige Personen übers Fenster gerettet werden müssen.

Eine Verbesserung stellt laut Krettner auch der Rettungskorb dar, der statt bisher drei nun vier Personen aufnehmen kann. Wie schon sein Vorgänger, kann auch er bei Einsätzen von oben gesteuert werden. An den Leiterholmen entlang, und auch das ist neu, ist eine Schlauchleitung verlegt, die für den Löschangriff bis zu 2500 Liter Wasser pro Minute an die Spitze der Drehleiter befördern kann. Zu guter Letzt ist auch das Zubehör im Fahrzeugkasten deutlich erweitert worden, zum Beispiel um spezielle Schwerlasttragen.

Rund 780.000 Euro kostete nach Informationen des Ordnungsamts das neue Fahrzeug, das bereits im Juli 2022 bestellt worden war. Weil die Städte Schwandorf und Pegnitz für ihre Feuerwehren eine komplett baugleiche Drehleiter orderten, gab es noch einmal zehn Prozent mehr Zuschuss. Insgesamt steuerte der Freistaat einen Betrag von 258.800Euro bei, der Landkreis weitere 67.000 Euro für den überörtlichen Brandschutz.

Alte Leiter bleibt vorerst in Betrieb

Die alte Drehleiter der Feuerwehr wird im übrigen nicht gleich ausgemustert. Wie Stadtbrandmeister Krettner erläuterte, wurde das Fahrzeug zwar schon vor 30 Jahren angeschafft, ist aber noch einsatzfähig. Erst wenn größere Reparaturen anstehen, soll es ausgemustert werden – auch weil Ersatzteile immer schwieriger zu bekommen sind. Vorerst allerdings leistet das Vorgängermodell noch gute Dienste, zumal die Ausbildung der Aktiven an der neuen Drehleiter nach Schätzungen Krettners noch bis zu eineinhalb Monate in Anspruch nehmen wird.

Oberbürgermeister Andreas Feller zeigte sich beim Ortstermin beeindruckt von der Leistungsfähigkeit und Ausstattung der neuen M32L-AT. „Wir investieren kräftig in rote Fahrzeuge“, sagte er und verwies darauf, dass für die Feuerwehr Schwandorf nun auch noch ein zweiter Wechsellader mit Winde und Kran auf der Anschaffungsliste stehe. Moderne Löschfahrzeuge soll es auch für die Wehren in Fronberg und Haselbach geben.

Feuerwache: Standortentscheidung in diesem Jahr

Alte und neue Drehleiter können in der Fahrzeughalle der Feuerwache an der Ettmannsdorfer Straße untergebracht werden, weil zwei Abrollbehälter für das Wechselladerfahrzeug beim Gemeinsamen Zentrum auf dem Weinberg untergestellt sind. Bis es für den Fuhrpark und die Aktiven eine großzügigere Lösung geben kann, dürfte es aber noch einige Zeit dauern.

Eine Grundsatzentscheidung über den künftigen Standort der Feuerwehr-Zentrale fällt laut Oberbürgermeister Feller frühestens im Sommer, „aber auf jeden Fall noch in diesem Jahr“.

Blick von ganz oben: Bis auf 32 Meter kann die Drehleiter im Ernstfall ausgefahren werden. Foto: Hubert Heinzl
Am Dienstagabendkam der Neuzugang an der Feuerwache an. Foto: Daniel Seger, Moods Photography
Die Ausstattungdes Fahrzeugs ist wesentlich umfangreicher als beim Vorgängermodell. Foto: Daniel Seger, Moods Photography