Schwandorf baut Radstellplätze aus – Das ist am Bahnhof und in den Ortsteilen geplant

Von Johannes Hartl · 29. Mai 2024 um 15:00

Wer regelmäßig mit dem Fahrrad fährt, braucht vor allem eines: sichere Stellplätze. Insgesamt gebe es im Stadtgebiet zwar eine „sehr gute Abdeckung“ mit modernen, sicheren Abstellanlagen. Mehr als 400 zählte Klimaschutzmanager Johannes Stapf, wie er jüngst im Bauausschuss informierte. Doch an einigen Stellen besteht noch Handlungsbedarf – so etwa am Bahnhof. Jetzt hat die Verwaltung ein detailliertes Radabstellkonzept vorgelegt. Neben Verbesserungen am Bahnhof ist auch für die Ortsteile etwas geplant. Ein Überblick.

Der Schwandorfer Bahnhof bekommt mehr und sicherere Stellplätze

Bisher wird am Bahnhof vor allem der überdachte Stellplatz genutzt, der in bester Lage zwischen Gleis 1 und dem Taxi-Stand liegt. Doch die Anlage sei völlig überlastet, sagte der Klimaschutzmanager. An der Stelle sollen künftig Doppelstockparker mit voraussichtlich 86 Plätzen entstehen – so wird das Angebot mehr als verdoppelt. Dafür ist federführend der Landkreis zuständig, allerdings beteiligt sich die Stadt mit 50 Prozent.

Damit nicht genug, sind zwei weitere Stellflächen geplant. Eine Anlage entsteht neben dem Post-Gebäude bei der Parkfläche, gegenüber vom Bahnhof. Laut dem Konzept ist dort eine Sammelschließanlage mit Doppelstockparkern geplant. Sie bietet Platz für 24 Räder und wird in einer Lochblech-Variante realisiert. Diese Abstellflächen können online für einen geringen Preis gebucht werden. Die laufenden Kosten für den Unterhalt bezifferte Stapf auf eine Summe von etwa 1000 bis 1700 Euro im Jahr. Zudem wird es eine Reihenbügel-Anlage geben, die in Gleisnähe entsteht – unweit der heutigen überdachten Stellfläche. Sie bietet 23 Plätze.

Das Angebot zu erweitern, macht für die Stadt Sinn – nicht zuletzt, weil die Fahrgastzahlen in Schwandorf wohl deutlich steigen. Während es derzeit 5600 Menschen pro Tag sind, die mit dem Zug fahren, dürfte sich die Zahl bis 2040 verdoppeln – so jedenfalls eine Prognose der Deutschen Bahn.

Der Bahnhof bietet noch eine weitere Option, wenn nötig

Tatsächlich könnten sogar noch 64 weitere Stellplätze geschaffen werden – und zwar beim Busbahnhof. Doch erst einmal, so Stapf, sei das noch überflüssig. Man wolle aber durch die DB Immobilien prüfen lassen, ob die Flächen gegebenenfalls verfügbar sind, „um langfristig Erweiterungsmöglichkeiten durch Stadt und Landkreis abschätzen zu können“, heißt es im Konzept. Für die Anlage am P&R-Parkplatz gibt es hingegen keine Pläne. Weil die Stellplätze weiter von den Gleisen entfernt sind als die anderen Anlagen, würden diese „relativ wenig“ genutzt, so Stapf. Trotz der geringen Auslastung sollen die Flächen aber erhalten bleiben – auch als Angebot für den Busbahnhof.

Die Ortsteile bekommen Stellplätze für die ÖPNV-Haltestellen

Wenn es nach dem Konzept geht, sollen auch die Bushaltestellen im Stadtgebiet nachgerüstet werden. Für Fronberg empfiehlt die Stadt an den Haltestellen Fronberger Straße und Post eine Anlage mit jeweils ein bis drei Anlehnbügeln – wenn die nötigen Flächen verfügbar sind.

Im Bereich Kronstetten, Niederhof und Höflarn sollen an der Haltestelle Oichhornwirt wiederum mindestens zwei Anlehnbügel entstehen, weil hier die Buslinien 105/106 häufig verkehren. Und in Klardorf/Zielheim sollen vier Radlehnbügel an der Haltestelle Weidenweg in Zielheim installiert werden. Einer der Vorteile: Auch aus Wiefelsdorf und Bubach könnte die Station mit dem Fahrrad so in acht Minuten erreicht werden.

Zudem ist geplant, in Büchelkühn an der Haltestelle Am Lenzgraben ein bis zwei Anlehnbügel auf den städtischen Grünflächen zu errichten. Und für die Haltestelle Am Vogelherd in Ettmannsdorf empfiehlt das Konzept ebenfalls zwei Anlehnbügel – zumal sich eine bessere Radverkehrsanbindung unter anderem des Ortsteils Haselbach abzeichne.

Keine eigenen Stellplätze wird es hingegen in Bubach und an der Haltestelle Grünwald in Richt geben. Aus Sicht der Stadt mache das keinen Sinn, weil es einerseits an Flächen mangle und die Busverbindungen andererseits nicht attraktiv genug seien. Ein Beispiel: Der Stadtbus 101A fährt von Krondorf im Uhrzeigersinn in die Stadt, wäre also erst nach 20 bis 25 Minuten im Zentrum. Mit anderen Worten: Die Fahrt dauert länger, als wenn die Bürger zu Fuß gehen oder mit dem Rad fahren.

Die Situation bei den Pendlerparkplätzen gestaltet sich komplex

Insgesamt drei Pendlerparkplätze hat die Stadt geprüft – nämlich Schwandorf-Mitte, Fronberg und Klardorf. Doch aktuell sei ein Stellplatz nur in Schwandorf-Mitte sinnvoll, so Stapf. Das Konzept empfiehlt hier vier überdachte Anlehnbügel mit acht Stellplätzen. In Fronberg sei der Pendlerparkplatz hingegen nicht ans öffentliche Radwegenetz angebunden, zudem fehle es an sozialer Kontrolle. Auch in Klardorf sei keine soziale Kontrolle vorhanden, und es mangle an Flächen.

Das sagten die Stadträte zu dem vorgelegten Radabstellkonzept

Im Bauauschuss gab es für das Konzept parteiübergreifend Unterstützung. Es sei „sehr gut, dass endlich etwas gemacht wird, auch für unsere Radfahrer“, sagte SPD-Stadtrat Alfred Braun. Auch 3. Bürgermeisterin Marion Juniec-Möller (Grüne) unterstützte die Ideen. Kein Wunder, greift das Konzept doch Vorschläge aus einem Antrag auf, den die Fraktion von Grüne/ÖDP im Juni2023 in den Stadtrat eingebracht hat. Juniec-Möller sprach von einem „ganz wichtigen Baustein für ein fahrradfreundlicheres Schwandorf“.

Die einzelnen Maßnahmen stehen aber noch unter dem Vorbehalt, dass es sicherheitstechnisch, rechtlich und baulich keine Hindernisse gibt. Bis die Ideen am Bahnhof realisiert wird, kann es aber noch etwas dauern. Die Mittel seien zwar eingestellt, so Stapf. Aber die Umsetzung mit der Deutschen Bahn gestalte sich „sehr, sehr zeitintensiv“. Er rechnet frühestens nächstes Jahr mit einer Umsetzung.

Sie werden kaum genutzt: die Plätze an der P&R-Fläche.