Damit Trenck im rechten Licht steht

Von Mittelbayerische Zeitung · 29. Juni 2024 um 01:10

Waldmünchen. Vor zwei Jahren gab es eine komplett neue Technik. Da waren viele ehrenamtliche Stunden nötig, um sich mit Ton, Licht und Pyrotechnik vertraut zu machen. Das Team, welches über den Zuschauern in einem kleinen Kämmerchen thront, ist der Strippenzieher einer jeden Festspielaufführung. Und ohne sie würde es ziemlich dunkel sein am Festspielplatz. Und nur wenige der vielen Laiendarsteller würden ihren Einsatz zur rechten Zeit haben.

Die umfangreiche Sanierung und Renovierung der Festspieltribüne wurde vor rund zwei Jahren abgeschlossen. Dabei wurde nicht nur das ganze „Innenleben“ der Tribüne rundumerneuert, auch wurde viel neue Technik angeschafft. Denn die alten Scheinwerfer und Lautsprecher waren in die Jahre gekommen und entsprachen schon lange nicht mehr dem Stand moderner Veranstaltungstechnik.

Seit der umfangreichen Umstellung von vor zwei Jahren ist bei dem Technik-Team eine gewisse Routine eingetreten. Vor einigen Wochen wurde mit einem Steiger die Technik wieder am Tribünendach angebracht, aber auch am Festspielplatz und drum herum. Durch die Neuausrichtung wurden noch diverse weitere Scheinwerfer installiert, um ein noch besseres Ambiente – insbesondere beim Sturm auf die Stadt – zu erzeugen. Zum Einstellen und Ausrichten der Scheinwerfer ist dann auch die Regie mit an Bord und gibt Anweisungen. Somit kann die Technik den ganzen Sommer über genutzt werden – nicht nur für die Trenckfestspiele.

Vor jedem Festspiel ist dann auch jede Menge zu erledigen: Die Mikrofone müssen an die richtige Stelle gesetzt, die Geräusche und das Licht getestet werden. In der „Schaltzentrale“ laufen vor, während und nach dem Festspiel alle Fäden zusammen.

Was hinter der Bühne passiert, bekommt der Zuschauer nicht mit: Mit Funk stehen die Ehrenamts-Techniker in Verbindung zu Personen, die hinter der Bühne agieren, als Pferdehalter oder Anweiser. Die Lichtzeichen für die jeweiligen Rollen müssen sekundengenau kommen. „Anders lässt es sich bei den weiten Wegen auf dem Gelände kaum kommunizieren“, so Michael Gruber, der schon seit vielen Jahren in diesem Bereich tätig ist. Auch müssen Geräusche wie die Kirchturmglocken oder aber der Hahnenschrei passgenau eingespielt werden.

Da gerät das Bedienen von Licht und Ton schon fast ein wenig in den Hintergrund: Durch die neue Technik konnte die Lichteinstellung für jede Szene schon im Vorfeld eingespeichert werden. Damit kann quasi per einer Bildschirmberührung eine komplett neue Beleuchtung herbeigezaubert werden.

Nur mit dem Ton war es anfangs etwas holprig. Die vielen Flächen- und Richtmikrofone waren zwar alle bestens positioniert. Aber die Laiendarsteller mussten erst lernen, in deren Richtung auch zu sprechen. Deshalb hatte Johannes Eisenhart im vergangenen Jahr bei den Proben Markierungen erstellt, um den Darstellern visuell zu verdeutlichen, wo sie hinsprechen müssen. „Das hat dann letzte Saison schon sehr gut geklappt“, so Johannes Eisenhart, der hofft, dass es in diesem Jahr so bleiben wird. Denn dann werden die Sprechrollen gut zu hören sein, selbst wenn der „Böhmische“ wieder über den Festspielplatz fegt.

Viel zu tun ist für das Team bei dem Sturm auf die Stadt, denn mit dem Kanonenschlag stürmen die Panduren Tor und Mauer. Es wird aus Musketen geschossen und die „Treffer“ explodieren hinter der Mauer. Für den Pyrotechniker Klaus Berger sind exaktes Timing und Sorgfalt gefragt. Schließlich dürfen die Pferde, die im Galopp auf das Gelände reiten, nicht gefährdet werden.

Wenn Ende August die letzten Veranstaltungen auf dem Waldmünchner Schmuckstück über die Bühne gegangen sind, ist das Technikteam noch einmal gefragt: Die vielen schweren Scheinwerfer müssen wieder winterfest auf geeigneten Halterungen verräumt werden. Danach ist die Tribüne wieder eine leere Hülle.

Das Team für Licht, Ton und Pyrotechnik: Marcus Berger, Michael Danzer, Johannes Eisenhart, Michael Gruber, Johannes Auerbeck, Klaus Berger, Peter Liegl

wbs