Parken in Regensburg: So geht es am Alten Eisstadion weiter

Von Marion Koller · 2. April 2023 um 17:05

Der Parkplatz beim Alten Eisstadion in Regensburg ist wegen seiner Altstadtnähe wichtig. Inzwischen passiert es immer häufiger, dass es dort keine einzige freie Lücke mehr gibt. Der Grund: zu viele Dauerparker lassen ihre Autos und Campingwagen dort stehen.

Der Bau der geplanten Parkierungsanlage für 1400 Fahrzeuge, also doppelt so viele wie heute, dauert bis 2026. Deshalb hat der Planungsausschuss des Stadtrats im Mai letzten Jahres grünes Licht für einige Sofortmaßnahmen signalisiert, die die Parksituation entspannen sollen. Was ist daraus geworden?

Die Parkplätze sollen markiert und geordnet werden. Damit will die Stadt zugleich mehr Platz gewinnen. 70 Anwohner-Stellplätze sollen ausgewiesen werden.

Paketstation soll entstehen

Außerdem hieß es damals, dass ein kostenloses 24-Stunden-Ticket eingeführt werden soll: um festzustellen, wie viele täglich am Eisstadion parken, und um die Dauerparker zu vertreiben. Weitere Sofortmaßnahmen: Sharingangebote wie das E-Auto Earl und Lastenräder sollen kommen. Zudem soll eine Paketstation zur Belieferung der Altstadt entstehen. Die Innenstadthotels wünschen sich einen Shuttleservice für ihre Gäste.

Dauerparker vertreiben

Viele interessante Ideen werden diskutiert, doch die Realisierung lässt auf sich warten. Stadtsprecherin Verena Bengler sagt, zur Umsetzung sei noch ein Maßnahmenbeschluss der Stadtratsgremien nötig. Sobald dieser gefasst worden sei, würden die Sofortmaßnahmen verwirklicht.

Dazu zähle die Einführung einer Tarifstruktur. Mit deren Hilfe soll sich herauskristallisieren, wie die Dauerparker am Unteren Wöhrd auf die Parkraumbewirtschaftung der Fläche reagieren.

Um Kosten zu sparen, hat die die Stadtratsmehrheit im Vorjahr beschlossen, kein Parkhaus beim Alten Eisstadion zu bauen, das rund 27 Millionen Euro verschlungen hätte, sondern die sogenannte Parkierungsanlage für höchstens 18 Millionen Euro. Es handelt sich um ein Parkdeck, voraussichtlich in Modulbauweise, über dem Parkplatz.

Umsetzung durch die Stadtwerk Regensburg GmbH

Sprecherin Verena Bengler betont aber, eine Festlegung über Bauvolumen, Form oder Ausprägung der Parkierungsanlage sei noch nicht erfolgt und solle sich im Ausschreibungsverfahren zeigen. Mit der Umsetzung wird die Stadtwerk Regensburg GmbH betraut. Es ist geplant, einen Generalunternehmer zu beauftragen. Auch hier muss ein weiterer Beschluss in den Stadtratsgremien fallen. Die Rahmenbedingungen – Baufläche, Höhe, Mindestanzahl der Parkplätze, Lärmschutz, Zufahrt und Wohnmobilplätze – gibt die Stadt vor. Sie werden zurzeit in einem Bebauungsplan fixiert. Weitere Informationen geben Kommune und Stadtwerk vor Abschluss der politischen Beratung nicht heraus.

Koalitionsmitglied und CSU-Fraktionschef Jürgen Eberwein rechnet damit, dass sich der Bau der Parkierungsanlage bis 2026 hinziehen könnte. Ursprünglich war von 2025 die Rede. Den Modulbau könne man sich wie einen einstöckigen Tisch über dem Parkplatz vorstellen. „Die Parkfläche bleibt, wie sie ist, das Gleiche würde man darüberstellen.“

Doch ein Parkhaus?

Vieles ist unklar, zum Beispiel, ob der Modulbau über die gesamte Fläche gezogen wird. Das klären die Fachleute vom Planungsamt. Eberwein sagt, eine Tischlösung mit vielen Ständern übe keinen so großen Druck auf den Untergrund aus wie ein massiver Bau. Die möglichen Altlasten des einstigen Winterhafens, der zugeschüttet wurde, sollen nicht angetastet werden. Denn das könnte eine Kostenexplosion nach sich ziehen.

Jetzt haben erst einmal Experten das Wort. Sie werden beurteilen, ob sich eine Parkierungsanlage für das Gelände eignet. Wenn nicht, könnte ein Billig-Parkhaus an der Ecke Wöhrdstraße/Nibelungenbrücke entstehen, wo sicher keine Altlasten im Boden stecken.