Edeka will in Nittenau mehr Verkaufsfläche: Getränkemarkt soll in Neubau ziehen

Von Cornelia Lorenz · 24. Juli 2024 um 17:00

Der Edeka-Markt in Nittenau will seinen Getränkemarkt in ein eigenes Gebäude auslagern und dadurch seine Verkaufsflächen vergrößern. Verträgt sich dieses Vorhaben mit den im Stadtgebiet bereits vorhandenen Einzelhandelsflächen? Mit dieser Frage hat sich der Stadtrat am Dienstagabend beschäftigt.

Die Pläne von Edeka stellte Sebastian Kuhlen aus dem Vorstand der DIBAG Industriebau vor. Als Projektentwicklungsgesellschaft mit einem Jahresumsatz von rund 600 MillionenEuro will das Münchner Unternehmen für Edeka in Nittenau die Erweiterungsmaßnahmen realisieren. Wie Kuhlen den Räten erläuterte, verfüge der Edeka-Markt an der Nittenauer Industriestraße als Vollsortimenter derzeit über 1330 Quadratmeter Verkaufsfläche, der integrierte Getränkemarkt über weitere 400. Mittlerweile hätten sich die Einwohnerzahlen in Nittenau und die Kaufkraft verändert. Edeka habe schon seit längerem den Wunsch, den Standort Nittenau zu vergrößern, so Kuhlen.

Neues Gebäude auf dem Parkplatz

Konkret sehen die Erweiterungspläne den Neubau eines Getränkemarkts mit 750 Quadratmetern Verkaufsfläche auf dem Parkplatz zwischen Edeka und Lidl vor. Dadurch wird im Edeka-Markt selbst Platz frei, weshalb hier die Verkaufsfläche für Lebensmittel auf 1650Quadratmeter wachsen kann.

Wie Kuhlen weiter erklärte, wache die Regierung der Oberpfalz über die Verträglichkeit solcher Vorhaben mit bereits vorhandenen Handelsflächen. Von der Beratungsfirma CIMA, die 2015 für die Stadt Nittenau ihr aktuell gültiges ISEK (Integriertes Stadtentwicklungskonzept) erarbeitet hat, habe man bereits eine positive Rückmeldung erhalten: Laut CIMA entsprächen die Edeka-Pläne „vollumfänglich den Vorgaben des ISEK“, so Kuhlen. Die Zahl von 244 Stellplätzen, die es auf dem Parkplatz künftig für die Kunden geben soll, sei aufgrund von Synergieeffekten zwischen den Märkten sinnvoll.

Lademöglichkeiten und Bäume gefordert

Die Stadträte hatten grundsätzlich keine Einwände gegen die Erweiterungspläne. Allerdings stellte SPD-Fraktionssprecher Florian Loibl die Frage in den Raum, ob man sich damit die potenzielle Ansiedlung weiterer Märkte verbaue. Christoph König (Grüne) bat darum, im Zuge des Umbaus auf dem Parkplatz an Lademöglichkeiten für Lastenräder und E-Autos zu denken. „Wünschenswert wären auch mehr Bäume auf dem Parkplatz“, ergänzte König und regte außerdem an, auf dem Dach des Edeka-Markts eine PV-Anlage zu installieren. Kuhlen nahm diese Anregung zur Kenntnis und erklärte, im bestehenden Edeka-Gebäude sei in Folge des Getränkemarkt-Auszugs nur ein Innenausbau vorgesehen. Man müsse prüfen, ob das Dach für den Aufbau einer Photovoltaik-Anlage geeignet sei.

Baubeginn im dritten Quartal 2025 geplant

Am Ende billigten die Räte einstimmig den für die Edeka-Pläne nötigen Entwurf zur mittlerweile vierten Änderung des Bebauungs- und Grünordnungsplans „Sondergebiet Einzelhandel“. Dieser muss nun der Öffentlichkeit sowie Behörden und Trägern öffentlicher Belange vorgelegt werden. Man plane den Bauantrag für November 2024, erläuterte Kuhlen den Räten. Ein Baubeginn sei im dritten Quartal 2025 angepeilt, die Eröffnung des neuen Getränkemarkts dann im vierten Quartal 2026.

Grünes Licht gab es bei der Sitzung auch für den Bauantrag der Firma Krones, die auf den Grundstücken am Heideweg 34 und 36 ein neues Logistikzentrum mit Hochregallager sowie Büro, Sozial- und Verwaltungsbereich plant. In Summe will der Konzern hier rund 33 Millionen Euro investieren. Dem Vorhaben wurde einstimmig das gemeindliche Einvernehmen erteilt.

Alternative zur Leitl-Halle

Von der Tagesordnung gestrichen wurde zu Beginn der Sitzung der Antrag der SPD-Fraktion zum Erhalt der Leitl-Halle als Lagerstätte für Sandsäcke. Wie Bürgermeister Benjamin Boml (FW) erklärte, habe man sich auf die Suche nach Räumlichkeiten gemacht und nun mit der Remise des alten Polizeigebäudes in der Gerichtsstraße eine Alternative gefunden. Befüllen könne man die Säcke künftig in einer Garagenhalle des Bauhofs.

Bislang lagert die Stadt Sandsäcke in der Leitl-Halle.