Vom Märchenzeit-Virus infiziert: Steffi Stengl (29) ist die Rötzer Pippi Langstrumpf

Auf Steffi Stengls Whats-App-Profilbild ist im Hintergrund der Taj Mahal zu sehen. Reisen und die Welt erkunden, das gehöre zu ihren Hobbys, sagt die 29-Jährige. Aber nicht nur, weil sie gern in ferne Länder reist, ist sie prädestiniert für die titelgebende Rolle in „Pippi in Taka-Tuka-Land“, dem Stück, das bei der diesjährigen Märchenzeit für Jung und Alt auf dem Schwarzwihrberg in Rötz aufgeführt wird.
Pippi und ihre Freunde verschlägt es darin auf eine Südseeinsel. Die Rötzerin hatte schon 2015 im ersten Teil der Trilogie aus der Feder von Astrid Lindgren, dem Stück „Pippi Langstrumpf“, die Titelrolle übernommen. Und das war tatsächlich ihr erster Auftritt bei der Märchenzeit, die es schon seit dem Jahr 2007 gibt, erzählt sie.
Vom Guttensteiner zur Pippi
Vielleicht war es die räumliche Nähe zum Schwarzwihrberg, überlegt Steffi Stengl, die im Rötzer Ortsteil Bauhof aufgewachsen ist, die sie schon in sehr jungen Jahren ihre Liebe zur Schauspielerei entdecken ließ – denn schon beim „Guttensteiner“, der zuletzt von 1996 bis 2015 auf der Schwarzenburg aufgeführt worden ist, hat sie seit dem Jahr 2010 Rollen übernommen.
Zuerst war sie ein Teil des Volkes, dann ein „Rötzer Mädchen“. Deshalb kannte Bernhard Hübl, der sowohl beim „Guttensteiner“ Regie führte als nun auch bei der Märchenzeit den Ton angibt , sie schon und traute ihr auf Anhieb die Titelrolle zu.
Mittlerweile lebt die 29-Jährige nahe der Innenstadt, die Liebe zum Theater ist aber geblieben. Auch 2016 übernahm sie eine Titelrolle, den Moritz aus „Max und Moritz“ und 2019 war sie der „Kleine Muck“. Beim „Hotzenplotz“ war sie 2022 der Kasperl und bei Schneewittchen 2023 einer der sieben Zwerge. Pausen gab es zwei Jahre auf dem Berg wegen der Corona-Pandemie und für Steffi Stengel außerdem 2017 und 2018 durch ihr Studium bedingt.
Pippi kennt man einfach
Das Textlernen, verrät die Diplom-Finanzwirtin, falle ihr nicht allzu schwer, vor allem der Pippi-Text lerne sich allgemein recht leicht. „Jeder ist mit Pippi aufgewachsen, man kennt sie einfach, ihre ganze Art...“ Auch als Kind habe sie sich natürlich die Filme über das Mädchen, das in der Villa Kunterbunt lebt, im Fernsehen angeschaut. Mehr Text lerne sich tatsächlich einfacher, als wenn es weniger sei in einem Stück. Sie fange meistens damit an, sich den Text einmal täglich durchzulesen und der Rest ergebe sich dann bei den Proben, wenn man Bilder oder Bewegungen damit verknüpfen könne.
Neun Jahre sind vergangen, seit Steffi Stengl zum ersten Mal die Pippi gespielt hat. Am morgigen Sonntag findet, nach einer fulminanten Premiere und den nachfolgenden Aufführungen, die Tausende von Zuschauern begeisterten, die Abschlussvorstellung von „Pippi in Taka-Tuka-Land“ statt.
Gibt es einen Unterschied zu den Pippi-Vorstellungen in 2015? „Eigentlich nicht, es ist sogar dasselbe Kostüm“, sagt die Hauptdarstellerin. „Und wir sind immer noch derselbe verschworene Haufen wie damals.“ Die Gemeinschaft und das Zusammenhelfen vor und hinter den Kulissen sind es, die jeder der Märchenzeit-Mitwirkenden immer besonders betont. Und nach der Märchenzeit ist bekanntlich vor der Märchenzeit. Bei der Abschlussvorstellung gibt der Regisseur hin und wieder schon das Stück für das nächste Jahr bekannt, allerspätestens jedoch im November, weil die Flyer noch vor dem Christkindlmarkt rausgehen.
„Von der Prinzessin bis zum Bösewicht, ich bin für jede Rolle offen“, sagt Steffi Stengl und schmunzelt. „Sag niemals nie“, meint sie auch zum dritten Teil der Pippi-Trilogie, „Pippi auf hoher See“, der wohl wegen eines Flugkörpers kulissentechnisch schwer umsetzbar sei. Aber sie schließt sich Regisseur Hübl an, der sagte: „Bei der Märchenzeit wird eigentlich alles möglich gemacht.“
Ist sie nicht auf dem Schwarzwihrberg, fährt Steffi Stengl im Winter gern Ski und ist auch bei der Blaskapelle Heinrichskirchen engagiert, dort spielt sie schon seit Schulzeiten Querflöte. Auch bei der Märchenzeit ist für sie „kein Ende in Sicht“, egal ob es vor oder hinter den Kulissen ist: „Es macht richtig viel Spaß, und ich will auf alle Fälle weitermachen.“
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Dass die Mitwirkenden Durchhaltevermögen haben, haben sie vor kurzem bei einer Samstagsvorstellung während eines Wolkenbruchs bewiesen: Die Zuschauer waren durch die überdachte Tribüne geschützt und fanden die Vorstellung richtig super, sagt Steffi Stengl. „Wir Darsteller sind richtig nass geworden, aber während des Spielens merkt man das gar nicht – und es hat trotzdem einen Riesen-Spaß gemacht.“

