Spatzl schau: Schorndorfer will mit seinem Song den Wiesn-Hit am Oktoberfest nach Cham holen

Schon gewusst? Das letzte Mal, dass der Wiesn-Hit am Oktoberfest von einem Bayern stammt, ist über 15 Jahre her. Ein gebürtiger Schorndorfer hat sich nun aufgemacht, die Ehre der Bayern wieder herzustellen: Stephan Schmidbauer will als Freddy No Mercy mit seinem Song „Spatzl schau“ die Zelte auf dem prestigeträchtigsten Volksfest im Freistaat erobern.
Der passenderweise im Bereich Marketing selbstständige Unternehmer sieht sich in der Pflicht, die bayerische Fahne am Oktoberfest hochzuhalten. Auf dem Oktoberfest wurde Mission Wiesn-Hit auch geboren – im vergangenen Jahr zu seinem Geburtstag Ende September. Weil Stephan schon immer halb im Spaß, halb im Ernst gesagt hatte, dass es sein Lebenstraum ist, einmal einen seiner Texte zu hören, am liebsten im Bierzelt, legen seine besten Freunde zum 30. zusammen und schenken ihm einen Song-Produktionsprozess.
Wiesn-Hit: Nicht nur mit KI zusammengebaut
Schmidbauer: „Weil am Ende des Tages brauchst du eben trotz KI-Tools immer noch einen Produzenten, um etwas Vernünftiges zustande zu bekommen.“ So stammen Text und Melodie zum geplanten Wiesn-Hit aus seiner Feder, produziert wurde der Song dann von Mike’s Music Media aus Oberzent in Hessen. Und weil der Wahl-Münchner, der nach BWL-Studium und Weltenbummlerei – unter anderem Peking, London, Berlin – nach München gezogen ist, sich daraufhin nicht lumpen lassen will, sagt er sich: „Wenn schon, dann gleich gscheid“ – und setzt zum Wiesn-Erobern an.
Song mit Flirt-Anleitung nach Monaco Franze
Im Liedtext geht es deshalb auch um die Anbandlerei am Fest, egal ob Oktober- oder sonstiges. „Ich bin ja auf Burschenvereins- und Feuerwehrfestln im Landkreis Cham groß geworden, eins haben alle Feste, ob groß oder klein, gemeinsam: Alle sind gut drauf. Das ist das Schöne daran.“ Das Spatzl im Songtitel ist im Übrigen nicht nur zufällig eine Monaco-Franze-Hommage: Der Song bietet quasi eine Flirt-Anleitung à la Ewiger Stenz. „Die Paarungsbereitschaft ist kaum irgendwo größer als auf der Wiesn, und trotzdem fällt der erste Schritt oft schwer, vor allem, wenn jemand ein paar Tische weit weg sitzt. Deshalb war für mich klar: Der Song muss dieses Problem ein für alle Mal lösen“, meint Schmidbauer. „Und beim Refrain können sich die Auserwählten dann ganz tief in die Augen schauen. Wenn dann keine Funken sprühen, dann kann ich euch nur sagen: Lasst’s es bleibm, und sucht’s euch jemand anderen!“
Textauszug gefällig? „Spatzl schau wia I schau
bin verliebt und a bisserl blau
hab Schmetterling im Bauch
und ein halbes Hendl auch
Magst schmusen mir wars wurscht
ich hab einen riesen Durscht
nach ner Maß und nach dir
bitte bleib heut Nacht bei mir.“
Schmidbauer hat sich bei verschiedenen Hits der letzten Jahre Erfolgskomponenten abgeschaut. „Ich habe versucht, einiges davon zu übernehmen. Doch ich wollte schon Neues erschaffen.“ Wichtig sei vor allem: „Einfach muss es sein in allen Facetten und Wiedererkennungswert haben.“ Bei Instagram ließ er Fans immer wieder abstimmen. Der Rest sei Promo.
Clique auf Oktoberfest eingeladen
Bei ihm selber hat übrigens die Liebe vor etwa 13 Jahren wie der Blitz eingeschlagen: Die Mutter seiner Tanzpartnerin beim Tanzkurs hatte die Clique zum Oktoberfestbesuch eingeladen, und die Gruppe fuhr kurzerhand nach München. „Da waren wir so 16, 17 Jahre alt, und ich habe mich spontan ins Oktoberfest verliebt.“ Schmidbauer: „Ich verstehe auch jeden der sagt, das ist zu kommerziell, aber mir gefällt‘s. Bierzelte sind für die ganze Familie.“
Die ganze Familie? Nicht ganz. Und da lässt Schmidbauer auch den hinterkünftigen Querdenker und Hinterfrager durchblicken: „Für die ganz alten Leute sind die Feste meistens nichts. Es ist zu laut, oft nicht einmal barrierefrei.“ Und genau deshalb möchte er auch mit den gesamten Einnahmen zwei Organisationen unterstützen, die sich um ältere Leute kümmern: Die Vereine „Die Freunde alter Menschen“ und „Die gute Stube München“. Die einen bringen junge und alte Menschen für Gespräche zusammen, die anderen organisieren kleine Events wie Gartenfeste, bei denen alte Menschen zusammenkommen und sich wohlfühlen können.
Mitmach-Choreo von Freddy no Mercy
Schmidbauer ist gespannt, wie weit sich sein Song verbreitet, und ob er es auch live auf die Wiesn schafft. Den Weg dahin begleitet er auf seinen sozialen Kanälen. „Es wird eine Mitmach-Choreo geben“, verspricht Freddy No Mercy. „Ein guter Freund sagt immer, dass ich mit dem Schnauzer aussehen wie Freddy Mercury. Daraus hat er dann einfach Freddy no Mercy gemacht, weil ich beim Feiern schon mal ziemlich gnadenlos sein kann.“
Der letzte Wiesn-Hit: das Fliegerlied vom Donikkl
Bierernst nimmt Stephan Schmidbauer seine Mission übrigens nicht. „Man darf sich selber nicht zu ernst nehmen. In diesem Sinn möchte ich auch andere inspirieren, etwas einfach zu machen. Es können trotzdem coole Sachen dabei rauskommen.“
„Spatzl schau“, der Wiesn-Hit 2024? „Die Chance liegt für 2024 im Promillebereich, dass er überhaupt nur einmal gespielt wird.“ Schmidbauer hofft auf den Ehrgeiz der Bayern, wieder einen Wiesn-Hit aus Bayern zu haben. „Wir sind halt auch spät dran jetzt. Aber die bayerische Festl-Szene ist erstaunlich klein, Jeder kennt jemanden, der jemanden kennt; ich habe schon ein paar Zusagen von Leuten, die das Lied spielen wollen...“ Und es gibt ja auch Chamer Musiker, die auf der Wiesn aufspielen. Vielleicht findet „Spatzl schau“ so doch noch auf die Bühnen vom Käfer- oder Hofbräu-Zelt. Der letzte bayerische Wiesn-Hit war 2008 das Fliegerlied des Kelheimer Künstlers Donikkl.
Streamen bei Spotify, Filme auf Instagram
Der Song: „Spatzl schau“ von Freddy no Mercy, Stephan Schmidbauers alter ego, ist eine Anleitung zum Flirten und seit Kurzem auf Spotify, Amazon Music oder Apple Music zum Streamen bereit
Info: Instagram: @wiesnhit2024 oder TikTok: @wiesnhit2024



