Trenck-Premiere trotzte dem Regen: Kathi und Trenck überzeugten auf der Freilichtbühne

Eine etwas matschige Angelegenheit war die Premiere der 73. Trenckfestspiels in Waldmünchen am Samstag. Aber davon ließen sich die Schauspieler nicht abschrecken, zumindest während der Aufführung hörte der Regen auf. Und bescherte dem Publikum doch noch einen beeindruckenden Freilicht-Theaterabend.
Bürgermeister Markus Ackermann freute sich, dass so viele Zuschauer zur Premiere gekommen waren und gemeinsam mit Waldmünchen ein geschichtsträchtiges und heimatprägendes Ereignis wieder aufleben ließen. Das Freilichtspiel sei seit über sieben Jahrzehnten Aushängeschild und Markenzeichen der Stadt und habe bereits über eine halbe Million Besucher begrüßt.
Herzen im Sturm erobert
Die beiden Schirmherren, Prof. Dr. Rainer Rupprecht, Ärztlicher Direktor und Inhaber des Lehrstuhls für Psychiatrie an der Universität Regensburg, medbo, und Landrat Franz Löffler, bezeichnete Ackermann als passende, markante, interessante und menschlich angenehme Persönlichkeiten. Die Freude über die zwei Repräsentanten des Bezirks sei groß, da dieser für Waldmünchen eine bedeutende und verantwortungsvolle Rolle als Träger habe.
Ein Glückszustand sei eingetreten, als man beim Schirmherrnbitten gemerkt habe, dass man mit Löffler und Rupprecht die richtige Wahl getroffen habe. Die beiden haben die Herzen der Trenckianer im Sturm erobert, so Ackermann. Und wer die Herzen der Trenckianer gewonnen habe, der habe das Ziel erreicht: Er gehöre zur Familie und genieße deren Respekt, Anerkennung, Schutz und Hilfe. „Wir Trenckianer schätzen nämlich unsere Weg- und Kampfgefährten“, so Ackermann.
Identifikation, Ehrensache und Herzensangelegenheit
Franziskus von der Trenck habe sich in der Stadt verewigt und in das Gedächtnis der Menschen eingebrannt. „Für uns Waldmünchner war und ist der Trenck eine charismatische, interessante und identitätsstiftende Persönlichkeit, die Stadtgeschichte geschrieben hat und die Inspiration für unser Festspiel wurde“, sagte der Bürgermeister. „Das Trenckfestspiel ist für Waldmünchen Identifikation, Ehrensache und Herzensangelegenheit – die Leidenschaft und Hingabe, mit der dieses Festspiel gelebt wird, wird heute wieder sichtbar, spürbar und erlebbar werden“, sagte er.
Stück regt auch zum Nachdenken an
„Man fühlt sich zurückversetzt in das Jahr 1742, da ging es hier in Waldmünchen hoch her“, so Schirmherr Rupprecht. Es sei eine großartige Leistung der Bürger, die Geschichte so lebendig werden zu lassen: zum einen solche Festspiele mit über 300 Mitwirkenden auf die Beine zu stellen und dann über sieben Jahrzehnte zu erhalten.
Außerdem wird man schon ein bisschen nachdenklich, wenn man bedenkt, wo man hier ist, sagte Rupprecht. Das Schirmherrenbitten sei auf dem Cerchov gewesen. In der Zeit des Kalten Kriegs konnte man laut Rupprecht nicht ohne weiteres dort hin. Ähnlich wie das, was hier 1742 passierte, passiere heute in der Ukraine. „Man kann nur hoffen, dass es bald ein gutes Ende nimmt“, sagte Rupprecht.
Mit eigener Geschichte befassen
„Die besten Spiele haben die Zuschauer dann erlebt, wenn leichter Regen war“, sagte Schirmherr Franz Löffler. Er erinnerte daran, dass das Festival nur möglich sei, weil die Menschen zusammenhalten und sich an die gemeinsame Geschichte erinnern.
Gerade in diesen bewegten Zeiten sei es wichtig, die eigene Geschichte zu kennen, um auch das Geschehen in der Welt einordnen zu können, so Löffler. Trenckvorsitzender Martin Frank bedankte sich bei Rupprecht und Löffler. Denn die Festspiele seien ein großes Ereignis und bräuchten entsprechende Schirmherren. Kathi-Darstellerin Sophia Hetzl (22) und Trenck-Darsteller Christian Liegl (33) überreichten den beiden Schirmherren zwei Bleiglasfenster von Alfons Gruber, und Löffler und Rupprecht trugen sich in das Goldene Buch ein.
Spannende Kampf- und Reiterszenen
Alle Mitwirkenden zeigten anschließend eine überragende Darbietung des Stücks. Zu Beginn war die Angst der Dorfbewohner vor den Panduren deutlich zu spüren. Hatten doch die Panduren Cham in Schutt und Asche gelegt. Als das Heer auf ihren Pferden die Stadt erreichte, beeindruckten vor allem die Reitkünste der Darsteller. Bei den Reiterszenen stach der Sturm auf Waldmünchen hervor, bei dem auch eine Kanone und Gewehre abgefeuert wurden. Der laute Knall erschreckte so manchen Zuschauer.
Neben den Reiter- und Kampfszenen gab es aber auch amüsante Passagen im Stück, die die Zuschauer zum Schmunzeln brachten. Die Hauptdarsteller Sophia Hetzl und Christian Liegl überzeugten mit ihren Auftritten, die Freude, Leid und Trauer zeigten. Und am Ende konnte die schöne Kathi den Trenck doch noch vom Guten überzeugen.
Tolle Atmosphäre
„Es war eine ganz besondere Atmosphäre“, sagte Christian Liegl über die Premiere. Und auch das Wetter habe gehalten. Allerdings hätten die Witterungsverhältnisse beim Reiten besondere Aufmerksamkeit erfordert. Auch Sophia Hetzl freute sich, dass den Pferden nichts passiert ist. „Intern fällt schon etwas auf, was vorher anders gelaufen ist“, sagte die Kathi-Darstellerin zur Premiere. Beide Schauspieler freuten sich anschließend auf die Feier im Trenckstadl.























