Parkplatz am Alten Eisstadion in Regensburg: „Achtung! Jetzt kostet es was“

In einer Woche geht es los. Ab Freitag ist das Gratis-Parken am Alten Eisstadion in Regensburg vorbei. Dann beginnt eine Testphase, in der ein Euro für bis zu zwölf Stunden Stellzeit bezahlt werden muss. Für bis zu 24 Stunden werden zwei Euro fällig. Und vor allem: Länger parken als einen Tag ist überhaupt nicht mehr erlaubt.
Auf dem Gelände am Alten Eisstadion wird ohnehin bereits kräftig gewerkelt. Im nordöstlichen Bereich soll bis 2026 eine neue Parkgarage entstehen. Dort laufen derzeit bereits Vorarbeiten für den Bau der Zufahrtsrampe. Die restlichen Areale des Geländes sollen – zumindest teilweise – aber weiterhin genutzt werden können. Bereits im Betrieb ist hier ein Bereich mit 75 Stellplätzen für Anwohner aus mehreren Bezirken, in dem diese kostenlos parken können.
Zunächst 410 Parkplätze
Bei den öffentlich zugänglichen Flächen wird es vorerst 410 Parkplätze geben. Diese Zahl wird Anfang des kommenden Jahres wegen des Platzbedarfs für den Bau der Parkgarage allerdings noch sinken. „Mindestens 210 Stellplätze wird es aber immer geben“, sagte Stadtwerk-Chef Manfred Koller am Freitag bei der Vorstellung des neuen Parksystems.
Kontrolliert werden die Parkzeiten fortan über Kameras, die die Kennzeichen der ein- und ausfahrenden Autos erfassen und die Parkzeit berechnen. Die Autofahrer können ihr Kennzeichen an Automaten, die auf dem Parkplatz aufgestellt werden, eingeben und dann die Gebühr bezahlen.
Von der Testphase bis zur Eröffnung des neuen Parkhauses erhofft sich das Stadtwerk „wichtige Erkenntnisse“, wie Koller sagte: „Man wird sehen, wie die Menschen das annehmen, wie sie darauf reagieren.“ Dies alles werde bei der Diskussion über die endgültigen Parktarife mit einfließen.
Stadtwerk-Chef: „Ein kleiner Obolus“
Aktuell sei ihm aber vor allem eine Botschaft für die Bürger wichtig, sagte Koller: „Achtung! Jetzt kostet es was.“ Es sei zwar nur ein vergleichsweise „kleiner Obolus“ fällig, wie er sagte, am grundsätzlichen Prinzip ändere dies aber nichts: Wer die Gebühr nicht bezahlt, muss mit einem Bußgeld rechnen. Und das ist dann weitaus teurer, genauer gesagt: 45 Euro. Lucian Beggel vom Stadtwerk sagte, dass es an dem bürokratischen Aufwand liege, warum für Gebührenschwänzer dieser stattliche Betrag angesetzt wurde. Eine externe Firma müsse hier schließlich erst einmal auf der Basis des Autokennzeichens eine Information über den Fahrzeughalter anfordern, um dann das Bußgeldverfahren anstoßen zu können.
Das Stadtwerk will die Übergangsphase für die Bürger aber offenbar so unproblematisch wie möglich gestalten. Es gibt deswegen eine Schonfrist bis 1.August. In dieser Zeit wird es noch keine Bußgeldbescheide geben. Genau beachtet werde Beggel zufolge der Datenschutz. So würden die Bilddaten von den Kennzeichen direkt nach dem Bezahlen der Gebühr automatisch wieder gelöscht werden. Im Speicher blieben nur die Daten der Autofahrer, die die Gebühr nicht bezahlen. Nach Abschluss des Bußgeldverfahrens würden aber auch diese Informationen gelöscht werden.
Keine Geldscheine mehr
An den Automaten auf dem Gelände können die Autofahrer entweder bargeldlos – etwa mit entsprechenden Apps oder Kreditkarte – oder mit Münzen zahlen. Geldscheine nehmen die Automaten aber nicht mehr an. Es gibt auch die Möglichkeit, innerhalb von 24 Stunden nach dem Parkvorgang online zu bezahlen. Mehrere Schilder vor Ort sollen die Autofahrer daran erinnern, das Zahlen nicht zu vergessen.
Der städtische Planungs- und Baureferent Florian Plejer wies noch darauf hin, dass derzeit auch der Bebauungsplan für das gesamte Areal öffentlich ausliegt. Noch bis zum 19. Juli könnten sich Bürger einbringen. „Uns würde es sehr freuen, wenn sich viele daran beteiligen, wenn wir erfahren: Was wird da gedacht?“