Neuwahl vertagt: Kreisfeuerwehrverband Schwandorf war bei Sitzung nicht beschlussfähig

Die Feuerwehren im Landkreis Schwandorf sind eigentlich für ihre Schlagkraft und Zuverlässigkeit bekannt: Doch zur Versammlung des Kreisfeuerwehrverbands glänzten einige Wehren unentschuldigt mit Abwesenheit. Es fehlten gar so viele, dass die Wahlen nicht stattfinden konnten.
Kreisbrandrat Christian Demleitner, der auch der Vorsitzende des Kreisfeuerwehrverbands ist, hatte am Donnerstagabend nach Schwarzenfeld geladen. Die Tagesordnung umfasste zehn Punkte, darunter die Neuwahl der Vorstandschaft mit Vorsitzendem, Vertretern der Inspektionen, Kassier und Schriftführer sowie die Wahl von Delegierten. Die Sitzung konnte aber nicht wie vorgesehen abgewickelt werden.
Denn in der Satzung des Kreisfeuerwehrverbands Schwandorf ist festgeschrieben, dass 50Prozent der Mitglieder anwesend sein müssen, damit die Versammlung beschlussfähig ist, wie KBM Hans-Jürgen Schlosser auf Nachfrage erläuterte. Nach Schwarzenfeld waren am Donnerstag aber laut Schlosser nur „74 Stimmberechtigte von 205möglichen“ gekommen. Wie geht es jetzt weiter? Innerhalb von sechs Wochen muss erneut eine Verbandsversammlung stattfinden.
Demleitner begrüßte am Donnerstagabend neben den Mitgliedern der Feuerwehren Landrat Thomas Ebeling (CSU) und Ehrenkreisbrandrat Siegfried Hammerer in Schwarzenfeld. Entschuldigt fehlten bei der Verbandsversammlung Schwarzenfelds Bürgermeister Peter Neumeier, Ehrenkreisbrandrat Robert Heinfling und die Vertreter von zehn Feuerwehren. Darüber hinaus fehlte allerdings auch eine Reihe von Mitgliedern unentschuldigt.
Tagesordnung musste deutlich abgespeckt werden
Nach dem Totengedenken teilte Demleitner den Anwesenden mit, dass die Beschlussfähigkeit nicht gegeben sei und die Tagesordnung geändert werden müsse. Er werde seinen vorgesehenen Kurzbericht erstatten, kündigte der Vorsitzende an. Entfallen müssten nach seinen Worten aber der Kassenbericht, die Entlastung der Vorstandschaft, die Haushaltsplanungen und die Neuwahl der Vorstandschaft. Alle diese Punkte würden in die Tagesordnung der nächsten Sitzung aufgenommen.
In seinem Bericht informierte der Vorsitzende, dass der Kreisfeuerwehrverband derzeit 150 Feuerwehren als Mitglieder habe, dazu kommen Einzelmitglieder. Zehn Feuerwehren im Landkreis seien nicht Mitglieder des Verbands. Der Kreisbrandrat erinnerte an den Deutschen Jugendfeuerwehrtag im September 2023 in Burglengenfeld, zu dem auch Ministerpräsident Markus Söder gekommen war. Laut Demleitner war es eine großartige Veranstaltung, bei der die Leistungsfähigkeit der Feuerwehrjugend deutlich gemacht werden konnte. Von der Veranstaltung gab es auch einen kurzen Film, der gezeigt wurde.
Im Anschluss sprach der Kreisbrandrat das Freizeit- und Erholungszentrum der Bayerischen Feuerwehren in Bayrisch Gmain an und warb dafür, diese Einrichtung zu nutzen.
Den Katastrophenschutz in Bayern weiterentwickeln
Demleitner befasste sich auch mit der geplanten Novellierung des Bayerischen Feuerwehrgesetzes. Kernthemen sind nach seinen Worten hier das Eintrittsalter in die Jugendfeuerwehr, die Teilnahme am aktiven Dienst und eine Anhebung der Altersgrenze für Aktive. Auch die Fortentwicklung des Katastrophenschutzes in Bayern war Gegenstand seiner Ausführungen.
Dabei verwies er darauf, dass es in diesem Bereich in den vergangenen Jahren vielfältige Herausforderungen gegeben habe. Beispielhaft nannte er die Corona-Pandemie als Langzeitlage, Unwetter, Starkregen, Extremhochwasser und auch die Folgen des russischen Angriffskrieges auf die Ukraine, der eine Flüchtlings- und Energiekrise mit sich brachte. Seine Kernaussage lautete, dass Bayern über ein leistungsfähiges integriertes Hilfeleistungssystem im Katastrophenschutz verfüge. Doch es gelte, das vorhandene Potenzial noch besser organisationsübergreifend zu nutzen und zu stärken.
Grundstück für Leitstelle in Wernberg-Köblitz ist gekauft
Demleitner informierte außerdem darüber, dass in Bayern 96 Prozent der Feuerwehrleute ehrenamtlich tätig seien. „Diese verschenken, um anderen helfen zu können, ihre eigene Lebenszeit“, hob er hervor Die Feuerwehren seien durch ihre Leistung ein Garant für Lebensqualität und Sicherheit. Daher hätten sie das Ziel, sowohl neue Aktive zu gewinnen als auch die derzeitigen Aktiven zu halten.
Landrat Thomas Ebeling (CSU) brachte in seinem Grußwort sein Bedauern zum Ausdruck, dass keine Wahlen durchgeführt werden könnten. Er dankte allen Feuerwehrleuten für ihren Einsatz. Bezugnehmend auf den Deutschen Jugendfeuerwehrtag würdigte er die hervorragenden Leistungen derjenigen, die bei der Veranstaltung mitgemacht hätten. Abschließend informierte Ebeling darüber, dass die Planungen für den Neubau der Atemschutzübungsstrecke in Schwarzenfeld fortschreiten und der Kauf des Grundstücks für die geplante Integrierte Leitstelle in Wernberg-Köblitz bereits beurkundet sei.