Überraschende Entwicklung: Darum sind die E-Scooter aus Schwandorf verschwunden

Die E-Scooter sorgten in Schwandorf seit ihrer Einführung im März 2023 immer wieder für Diskussionen. Vor allem die Parksituation stand teils deutlich in der Kritik. Nun sind die schwarz-orangen Flitzer der Firma Zeus überraschend aus der Stadt verschwunden. Das sind die Gründe.
Ursprünglich war das Angebot als Testphase gestartet – zunächst für sechs Monate. Doch als die endete, blieben die elektrischen Gefährte ein Teil des Straßenbilds. Tatsächlich hatte Zeus noch im April erklärt, dass man in Schwandorf das Angebot weiterhin bereithalten wolle und nicht beabsichtige, es zu beenden. Auch bei einem Gespräch mit der Stadt im Oktober 2023 wurde klar, dass Zeus die Scooter weiter anbieten möchte. Rund 90Roller waren zuletzt in Schwandorf verfügbar.
Doch nun kommt die überraschende Kehrtwende. Denn am vergangenen Freitag hat Zeus die Scooter „erst mal aus dem Verkehr genommen“, wie ein Sprecher der Mittelbayerischen bestätigt. Der Grund: Das Unternehmen müsse seine Strategie für Schwandorf überarbeiten, „um wirtschaftlich agieren zu können“.
Laut Zeus hätten „steigende Kosten“ dazu geführt, „dass wir optimieren müssen“. Die Nutzung der E-Scooter habe nämlich „nicht den erforderlichen Erwartungen“ entsprochen, „um einen wirtschaftlich tragfähigen Betrieb aufrechtzuerhalten“. Das sei auch dem Wetter geschuldet gewesen.
Ob es in Zukunft E-Scooter in Schwandorf gibt, ist offen
Man sei als Privatunternehmen „darauf angewiesen, dass unsere Angebote rentabel sind, um weiterhin einen hochwertigen Service bieten zu können“, schreibt das Unternehmen. Und weiter: „In diesem Fall waren die wirtschaftlichen Bedingungen leider nicht gegeben, sodass wir uns gezwungen sahen, unser Angebot erst mal einzustellen.“
Ob diese Entscheidung das endgültige Aus für die E-Scooter in Schwandorf bedeutet, ist aber noch offen. Denn in seiner Antwort schreibt der Zeus-Sprecher auch: „Wir versuchen, schnellstmöglich den Service wieder aufzunehmen.“
Auch Oberbürgermeister Andreas Feller (CSU) ist aufgefallen, dass die Roller aus dem Stadtgebiet verschwunden sind. „Ob es für Schwandorf zu früh war, was ich fast glaube, weiß ich nicht“, sagt der Rathauschef. Laut Feller habe es in der Vergangenheit immer wieder Probleme mit geparkten Zeus-Gefährten gegeben. Man werde zwar nicht aktiv nach Ersatz suchen, wolle sich als Stadt aber mit Blick auf den Mobilitätswandel grundsätzlich einem solchen Angebot auch nicht verschließen.
Immer wieder Kritik an der Parksituation
Der OB ist nach eigener Aussage selbst „noch nie mit einem solchen Roller gefahren“. Das von Zeus vorgelegte Konzept habe grundsätzlich zur Großen Kreisstadt gepasst. „Das, was daraus wurde, ist aber eher suboptimal“, findet Feller. Er macht das an einem Beispiel fest: Während sich die Roller an „abstrusen Orten“ in wenig frequentierten Seitenstraßen häuften, fand man am viel genutzten Bahnhof kaum elektrische Flitzer.
Vor mehr als einem Jahr hatte der damalige Geschäftsführer von Zeus Deutschland das Angebot als Mobilitätsalternative vorgestellt. Um für geregelte Verhältnisse zu sorgen, hatten die Stadt und das Unternehmen bereits vor dem Start Parkzonen festgelegt. Nur in diesen Bereichen sollten die Roller abgestellt werden.
Doch schnell sorgte die Parksituation für Kritik. Der Grund: Die Flitzer wurden immer wieder an Orten hinterlassen, an denen sie eigentlich nicht erlaubt sind. Die Stadt und die Firma Zeus standen regelmäßig in Kontakt, um das Problem zu lösen. Zuletzt erkannte man eine positive Entwicklung. Dennoch gab es weiter kritische Stimmen, so etwa bei der zurückliegenden Bürgerversammlung Mitte Mai.