SPD stellt Antrag: Leitl-Halle in Nittenau soll als Sandsacklager erhalten bleiben

Von Cornelia Lorenz · 22. Juli 2024 um 19:00

Wie wird es auf der Angerinsel in Nittenau weitergehen? Klar ist im Moment nur: Die letzten maroden Gebäude der Konservenfabrik sollen heuer noch abgerissen werden. Auch die Leitl-Halle soll eigentlich verschwinden – doch das will die SPD nun verhindern.

Ein konkretes Zeitfenster für die Abbrucharbeiten am Anger, die auch mit Hilfe von Mitteln aus der Städtebauförderung über die Bühne gehen sollen, gibt es bislang nicht. Mit einem Antrag auf Änderung der Abbruchplanungen will die SPD-Fraktion in der Stadtratssitzung am Dienstagabend verhindern, dass die alte Halle der ehemaligen Holzwolle-Fabrik Leitl der Abrissbirne zum Opfer fällt.

Bäche waren eine Gefahr

Unterzeichnet hat den Antrag im Namen der SPD-Fraktion Otto Götzer. Er verweist in seinem Schreiben ans Rathaus auf die Starkregenereignisse Anfang Juni, die in erschreckender Weise gezeigt hätten, dass in Nittenau nicht nur der Regenfluss unheilbringendes Hochwasser führen könne. „Vielmehr wurden in diesem Zeitraum der Reisachbach und der Kühgaßbach in kürzester Zeit wieder einmal zu reißenden Sturzbächen, die für viele Anwohner zu mit Schlamm und Geröll überfluteten Anwesen führten“, so Götzer.

Wie der SPD-Mann weiter ausführt, habe sich gezeigt, dass die Feuerwehr in Nittenau bei solchen Ereignissen „wesentlich weniger bis gar keine Vorlaufzeit zum Füllen und Verteilen von Sandsäcken“ habe. „Glücklicherweise waren in dieser Zeit aus dem Weihnachtshochwasser noch genügend Sandsäcke in der Leitl-Halle gelagert, die sofort verfügbar waren und Schlimmeres verhindern konnten“, heißt es im SPD-Antrag weiter. Die Fraktion hält es für wichtig, diesen Vorrat an Sandsäcken in der Leitl-Halle vorzuhalten sowie die Sandsackfüllmaschine dort betriebsbereit einzulagern. Eine andere Möglichkeit, die Gerätschaften im Stadtgebiet einzulagern, gebe es nicht.

Ins Gesamtbild am Anger einarbeiten

Wie Götzer weiter erklärt, sei die Leitl-Halle in einem baulich sehr guten Zustand – lediglich die Rolltore und das Dach müssten überprüft und instand gesetzt werden. Sinnvoll sei es außerdem, im Zuge der Neugestaltung der Angerinsel die beteiligten Architekten zu beauftragen, die Leitl-Halle – gegebenenfalls durch Veränderung der alten Außenansicht – ins Gesamtbild mit einzuarbeiten.

Auch die Grünen haben in der Sitzung am Dienstagabend ein Anliegen und wollen den Stadtrat darüber entscheiden lassen. Fraktionssprecherin Elisabeth Bauer und ihrem Kollegen Christoph König ist der vom Landkreis geplante Ausbau der Straße SAD 11 zwischen Nittenau und Bodenstein ein Dorn im Auge. Konkret soll die Fahrbahn von 5,40 Meter auf sechs Meter verbreitert werden.

Abschnitt ist 2,16 Kilometer lang

Außerdem ist das Ziel, die Entwässerungssituation und den Oberbau auf dem rund 2,16 Kilometer langen Streckenabschnitt zu verbessern. Darüber hinaus sollen Neigungen angepasst, Randstreifen ertüchtigt und Leitplanken aufgestellt werden.

König hatte im Stadtrat schon mehrfach Kritik an den Plänen geäußert und unter anderem moniert, durch den Ausbau der Fahrbahn werde unnötig Fläche versiegelt. Jetzt haben er und Bauer einen Antrag gestellt, der heute Abend behandelt werden soll: Die beiden Grünen fordern, der Stadtrat solle klar Stellung beziehen und Einspruch gegen das Projekt erheben.

Versiegelung vermeiden

„Die Baumaßnahme stellt aus unserer Sicht eine Verschwendung von Steuergeldern dar“, heißt es im Antrag der Grünen. Die Straße sei derzeit in einem guten Zustand, was die Funktionsfähigkeit betreffe, und breit genug für den Verkehr. Während der Bauphase sei mit erheblichen Einschränkungen zu rechnen – insbesondere Schulbusse müssten umgeleitet werden. Angesichts der immer wieder auftretenden Hochwassersituationen in Nittenau sei eine „unnötige Versiegelung weiterer Flächen auf Jahrzehnte hinaus“ zu vermeiden.