Sperrung beim Leeren Beutel in Regensburg: Seiteneingang könnte zum Nadelöhr werden

Von Heike Haala · 5. August 2024 um 19:00

Die Stadt Regensburg ließ die Bertoldstraße beim Haupteingang am Donnerstagabend bis auf Weiteres sperren. Allerdings sind am Wochenende Veranstaltungen in dem Gebäude geplant, für die diese Türe geöffnet sein muss.

Die Absperrungen stehen da, weil ein Ziegel vom Dach fiel. Zudem hatten sich laut einer Pressemitteilung der Stadt weitere gelöst. Erst, wenn die notwendigen Absicherungsmaßnahmen aufgebaut sind, könne die Sperrung in der Bertoldstraße beim Haupteingang wieder aufgehoben werden. Zudem müsse eine Fachfirma klären, welche Sanierungsmaßnahmen nun notwendig sind. Dabei blieb es bisher auch: Weiterhin ist unklar, wie groß der Schaden ist, was dazu führte, wie viel die Sanierung kostet und wie viel Zeit sie beanspruchen wird.

Es hängt am Haupteingang

Die Auswirkungen bekommen derweil Betreiber und Besucher des Restaurants, der Ausstellungen und der Filmgalerie im Leeren Beutel zu spüren. Denn einstweilen ist das Gebäude ausschließlich über einen Zugang in der Trothengasse möglich. Den nutzten am Wochenende die Kinobesucher und die Mitglieder vom Arbeitskreis Film für die Vorführungen. Bis einschließlich Mittwoch können alle Vorstellungen wegen dieses Schlupflochs zwar wie geplant stattfinden, barrierefrei seien diese so aber nicht, bedauert Kinoleiterin Chrissy Grundl. Wie genau die Sache ab Donnerstag gehandhabt werden soll, könne sie noch nicht sagen.

Knackpunkt ist für alle Beteiligten nun, ob es möglich ist, die Sicherungsmaßnahmen bis zum Wochenende so weit voranzutreiben, dass der Haupteingang wieder geöffnet werden kann. Davon hängt zum Beispiel der Restaurantbetrieb von Beutel-Chef Winfried Freisleben ab. Denn die Tür in der Trothengasse führt zu einem Saal, in dem am Samstag eine Geburtstagsfeier geplant ist. Immerhin diese könne schon einmal stattfinden, sagt Freisleben. Das Restaurant macht gerade noch bis einschließlich Freitag Betriebsferien. Um es am Samstag wie geplant wieder aufsperren zu können, ist Freisleben aber auf den Haupteingang angewiesen. „Ich kann die Restaurantgäste ja schlecht durch den Saal mit der Geburtstagsfeier ins Lokal schicken“, verdeutlicht er. Das gleiche gilt für die Cineasten, die am Samstag den in dieser Woche startenden Horror-Thriller Longlegs in der Filmgalerie sehen wollen.

Allerdings sagen sowohl Jazzclub-Vorstand Bernhard Linder als auch Restaurantchef Freisleben, inzwischen Signale von Seiten der Stadt bekommen zu haben, laut derer die Sperrung am Wochenende bereits der Vergangenheit angehören könnte. Lindners Information zufolge soll das Dach im Laufe der Woche eingerüstet werden und diese Sicherungsmaßnahme bis zum Wochenende abgeschlossen sein. Freisleben sei darüber informiert worden, dass diese Arbeiten von Mittwoch bis Freitag dauern sollen – bis dahin will er sich Zuversicht üben. Allerdings ahnt er auch schon, dass es für die Restaurantreservierungen am Wochenende mau aussehen könnte.

Die Frage nach dem Freisitz

Außerdem vermutet Freisleben, dass es noch einmal auf einem ganz anderen Blatt stehen könnte, ob er am Wochenende auch seinen Freisitz betreiben können wird. Vom vorigen Jahr einmal abgesehen, habe es in den vergangenen zehn Sommern immer größere Baumaßnahmen im Umfeld des historischen Gebäudes gegeben. Er wolle gar nicht daran denken, welche Umsatzeinbußen ihm das beschert haben mag.

Während das Büro des Jazzclubs laut Lindner über den Seiteneingang erreicht werden kann, informiert die Stadt, dass die Galerie, wo zwei Ausstellungen laufen, bis auf Weiteres geschlossen bleibt. Künstlerin Katharina Tenberge-Holzer, die gerade ihr Werk hier zeigt, geht davon aus, dass sich die Sperrung schnell erledigt hat, bezeichnet es aber grundsätzlich als schade, wenn Ausstellungszeiten nicht ausgenutzt werden können. Sie hofft nun, dass sie am 24. August Kunstbegeisterte wie geplant durch die Räume führen kann. Immerhin: Unabhängig von der Sperrung sei schon eine Verlängerung von „Glitch Girls“ bis Mitte September vereinbart worden.

Zudem gibt Freisleben für die Stummfilmwoche von 13. bis 18. August Entwarnung, während der der Leere Beutel als Ausweichstätte bei schlechtem Wetter dient. Über den Zugang zum Arbeitsgericht, das gerade lediglich über das östliche Ende der Bertoldstraße betreten werden kann, sagt Christoph Daffner: Das bedeute zwar einen kleinen Umweg, aber keine Einschränkung für den Gerichtsbetrieb. „Man kann auch gleich über den Minoritenweg kommen“, rät er.