Abgesagtes Weinfest in Stadtamhof: Das ist zwischen Stadt und Veranstalter schief gelaufen

Erst das Weinfest auf dem Neupfarrplatz, jetzt das in Stadtamhof: Die Kommunikation zwischen dem Regensburger Ordnungsamt und den Veranstaltern dieser Events läuft in diesem Jahr alles andere als rund. Wieder kontert die Stadt scharf auf Kritik.
Wegen „unüberbrückbarer Hindernisse mit der Stadt“ cancelte Jürgen Schützenmeier, Geschäftsführer der Bayern Event GmbH, das Weinfest in Stadtamhof, auf das viele schon seit 2019 so sehnlich gewartet hatten. Auf die Frage, welche Hindernisse das sind, schickt Schützenmeier vorneweg: Es sei keinesfalls die gesamte Stadtverwaltung gemeint. „Das Kulturamt war stets hilfsbereit“, sagt er. Beim Ordnungsamt aber habe er seit März keinerlei Angaben zu Richtlinien zu bekommen. Er wisse trotz seiner Nachfragen auch jetzt noch nicht, wie viele Toiletten oder Security-Kräfte er bereitstellen soll. Schützenmeier bekomme zudem lediglich Aufforderungen, beim Sicherheitskonzept nachzubessern, aber nicht, was.
Beim Ordnungsamt sei bis Montagabend keine Rücknahme des Antrags eingegangen, sagt Juliane von Roenne-Styra, Pressesprecherin der Stadt. Allerdings sei der Veranstalter trotz mehrerer persönlicher Gespräche und schriftlicher Beratungen seinen Nachweispflichten nicht nachgekommen ist. „Es mag zutreffend sein, dass die Organisation eines Weinfestes in Stadtamhof ein durchaus ambitioniertes Vorhaben darstellt, für ein professionelles Eventmanagement dürften die in sicherheitsrechtlicher Hinsicht erforderlichen ,bürokratischen‘ Anforderungen allerdings keine Überraschung darstellen“, kontert die Pressesprecherin.
Zudem sei der Antrag für die Veranstaltung erst am 1. Juli bei der Stadt eingegangen – nach einem Informationsgespräch mit dem Veranstalter am 25. Juni, in dem auch die nötigen Unterlagen, das Sicherheitskonzept und bereits bekannte Probleme von vergangenen Weinfesten Thema gewesen seien. Die eingereichten Unterlagen waren laut von Roenne-Styra jedoch unvollständig gewesen. Auch das überarbeitete Sicherheitskonzept habe erhebliche Lücken aufgewiesen, erklärt die Pressesprecherin.
Etwa sei nicht ersichtlich, wie der Veranstalter auf Wetteränderungen, insbesondere auf Unwetter, reagieren möchte, nennt sie ein Beispiel. „Der Veranstalter möchte bei 1500 prognostizierten Besuchern selbst nur vier Toiletten aufstellen und verweist ansonsten auf die öffentlichen Toiletten und die der räumlich nächsten Gastwirtschaften ohne diesen Umstand mit den betroffenen Gastwirten abgesprochen zu haben“, erklärt von Roenne-Styra weiter. Zudem moniert sie, dass lediglich ein Mitarbeiter vorgesehen sei, der sich um Glasscherben kümmern soll. „Auf die Möglichkeit, einem Übermaß an Scherbenaufkommen durch ein effektives Pfandsystem bereits im Vorfeld zu begegnen, ging der Veranstalter nicht ein“, heißt es in der Stellungnahme der Stadt. Keine Antwort gebe es bis jetzt auch auf die Fragen, wie Fluchtwege freigehalten werden sollen, wer den Besucherstrom überprüft, wer über das Errichten von Zugangssperren bei drohender Überfüllung entscheidet und wie die Kommunikation in diesem Fall ablaufen soll. Es fehle ein Räumungskonzept, geplante Straßensperrungen seien noch nicht beantragt, setzt die Pressesprecherin die Liste an Bedenken fort und schließt sie mit: „Der Veranstalter plant mit teilnehmenden Getränke- und Essensanbietern sowie Gaststätten, die bis dato nicht benannt werden können, und zumindest zum Teil noch nicht angesprochen geschweige denn eingebunden wurden.“
Dazu sagt Schützenmeier: Wegen all dieser Unwägbarkeiten könne er den Betreibern keine Standgebühren nennen – deswegen die Absage.