Tarifkampf am Uniklinikum Regensburg: Zähe Fortschritte und offene Fragen

Von Daniel Pfeifer · 10. Juli 2024 um 15:29

Der Tarifkampf der Servicekräfte am Uniklinikum Regensburg (UKR) geht weiter: Am Dienstag stand der zweite Verhandlungstag zwischen KDL und Verdi an. Doch der stellte sich laut Verdi als „zäh“ heraus: In einigen Punkten ging es voran, eine Einigung steht weiterhin aus. Drohen wieder Streiks?

Sowohl die Dienstleistungsgesellschaft KDL als auch die Gewerkschaft Verdi waren nach der erfolgreichen ersten Runde am 26. Juni zuversichtlich. Doch die zweite Runde sorgte für leichte Ernüchterung. Von Vormittag bis Abend saßen die Vertreter beider Seiten am Dienstag an einem Tisch. Bezüglich der zentralen Forderung nach mehr Lohn hatte die KDL bereits Ende Juni eine stufenweise Angleichung an den Tarifvertrag der Länder (TV-L) bis 2027 versprochen. Nun ging es um Themen wie Sonderzahlungen, Entgeltgruppen und Altersvorsorge.

Angestellte: „Wir bleiben streikbereit“

In diesen Punkten „erweisen sich die Verhandlungen als überaus schwierig“, teilt Robert Hinke, Verhandlungsführer von Verdi, mit. „Wir bleiben streikbereit“, betont auch Betriebsratsvorsitzende Nelli Nentschuk, sollten die Gespräche sich festlaufen.

Mehr als ein halbes Jahr lang bauten die derzeit 340 Angestellten der KDL, unter anderem in Reinigung sowie Hol- und Bringdiensten am Uniklinikum, mit zunehmend umfangreichen Streiks Druck auf. Die KDL, die zu 51 Prozent dem UKR und damit dem Freistaat Bayern gehört, reagierte Ende Juni. „Mit unserem Angebot schaffen wir trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage eine deutliche finanzielle Entlastung für die KDL-Beschäftigten“, teilte dazu Rechtsanwalt Dieter Brenneis, Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, mit. Dennoch betonte er: „Die Bäume wachsen nicht in den Himmel und die finale Leistungsfähigkeit der KDL ist nahezu erschöpft.“

Am Dienstag besserte die KDL dennoch ihr Angebot nach, wie es in einer Mitteilung heißt: Zu den Mitarbeitenden in der untersten Lohngruppe Entgeltgruppe 1 soll nun auch das Personal der Entgeltgruppe 2 in der ersten Stufe ab sofort zu 100 Prozent auf das aktuelle TV-L-Niveau gehoben werden. Darüber hinaus habe man sich auf die Entgeltumwandlung zur betrieblichen Altersvorsorge verständigt, heißt es.

Entgeltgruppen bleiben großer Streitpunkt

Am 22. Juli werden die Tarifverhandlungen fortgesetzt. Einer der Streitpunkte, der laut Einschätzung beider Seiten am intensivsten diskutiert wird, betrifft die Eingruppierung der Beschäftigten – denn die KDL umfasst zahlreiche sehr unterschiedliche Jobs, die auch mit sehr unterschiedlichen Belastungen und Risiken einhergehen.

Ein Beispiel nennt Robert Hinke von Verdi: „Die Arbeitgeberseite möchte die Stationsreinigung in der untersten Entgeltgruppe 1 ansiedeln. Unsere Kolleginnen und Kollegen arbeiten in einem Krankenhaus, haben für eine sterile Reinigung zu sorgen und tragen für die klinische Hygiene enorme Verantwortung. Das muss arbeitgeberseitig endlich anerkannt werden.“

Hinke lobt die Verhandlungen, bei denen „Differenzen offen behandelt“ würden. Enttäuscht sei er, dass die Bayerische Staatsregierung sich nicht einschalte sondern sich „bislang versteckt“. Ob Ende des Monats eine Einigung steht, wird sich am 22. Juli zeigen.