Heiligenfeld Klinik bleibt in Waldmünchen: Das sagen die Politiker

Von Martin Hladik · 12. Juli 2024 um 12:24

Die Heiligenfeld Kliniken wollen in Waldmünchen bleiben. Es soll eine Abteilung für Psychosomatik erhalten bleiben. Foto: Martin Hladik

Aus dem kompletten Aus wird ein Teilrückzug. Die Heiligenfeld Klinik am Standort Waldmünchen bleibt mit einer Abteilung für Psychosomatische Medizin erhalten. Soweit der gute Teil der Nachricht.

Der schlechte Teil der Nachricht bestätigt das, was Ende Mai bekanntgegeben wurde. Die Klinik verlässt mit ihrem Angebot für Familien, Eltern und Kinder Waldmünchen und geht nach Bad Wörishofen. Die Politik wertet den Erhalt des Standortes als ein positives Signal.

Platz für bis zu 45 Patienten geplant

In einer Pressemitteilung der Klinikgruppe vom Freitag heißt es: „Die Heiligenfeld Kliniken, eine der führenden Klinikgruppen im Bereich der Psychosomatischen Medizin, verlagern ihr spezifisches Angebot für Familien, Eltern, Kinder und Jugendliche im Frühjahr 2025 von Waldmünchen nach Bad Wörishofen. Gleichzeitig ist geplant, dass der Standort Waldmünchen weiterhin bestehen bleibt: Vorgesehen ist eine Abteilung für Erwachsene, die Platz für 40 bis 45 Patientinnen und Patienten bietet und das Therapieangebot in der Region aufrechterhält.“

Weiter heißt es in der Pressemitteilung: „Die Entscheidung für die Veränderung am Standort Waldmünchen wurde vor dem Hintergrund einer langjährig instabilen Personalsituation, des aktuellen Fachkräftemangels und der anhaltenden Krisensituation im Krankenhauswesen getroffen. Die Heiligenfeld GmbH ist eine Klinikgruppe mit dem Schwerpunkt psychosomatischer Behandlung. Dazu gehören sieben Kliniken für Psychosomatische Medizin – am Hauptstandort Bad Kissingen, in Uffenheim, in Waldmünchen in der Oberpfalz, in Bad Wörishofen im Unterallgäu und in Berlin – sowie eine Klinik in Bad Kissingen, die auf orthopädisch-unfallchirurgische, internistische, onkologische und uroonkologische Rehabilitation spezialisiert ist.“

Auf unsere weitere Nachfrage antwortete die Heiligenfeld GmbH zur Immobilie wie folgt: „Aktuell haben wir am Standort Waldmünchen insgesamt 130 Planbetten. Aufgrund der dynamischen Lage auf dem Gesundheitsmarkt wird die geplante Abteilung für Erwachsene, die in der Bestandsimmobilie untergebracht wird, zunächst auf 40 bis 45 Patientinnen und Patienten ausgelegt sein.“ Unsere Frage, wie viele Mitarbeiter in der künftigen Psychosomatischen Abteilung beschäftigt sein werden, wurde nicht beantwortet. Im Mai waren in Waldmünchen rund 120 Menschen beschäftigt.

Weiter teilt das Unternehmen mit: „Dass wir am Standort Waldmünchen präsent bleiben, war eine Entscheidung zum Wohl unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie unserer Patientinnen und Patienten.“ Weitere Aussagen könne man derzeit noch nicht treffen, weil die Umsetzung noch in der Planung sei.

Landrat Löffler zeigt sich erfreut

Landrat Franz Löffler schreibt in einer Stellungnahme, dass er sich „sehr freut“: „Die Entscheidung, nun doch den Standort Waldmünchen mit einem etwas abgeänderten Therapieangebot für 40 bis 45 Patientinnen und Patienten aufrechtzuerhalten, freut mich sehr. Das ist ein positives Signal für die Region Waldmünchen, aber auch für das Unternehmen selbst. Heiligenfeld wird damit seiner Verantwortung dem Standort gegenüber schon gerecht. Dieses Verantwortungsgefühl war auch die Basis für meine konstruktiven Gespräche mit den Geschäftsführern. Jetzt geht es weiter darum, zu prüfen, wie auch die frei werdenden Ressourcen bestmöglich genutzt werde können. Insgesamt können wir zunächst ein positives Zwischenfazit ziehen, dass allen Beteiligten, die um den Standort bemüht sind, etwas Luft verschafft! Dafür bin ich vor allem den Verantwortlichen der Heiligenfeld Klinken sehr dankbar.“

Ähnlich äußert sich auch Bürgermeister Markus Ackermann. Die Entscheidung sei „im Rahmen der Umstände erfreulich“. Die Klinik werde weiter genutzt und ein Leerstand vermieden. Das Haus werde nicht geschlossen. Das sei eine „verantwortungsbewusste Entscheidung“ der Klinikgruppe. Vielleicht sei man bei den Heiligenfeldkliniken in einer neuen „Findungsphase“ wie die Klinik in Waldmünchen weiterhin genutzt werden könne. Die Verantwortungsbewusstsein gegenüber der Region sei auch bei den Hintergrundgesprächen zu spüren gewesen, sagte Ackermann. Er werte die Entscheidung als „ein positives Signal“ „in einer schwierigen Phase“.