Das Warten aufs Parkhaus am Alten Eisstadion in Regensburg geht weiter

Von Jürgen Scharf · 3. März 2024 um 19:00

Mehr Parkplätze? Oder weniger? Die Altstadt komplett für Autos sperren oder doch nicht? Über die Verkehrsplanung wird in Regensburg seit Jahren rauf und runter gestritten. Zumindest eines ist dabei aber sicher: Die Eröffnung des neuen Parkhauses beim Alten Eisstadion ist ein entscheidender Domino-Stein.

Bis dieser umfällt, wird allerdings noch einige Zeit vergehen. Wie das Stadtwerk der Mittelbayerischen auf Anfrage mitteilt, ist bislang noch kein Auftrag für den Bau vergeben.

Vor knapp zwei Jahren gab es im Regensburger Stadtrat ein Machtwort: Beim schon lange angestrebten neuen Parkhaus am Alten Eisstadion wird abgespeckt. Es soll nun in erster Linie so schnell und so kostengünstig wie möglich gebaut werden, hieß es damals.

Bei den Kosten wurde in der Tat stark runtergedreht. Ursprünglich gab es ein Konzept für ein maximal sechsstöckiges Gebäude mit einer hochwertigen Fassadengestaltung, dessen Umsetzung auf knapp 27 Millionen Euro veranschlagt wurde. Übriggeblieben ist nun der Plan, ein Parkdeck mit einem einzigen Stockwerk zu errichten. Dies soll noch etwa 18 Millionen Euro kosten.

Zeitplan wurde ausgedehnt

Ob es zudem jetzt auch noch richtig schnell geht, ist aber mehr als fraglich. Vor zwei Jahren gab es die Hoffnung, dass 2025 alles fertig ist. Zuletzt wurde nun das erste Quartal im Jahr 2026 als angestrebter Fertigstellungstermin genannt. „An dieser Zeitplanung halten wir fest“, sagt Martin Gottschalk, Sprecher des Stadtwerks.

Viel schneller könnte es nun wohl auch gar nicht mehr gehen. Gottschalk teilt mit, dass nach wie vor erst noch das Ausschreibungsverfahren für die Planung und den Bau abgeschlossen werden muss. Dieses war im August gestartet worden. Die Bieter hätten dann um eine dreiwöchige Verlängerung der Abgabefrist gebeten. Eine Entscheidung soll es nun im Mai geben.

Im Rahmen der Vergabe wird sich auch entscheiden, wie viel das Parkhaus letztlich wirklich genau kostet. Da das Verfahren noch läuft, könne er dazu derzeit keine Angaben machen, sagt Gottschalk.

Gemeinsam mit einer umfassenden Busanbindung soll das Parkhaus zu einer neuen Mobilitätsdrehscheibe werden. Wie viel von der abhängt, wird stellvertretend am Obermünsterviertel deutlich. Hier gibt es seit Jahren eine hart geführte Debatte über den Durchgangsverkehr. Viele Parteien im Stadtrat und auch viele Anwohner würden ihn am liebsten sofort raushaben. Mit der Regensburger CSU, der stärksten Gruppe der Regierungskoalition, ist darüber aber nicht zu reden. Sie will an ihm festhalten. Zumindest so lange, bis die Mobilitätsdrehscheibe fertig ist. Ansonsten wäre das Parkplatzangebot für die Altstadt zu gering, sagt die Regensburger CSU.

Forderung erneuert

Zuletzt erneuerten hiesige Bürgerinitiativen wie etwa die Altstadtfreunde öffentlich ihre Forderung nach einer sofortigen Verkehrsberuhigung. Dies wird aber nichts daran ändern, dass auch sie – ob sie nun wollen oder nicht – zunächst auf die Eröffnung des Parkhauses warten müssen.

Das Gelände am Alten Eisstadion wird seit Jahren bereits als Park-and-Ride-Parkplatz genutzt. Derzeit können etwa 700Autos gratis dort parken. Nach dem Umbau soll es dann mindestens 1000 kostenpflichtige Plätze geben.

Wie groß der tatsächliche Parkbedarf ist und welche Tarife für das Parkhaus eingeführt werden, soll eigentlich durch einen Ticket-Testbetrieb in Erfahrung gebracht werden. Über den wird bereits seit knapp zwei Jahren diskutiert, umgesetzt wurde er bislang nicht. Die Stadtverwaltung teilt auf Anfrage mit, dass der Start nun für Mitte des Jahres angesetzt sei. Geklärt sei mittlerweile, dass es dabei einen einheitlichen Tagestarif geben soll. Die Höhe des Preises werde aber noch mit dem Stadtwerk abgestimmt. Maßgeblich sei dabei, wie groß der personelle und wirtschaftliche Aufwand für den Testbetrieb ist. Die Auswertung der Probephase werden dann wieder Stadtverwaltung und Stadtwerk gemeinsam vornehmen.

Eine mögliche Verkehrsberuhigung im Obermünsterviertel hängt direkt mit der neuen Mobilitätsdrehscheibe zusammen. Foto: Scharf