Erweiterung in Nittenau: So ist der Planungsstand beim Gummiwerk Schönek

Wie ist der aktuelle Stand der Planungen für die Erweiterung des Gummiwerks Schönek – und gibt es Einwände gegen die nötigen Eingriffe in die Natur? Mit diesen Fragen und einigen weiteren anstehenden Projekten haben sich jetzt die Stadträte beschäftigt.
Im Frühjahr 2023 hatte Bürgermeister Benjamin Boml (FW) die Pläne der Firma Schönek, am Standort im Nittenauer Industriegebiet Sulzmühl erheblich zu expandieren, im Stadtrat offiziell bekannt gegeben. Im September hatte das Gremium die Aufstellung des dazugehörigen Bebauungsplans beschlossen. Nach der öffentlichen Auslegung wurden jetzt die zur Erweiterung bei der Stadt eingegangenen Stellungnahmen behandelt.
Weil für den Bau dreier neuer Hallen knapp 23000 Quadratmeter Fläche aus einem Landschaftsschutzgebiet herausgenommen werden, müssen Ausgleichsflächen geschaffen werden. Konkret sollen diese nun in Taxöldern, Sollbach, Bleich und im Süden von Nittenau entstehen. Ursprünglich war eine Fläche in Stulln, also ohne jeglichen Bezug zu Nittenau, vorgesehen gewesen. Daran hatten sich bislang besonders die Grünen im Stadtrat gestört. Diese Stullner Fläche wurde nun durch ein Areal in Vorderthürn ersetzt, wo sich ein Birken-Erlen-Wald entwickeln soll.
Rodung war laut Behörden erlaubt
Wie die Untere Naturschutzbehörde am Landratsamt außerdem fordert, soll die Firma Schönek im Zuge der Erweiterung insektenfreundliche Beleuchtung installieren sowie für Wiesen und Blühflächen Saatgut aus der Region verwenden. Auch die spezielle artenschutzrechtliche Prüfung für das Gelände liegt jetzt vor. Hier sollen künftig beispielsweise Kästen für Fledermäuse angebracht werden.
Bei der Sitzung erfuhren die Stadträte außerdem, dass sich sowohl das Landratsamt Schwandorf als auch die Rechtsabteilung des Amts für Landwirtschaft mit der Frage beschäftigt haben, ob die bereits getätigte Rodung rechtlich in Ordnung gewesen sei. Beide Behörden kamen zum Ergebnis, dass dies der Fall gewesen sei.
König kritisiert Versiegelung
Eine Straßenbaumaßnahme des Landratsamtes soll voraussichtlich von Juni bis Dezember 2024 über die Bühne gehen: Die Kreisstraße SAD11 von Nittenau nach Bodenstein soll von 5,40Meter auf sechs Meter verbreitert werden. Gleichzeitig sollen die Entwässerungssituation verbessert und der Oberbau verstärkt werden. Konkret geht es um einen 2,16Kilometer langen Streckenabschnitt. „Es ist erfreulich, wenn unsere Straßen ertüchtigt werden und damit ein Teil der Kreisumlage zurück nach Nittenau kommt“, sagte Boml. Christoph König (Grüne) merkte an, durch die Verbreiterung der Straße würden Flächen unnötig versiegelt. Er könne sich als sinnvollen Grund für eine Verbreiterung höchstens den Bau eines Radwegs vorstellen, ansonsten brauche man die Maßnahme nicht. „Es gäbe andere Straßen, die es nötiger hätten“, so König.
Kreiswerke Cham helfen aus
Die Räte erhielten außerdem Informationen über die Pläne zur Sanierung der Quelle Gipfelberg in Sollbach. Um eine sogenannte gehobene wasserrechtliche Erlaubnis für 30 Jahre zu bekommen, müssen laut Wasserwirtschaftsamt die baulichen und technischen Anlagen der Quelle auf den aktuellen Stand gebracht werden. Pro Jahr könne man im Schnitt rund 80.000 Liter Wasser entnehmen, wobei die Tendenz seit 2013 rückläufig sei, erklärten dazu Experten zweier Planungsbüros. Die Sanierung der Quellstränge mit ihrer Sickerlänge von 84 Metern sowie der Technik der Wasseraufbereitungsanlage werde in Summe etwa sechs Wochen dauern und könnte bereits im Herbst 2024 über die Bühne gehen. Die Kreiswerke Cham hätten bereits zugesagt, für diesen Zeitraum, in der die Quelle nicht genutzt werden kann, die Wasserversorgung zu übernehmen.
Bürgerfest am Nittenauer Kirchplatz
Auch das Bürgerfest, das regulär wieder 2025 stattfindet, stand auf der Tagesordnung. Wie Boml den Räten erläuterte, habe man vor, dass das Fest sich diesmal auf den Bereich rund um den Kirchplatz konzentrieren werde. Deshalb erachte man von Seiten der Verwaltung zwei Bühnen, einen Ausschank und einen Grill für ausreichend. Für den Garten des Haus des Gastes sei ein Biergarten mit Wein- und Weizenstand mit Selbstbedienung vorgesehen. Zudem sei für den Parkplatz des Pfarrheims eine DJ-Bühne angedacht.
Am Konzept mit Festwirt wolle man festhalten. Diesem erleichtere man die Arbeit, wenn er nur den Kirchplatz bewirtschaften müsse und nicht auch noch den Marktplatz. Dennoch würden alle Besucher genügend Sitzplätze vorfinden, denn man werde die Bestuhlung am Kirchplatz ausweiten, so Boml. Der Marktplatz solle während des Festes gesperrt werden. Falls Vereine Lust hätten, hier im Rahmen des Bürgerfests etwas auf die Beine zu stellen, sei das aber möglich.