Sie verbinden Menschen: Die Trenckfestspiele Waldmünchen und ihr Schirmherrenduo

Ob das Stück auf der Bühne ein Happy End erlebt? So schnell will und kann sich Maren Biermann nicht festlegen. Etwas anderes steht allerdings fest: Für sie persönlich ist der Abend eines. So ein Spektakel, nein, so etwas habe sie noch nie erlebt, sagt die Schirmherrin kurz nach Aufführungsende sichtlich bewegt. Eine Einschätzung, mit der sie nach einer wirklich fulminanten Premiere nicht alleine ist.
Die Rahmenbedingungen, Wetter, Wind, Temperaturen, Spielfreude, neue Impulse in der Inszenierung: allesamt perfekt. Es dürfte kaum einen ersten Trenck-Abend gegeben haben, in dem von A bis Z alles so gut zusammengepasst hat. Dazu: Ein Hauptdarsteller namens Lawrence Gast, der dem Spiel mit unglaublicher Präsenz und Souveränität seinen Stempel aufdrückte.
Leidenschaft der Trenckianer beeindruckt
Zurück zur Schirmherrin. Engagement und Leidenschaft der Trenckianer hatten bei ihr bereits beim Patenbitten bleibenden Eindruck hinterlassen. Und nun? Selbiges, gepaart mit der erlebten Professionalität und den Reiterszenen, sei „absolut beeindruckend“. Ihrem Co-Schirmherrn von Vodafone, Rolf-Peter Scharfe, fällt es sichtlich leicht, in das Loblied einzustimmen. Beim Festakt vor der Premiere hatte er persönlich, namens seiner Kollegin und des Konzerns, der Vorfreude nachgegeben: „Wir sind gespannt und fühlen uns sehr geehrt.“
Die 72. Saison
Biermann, Landkreis-Projektmanagerin für den Breitbandausbau, machte indes die Gemeinsamkeit zwischen dem Telekommunikationsanbieter und dem Festspiel aus. „Wir alle verbinden Menschen.“ Und: „Zusammen schaffen wir es, Großes zu bewegen.“ Was im „Fall Trenck“ bedeute, eine über 70-jährige Tradition aufrecht zu halten.
„Es fühlt sich richtig an“, erlaubte sie einen Einblick in ihr Seelenleben. Spätestens das bewegende Schirmherrenbitten im Mai hätte den Vodafone-Repräsentanten die Bedeutung des Amtes vor Augen geführt. „Wir sind sehr stolz.“
Rund 300 Mitwirkende
Stolz darf auch jeder der rund 300 Mitwirkenden sein. Denn das, was die Festspielfamilie da am Samstag auf die Bühne brachte, wird für viele Aufführungen, vielleicht Jahre, Messlatte sein. Das „Volk“: aufmerksam und Details ruhig und genau umsetzend. Auch neuer: Regisseurin Yvonne Brosch hat Dialoge gekonnt und unauffällig ins Zentrum verlegt, (Bewegungs)Abläufe und Sätze leicht (zum Besseren!) modifiziert. Die weggefallenen tschechischen Einsprecher (die Gäste aus dem Nachbarland können stattdessen seit dieser Saison auf eine komplette Übersetzung zurückgreifen) tun dem Stück im Sinne eines „Dahinfließens“ gut.
Brillante (Haupt)Darsteller
Nicht zuletzt glänzen ausdrucksstarke Hauptdarsteller – allen voran Lawrence Gast als Trenck mit Präsenz und positiver Quirlichkeit – und hochmotivierte, gute Debütanten. Wer da wen in einen Rausch gespielt hat?
Aber Trenck-Festspiel, das ist mehr als das Stück. Regierungspräsident Walter Jonas betont die kulturellen, sozialen und ehrenamtlichen Aspekte, ohne die die Aufrechterhaltung der Tradition über mehr als 70 Jahre nicht möglich sei. Schwieriger gestaltet sich eine gut gemeinte Parallele. Bayreuth sei Wagnerstadt, der Landkreis Cham Festspiel-„Hauptstadt“ (?) und Waldmünchen dies in besonderer Weise. Ob nun grammatikalisch korrekt oder nicht: Egal, das Lob ist angekommen.
Europäische Geschichte
Landrat, Bezirks- und Festspielpräsident Franz Löffler unterstreicht zudem die europäische Geschichte des Spiels, das ursprünglich den Titel „Kriegsnot in der Oberpfalz“ tragen sollte. „Frieden und Freiheit sind nicht selbstverständlich!“. Dies möge die Friedensbotschaft sein, die von dem Stück ausgehe, wünscht er.
Zahlreiche Ehrengäste
Eine lange Liste Ehrengäste – unter ihnen zahlreiche frühere Schirmherren — muss Bürgermeister Markus Ackermann abarbeiten, ehe er sich persönlich und im Namen der Stadt stolz zeigen und sich „vor Wertschätzung und Respekt“ vor der Trenckfamilie verneigen kann. „Jeder einzelne von Euch ist unverzichtbar, Ihr habt das Spiel zu dem gemacht, was es ist.“
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Für die Mitwirkenden sei dieses Ehrensache und Herzensangelegenheit, dem Premierenpublikum stellt er in Aussicht, dies alles und mehr zu erleben. Er sollte – gepaart mit dem perfekten lauen Sommerabend, der Spielfreude der Darsteller und der im Vergleich zum Vorjahr verbesserten Licht- und Tontechnik – Recht behalten.
Wie Trenckvereinsvorsitzender Martin Frank, der viele Gründe findet, um von einem ganz besonderen Tag zu sprechen. Ein paar Stunden später zeigt sich: Genau das ist er, und noch mehr. Eine grandiose Aufführung, ein grandioses Miteinander.







